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Legends Rising – Vorschau: Chawy

Der erfahrene Spezialist für die mittlere Lane wird in seiner Heimat Singapur heißgeliebt, hat aber Probleme, seinen Platz in ahqs Aufstellung zu festigen. Und das, obwohl die Mannschaft mit Händen und Füßen dafür kämpft, sich einen Platz bei der WM 2016 zu sichern. Wird er allen Widrigkeiten trotzen können? „Legends Rising“ geht am 7. September weiter.

Es gibt eine Reihe von Flüchen, die in der Geschichte von League immer wieder zugeschlagen haben. So ist Liquid beispielsweise immer wieder auf dem 4. Platz gelandet. Wir alle kennen den „WM“-Fluch – jede Mannschaft, die eine Weltmeisterschaft gewinnt, versagt im darauffolgenden Jahr – doch es sieht so aus, als könnte SK Telecom T1 den Fluch dieses Jahr aufheben. Aber es gibt einen Fluch, der außerhalb von Südostasien und der LMS kaum bekannt ist.

Chawys Fluch

chawy

Kann er sich beweisen?

„Chawys Fluch“ – bei dem man seinen Träumen immer sehr nahe kommt, ohne sie jemals zu verwirklichen – verfolgt einen der besten Spieler, der die Bühne der WM noch nie betreten hat. Xing-Lei „Chawy“ Wong, der Stolz von Singapur, musste in seiner Karriere mehr einstecken als ein Profiboxer. Aber jedes Mal, wenn er auf die Bretter geht, treibt ihn irgendetwas an, sich wieder zurückzukämpfen.

Alles begann mit der ersten professionellen „League of Legends“-Mannschaft Südostasiens, den Singapore Sentinels. Obwohl er zu den besten Spielern in Südostasien gehörte, wurde er nicht in die Mannschaft eingeladen, weil er zuerst den Militärdienst für sein Land leisten musste. Die Sentinels gingen davon aus, dass die Anstrengungen des Militärdiensts Chawy daran hindern würden, professionell spielen zu können. Daher versuchte Chawy, ihnen das Gegenteil zu beweisen, indem er seine eigene Mannschaft, die Sleeping Giants, gründete.

Dank seiner heldenhaften Leistungen konnte Chawy in lokalen Wettkämpfen einige Spiele gegen die Sentinels gewinnen. Sie erkannten, dass Chawy trotz seines Militärdiensts den Antrieb und das Können hatte, um zu einer festen Größe der E-Sport-Szene zu werden. Nachdem die Sentinels Chawy unter Vertrag genommen hatten, dominierten sie in ihrer Heimat alles und jeden. Sie verloren kaum Spiele und waren die einzige Mannschaft, die eine echte Bedrohung für die Taipei Assassins darstellte, die zu einer dominanten Macht in der südostasiatischen „League“-Szene aufgestiegen waren.

Aber jedes Mal, wenn die Sentinels ihr Glück bei der WM versuchten, zeigte Chawys Fluch seine hässliche Fratze. In der zweiten und dritten Saison stand jeweils nur ein Spiel zwischen ihnen und der WM, aber sie scheiterten immer an dieser letzten Hürde. Doch mit jedem Misserfolg wurde Chawy noch entschlossener.

Egal was ich mache, ich will es immer gut machen. Auch wenn ich verdammt müde bin, trainiere ich weiter. Denn ich möchte der Beste sein.

Chawy

Diese Entschlossenheit brachte ihm einen Platz bei TPA ein, auch wenn er nur als Ersatzspieler für Kuan-Ting „Morning“ Chen engagiert wurde. Aber wenn ihn das seinem Traum näherbringen würde, bei einer Weltmeisterschaft zu spielen, dann sollte es so sein. Trotz einer relativ einfachen Gruppe landete TPA bei der Weltmeisterschaft 2014 auf dem letzten Platz und Chawy bekam nie die Gelegenheit, einen Fuß auf die große Bühne zu setzen.

Wegen dieser trostlosen Vorstellung bei der Weltmeisterschaft beschloss TPA, Chawy in der mittleren Lane einzusetzen. Die Mannschaft hatte im Verlauf der Saison 2015 immer wieder Probleme, aber dank Chawys individueller Klasse hatten sie genug Punkte, um an der Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2015 teilzunehmen. In jeder anderen Geschichte wäre das der Moment, in dem Chawy der Welt beweist, was in ihm steckt – aber dies ist keine solche Geschichte. Am 1. August 2015 wurde Chawy wegen Manipulation an der ELO-Wertung gesperrt. TPA verpasste die Qualifikation für die Weltmeisterschaft und beschloss, sich von Chawy zu trennen.

„Wenn ich daran zurückdenke, bin ich enttäuscht. Ich fühle mich hintergangen. Aber gleichzeitig habe ich daraus auch gelernt. Egal welche Fehler man in der Vergangenheit gemacht hat, irgendwann bekommt man noch eine Chance.“

Chawy

Hoffnungsvoll blickt er auf seine Zukunft. Wird der Fluch gebrochen?

Als sich die Wogen geglättet hatten und die Sperre aufgehoben wurde, fand Chawy im ahq e-Sports Club ein neues Zuhause. Ihr aktueller Mid-Laner, Shu-Wei „Westdoor“ Liu, ist einer der besten Mid-Laner aller Zeiten. Sein Spielstil mit Assassinen sucht seinesgleichen – aber leider machte ihn gerade dieser Spielstil zu einem einfachen Bannziel für gegnerischen Mannschaften. Chawy hingegen war ein vielseitiger Spieler, dem man mit Bannen nicht weiter zusetzen konnte. Im Frühjahr 2016 spielten sie mit einer Blau-Rot-Rotation und beendeten die reguläre Saison ohne Niederlage auf dem ersten Platz.

Im Finale der Entscheidungsspiele im Frühjahr wurden Chawy und Westdoor jedoch von Yi-Tuang „Maple“ Huang der Flash Wolves unschädlich gemacht. Dadurch verpasste Chawy wieder ein internationales Turnier und musste sich das MSI als Zuschauer ansehen.

Diese Pleite veranlasste die Coaches von ahq, ihre Strategie mit zwei Mid-Lanern aufzugeben. Sie entschieden sich, ihren Mid-Laner anhand des Rangs auf dem äußerst konkurrenzbetonten koreanischen Server auszuwählen. Westdoor erreichte schneller einen höheren Rang und Chawy musste wieder einmal auf der Ersatzbank Platz nehmen – dieses Mal bei ahq.

Trotz all dieser persönlichen und professionellen Widrigkeiten hält Chawy an seinen Träumen fest – er will irgendwann auf der internationalen Bühne einer Weltmeisterschaft spielen. Ist das das Jahr, in dem der beste Spieler, der nie an einer Weltmeisterschaft teilgenommen hat, endlich die große Bühne betritt? Oder wird Chawys Fluch seinem Namen wieder alle Ehre machen?