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Legends Rising – Vorschau: Rekkles

Rekkles war lange Zeit einer der besten AD-Carrys, die Europa jemals hervorgebracht hat. Und nach Jahren an der Spitze mit Fnatic findet sich Rekkles plötzlich als erfahrener Anführer eines Teams wieder, das die Dominanz über die Region zu verlieren droht. „Legends Rising“ geht am 7. September weiter.

Vor seiner Zeit..

Als Martin „Rekkles“ Larsson für Fnatic in die professionelle „League of Legends“-Szene einstieg, war der Hype um seine Person bereits unvorstellbar groß. Es war immer schon klar, dass er ein Star werden würde, aber er hatte die Möglichkeit, sich im Schatten seiner legendären Mannschaftskollegen weiterzuentwickeln.

Fnatic war schon vor Rekkles’ Geburt das Aushängeschild der europäischen „League of Legends“-Szene. Oder zumindest hatte es den Anschein. Seit Beginn der LCS-Ära 2013 konnte sich Fnatic unglaubliche fünf Mal einen Spitzenplatz unter den europäischen Mannschaften sichern.

fnatic

Und die letztjährige Mannschaft, die die reguläre Saison des Sommer-Splits der EU LCS 2015 unbesiegt überstand und schließlich die europäische Trophäe in die Luft stemmte, lieferte die bisher überzeugendste Leistung. Mit ihrem äußerst aggressiven Spielstil kratzten und bissen sie sich den Weg ins Halbfinale der Weltmeisterschaft frei, wo sie sich schließlich an der gleichen koreanischen Mauer die Zähne ausbissen, an der in den letzten drei Jahren auch der Rest der Welt gescheitert war.

Aber sie waren im Begriff, weiter zu wachsen. Sie hatten nur einen Sommer Zeit, um sich zu fünft vorzubereiten. Doch jetzt würden sie ein ganzes Jahr bekommen, um sich vorzubereiten. Sie waren eine junge Mannschaft, die kurz davor war, ganz an die Spitze zu klettern.

Bis die Mannschaft auseinanderfiel. In der Nebensaison wanderten viele europäische Profis nach Nordamerika ab. Fnatic musste die größten Verluste hinnehmen, als Stars wie Kim „Reignover“ Ui-jin, Seong „Huni“ Hoon Heo und Bora „YellOwStaR“ Kim die Mannschaft verließen, um neue Wege einzuschlagen. Und plötzlich wurde Rekkles das Gesicht einer der geschichtsträchtigsten Marken in der Geschichte von League of Legends.

Aber Rekkles ist Veränderungen gewohnt. Hätte er nicht eine Verletzung erlitten, an der er über ein halbes Jahr lang laborierte, würde er heute wahrscheinlich die Fußballplätze der Welt unsicher machen. Aber während er seine Verletzung kurierte, entdeckte er League of Legends. „Diese Erfahrung hat mir auch gezeigt, dass man manchmal einfach keine Kontrolle über die Situation hat“, sagt er. Diese Erkenntnis hat ihm auch in seiner „League of Legends“-Karriere immer wieder geholfen.

Er war einer der jüngsten Spieler, der es zum Profi geschafft hat, und wurde stets als außergewöhnliches Talent gepriesen. 2012 ließ er mit Fnatic im heute legendären „IPL 5“-Turnier – das letzte große internationale Turnier vor der LCS-Ära – erstmals sein Können aufblitzen, als sich die Mannschaft in einem der am härtesten umkämpften Turniere aller Zeiten den zweiten Platz sicherte.

rekkles

2013 musste Rekkles jedoch zusehen, wie die LCS ohne ihn begann, da er zu diesem Zeitpunkt noch zu jung war, um mitzuspielen. Er dominierte die europäische Challenger Series, um sich auf seinen Einsatz vorzubereiten. Selbst als die Erwartungen weiter stiegen, nachdem Fnatic in diesem Jahr ohne ihn das Halbfinale der Weltmeisterschaft erreicht hatte.

Trotz Fnatics Erfolg wurde Rekkles für den Frühjahrs-Split 2014 in die Mannschaft geholt. Dank einer MVP-Leistung in der ersten Woche im neuen Split der LCS konnte er schnell sämtliche Bedenken über seine Person im Keim ersticken. Der Hype bekam jedoch einen schnellen Dämpfer, als Fnatic das restliche Jahr nicht mehr richtig in die Spur fand und bei der Weltmeisterschaft 2014 schließlich frühzeitig ausschied. Und schließlich verließ Rekkles die Mannschaft.

Die Verlockung, gemeinsam mit Henrik „Froggen“ Hansen von Alliance eine Super-Mannschaft zu gründen, war einfach zu groß. Auf dem Papier war die Mannschaft unschlagbar. Doch die Chemie zwischen den Spielern stimmte einfach nicht. Der Mannschaft fehlte der Biss. Und das kurze Abenteuer endete bereits nach einem Split.

Aber es half ihm dabei, zu verstehen, was es heißt, Teil einer Mannschaft zu sein. Er sagt selbst: „Mir fehlte das Einfühlungsvermögen, um ein guter Freund oder Mannschaftskollege zu sein, aber das Abenteuer in der 4. Saison mit Elements hat mir gezeigt, dass League of Legends ein Mannschaftsspiel ist.

Es ist generell schwierig, im Spiel eigene Entscheidungen zu treffen, wenn du deinen Mannschaftskollegen nicht komplett vertraust und umgekehrt. Und das war bei Elements einfach nicht der Fall.“

Fnatic nahm ihn mit offenen Armen wieder auf. Damit begann der kometenhafte Aufstieg und Niedergang von Fnatic im Sommer-Split 2016, ihrer bisher besten Spielzeit. Aber der Abgang einiger Spieler bedeutete auch, dass Rekkles 2016 zum ersten Mal die Mannschaft alleine anführen musste. Fnatic hatte bisher ein durchwachsenes Jahr und die Mannschaft muss erst wieder zur dominanten Form ihrer Vorgänger finden.

Aber YellOwStaR ist zurück. Rekkles ist gelassener als je zuvor. Und die ganze europäische Szene ist in Bewegung, um ihre neue Identität zu finden. Die alten Wölfe sind größtenteils weitergezogen. Alteingesessene Mannschaften und Spieler sind nur mehr eine leise Erinnerung. Aber wenn man ein bisschen genauer hinhört, kann man Fnatic sofort hören.