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Das war der Spring Split!

Nachdem neun Wochen reguläre Saison und drei Wochen Playoffs gespielt wurden, ist das Spektakel des diesjährigen Spring Splits nun vorbei. Es gab wieder einmal viele Erinnerungen, die wir als Zuschauer nicht vergessen werden. Ein Resümee.

Viele Veränderungen in der LCS zum neuen Jahr

Zu Beginn der Saison im Januar hatte sich so einiges in den beiden LCS Regionen verändert: Über die Winterpause hatten nicht nur einige Spieler ihre Organisationen gewechselt, sondern auch das generelle Bild in der Liga wurde anders. In Europa kamen zu den schon qualifizierten Mannschaften wie Dignitas EU, nun auch Splyce hinzu, die ein vollständig dänisches Team auffahren konnten. Durch ihren Sieg nahmen sie den Platz von Copenhagen Wolves ein. Außerdem sicherten sich G2 Esports, nach vielen Jahren der Mühe, endlich ihren verdienten Platz in der LCS mit einem Sieg über SK Gaming im Promotionsturnier. Aber es gab noch eine weitere Veränderung: LCS Oldie Gambit Gaming gab offiziell bekannt ihren LCS Platz zu verkaufen. Jener ging dann an eine neue Organisation – nämlich Team Vitality. Ein neues „Superteam“ unter anderem mit H2Ks alter Bot-Lane Raymond „kaSing“ Tsang und  Petter„Hjärnan“ Freyschuss.

In Nordamerika dagegen gab es einige größere Veränderungen: Das neuste Team in der Liga war Renegades, die sich im Sommer durch Autoqualifikation ihren Platz verdienten. Gehen musste dafür Team Dragon Knights. Die Mannschaft Enemy Esports unterlag unterdessen Team Coast im Promotionsturnier und musste die LCS verlassen. Doch viel mehr änderte sich die Begebenheiten der Liga in NA. Der Platz von Team 8 wurde aufgekauft von einer neuen Organisation, die sich Immortals nannte. Sie formte ihr eigenes NA „Superteam“ und sicherte sich zu Beginn gleich das Machtduo mit Seung-Hoon "Huni" Heo und  Yeu Jin "Reignover" Kim. Den Platz von Team Gravity kaufte der ehemalige NBA Star Rick Fox und gründete seine eigene Organisation namens Echo Fox. Keinen geringeren als den europäischen Star Henrik "Froggen" Hansen verpflichtete er hierfür. Auch das Team, das sich gerade erst durch die Promotion qualifiziert hatte, Team Coast, verkaufte ihren Platz. Neuer Eigentürmer ist eine ebenfalls bislang unbekannte eSports Organisation, NRG, die dennoch auf recht bekannte Besitzer zurück zu führen ist – denn hinter ihr steht ein amerikanisches NBA Team. Durch diese vielen Neuheiten und Veränderungen kündigte sich die kommende Saison also eine besonders spannende an.

NRG

NRG auf dem Weg zur Bühne

(Un)Erfüllte Erwartungen

Veränderungen gab es, wie bereits erwähnt, auch bei den Mannschaften, die in der LCS geblieben sind. Besonders bewundert wurden die Veränderungen der Aufstellung von dem amerikanischen Team TSM und dem europäischen Origen. Nachdem die Nordamerikaner die Sommersaison gegen ihren Rivalen Counter Logic Gaming verloren und bei der Weltmeisterschaft eine weniger gute Darbietung zeigten, entschlossen sie sich mit einem fast kompletten Neuanfang. Sie sicherten sich eine Aufstellung aus Weltklasse Spielern und holten dafür nicht nur Yiliang "Doublelift" Peng von CLG zu sich, sondern auch Dennis "Svenskeren" Johnsen und den ehemaligen Kapitän von Fnatic, Bora "Yellowstar" Kim, nach Nordamerika. Zusammen mit deren neuen Top-Laner  Kevin "Hauntzer" Yarnell und ihrem alten Goldesel Sören "Bjergsen" Bjerg besaßen sie eine auf dem Papier unschlagbare Aufstellung. Doch in der Realität konnten die Veteranen miteinander kaum Fuß fassen. Die Kommunikation schien einfach nicht funktionieren zu wollen. Schließlich schafften sie es trotz sechstem Platz in der regulären Saison ins Finale. Ähnlich ging es am anderen Ende des Ozeans Origen. Nach einer hervorragenden ersten Saison samt Weltmeisterschaftshalbfinale schien die Zukunft für das spanische Team gut auszusehen. Über die Winterpause sicherte sie sich noch Tristan "PowerOfEvil" Schrage zu, der mit dem bisherigen Mid-Laner xPeke abwechselnd in die Startposition gehen sollte. Die Mannschaft wurde schon als zukünftiger Gewinner der Saison gelobt, doch auch hier zeigten sich rasch starke Probleme. Ohne den Veteranen xPeke schienen die anderen Spieler verloren und kopflos. Gegen die Teams an der Spitze der Liste hatte Origen keine Chance. Am Ende reichte es trotzdem für einen 4. Platz in der regulären Saison und einen Trip in das Finale nach Rotterdam.

fnatic

Fnatics unerfüllte Erwartungen

Das andere europäische Team, das bei der Weltmeisterschaft im Halbfinale gestanden hatte, sah dagegen ganz anders aus. Über die Winterpause verlor Fnatic fast die komplette Aufstellung und zusätzlich noch ihre engsten Betreuer wie zum Beispiel ihren Manager. Während Immortals sich Huni und Reignover nach Nordamerika kauften, ging Yellowstar ebenfalls, um neue Erfahrungen in Übersee zu sammeln. Fnatic stand also wieder vor der endlos schweren Aufgabe ein Team neu aufzubauen, diesmal um Martin "Rekkles" Larson als Mannschaftskapitän. Niemand wusste so richtig was von den neuen Spielern zu erwarten war und setzte große Hoffnungen in Fnatic. Die Saison verlief dann ähnlich wie die Origens, einzig allein mit dem Unterschied, dass Fnatic gegen die Besten der Liga Siege einfuhren konnte, aber gegen die schlechteren nur Niederlagen. Trotzdem zeigten die Orangenen noch einmal, dass sie immer wieder auf ihre Füße fallen und gingen, trotz dem nur sechsten Platz, am Ende ins Halbfinale. Rekkles' frühere Teamkollegen Huni und Reignover dagegen waren die Hoffnungsträger in ihrer neuen Mannschaft Immortals. Eine gute Aufstellung aus Spielern, die es der Welt nochmal beweisen wollten, schien eine perfekte Zusammenstellung zu sein. Und tatsächlich: Immortals fegten die anderen Teams in Nordamerika weg und beschwerten den beiden Koreanern fast ihre zweite perfekte Saison nacheinander. Sie unterlagen nur CLG, die selbst von vielen Kritikern in Frage gestellt worden waren. Nach dem Verlust ihres langjährigen Schützen Doublelift sahen viele das Team als verloren an. Doch auch CLG hatte nun etwas zu beweisen und tat dies mit aller Macht: Mit einem zweiten Platz in der regulären Saison sicherten sie sich ihre Eintrittskarte nach Las Vegas – und das mit Leichtigkeit. Dabei besiegten sie zweimal das neue Team ihres alten Schützen, TSM. 

Highlights und Missgeschicke

Geniale Rettung á la Adrian

Auch in dieser Saison gab es wieder unzählige Spielzüge, die im Kopf bleiben werden – ob nun im positiven oder negativen Sinne. Da wäre zum Beispiel die geniale Rettung von Immortals Unterstützer Adrian „Adrian“ Ma in der zweiten Woche des nordamerikanischen LCS. Sein bisher noch ungeschlagenes Team traf dort auf den LCS Giganten, das neue NA Superteam, TSM. In einem Kampf im Dschungel wird sein Top-Laner Huni von seinem Kameraden isoliert und von den gegnerischen Spielern fast auf einmal zurück zur Ausgangsplattform geschickt. Mit einer eindrucksvollen ultimativen Fähigkeit von Janna, rettete er über die Wand hinweg seinen Freund mit einer mächtigen Heilung. 

König des ersten Blutes

In Europa spielte die neue Aufstellung von H2K in der vierten Woche gegen die Neulinge in der Liga Splyce. H2Ks neuer Jungler Marcin „Jankos“ Jankowsk, in Europa bekannt als der „König des ersten Blutes“ (da er unzählige solche für sich oder sein Team sichern konnte) versucht sich an Splyce' Mid-Laner Chres "Sencux" Laursen. Er wagt sich dabei zwischen zwei gegnerische Türme, benutzt sogar Blitz am Anfang für mehr Aggression. Leider geht der Zug schwer nach hinten los, denn der Turm hat Jankos auf seiner Abschussliste. Der König gibt also erste Blut selbst: zum Gegner Sencux.

Vollständige Teamaufstellung

Eine Woche später in Nordamerika: Das für Wochen durch Visaprobleme getrennte Team Echo Fox spielte zum ersten Mal wieder als vollständiger Kader zusammen – nämlich gegen eine ebenfalls neue Mannschaft: NRG. Wie von Froggen nicht anders zu erwarten, zieht sich der Beginn in die Länge. Es gibt zwar ein schnelles erstes Blut aber dann folgte rund 15 Minuten nichts. Danach gruppierte sich die gesamte Mannschaft NRG's auf der Mid-Lane mit dem Ziel den ersten Turm durch Gewalt zu Fall zu bringen. Ein gefundenes Fressen für Fox Top-Laner Jeong-hun "kfo" Park: Als Malphite nutzt er unaufhaltsame Gewalt nach einem aggressiven Blitz in die gesamte Gruppe des gegnerischen Teams. Eine perfekte Voraussetzung für Malphite. 

Rache ist süß - FNC trifft UOL

In der gleichen Woche in Europa bekamen FNC endlich ihre gewollte Revanche gegen UOL, gegen welche sie Anfang des Splits haushoch verloren hatten. Rekkles sicherte sich dafür Ezreal als Schützen zu. Das Spiel startete für ihn nicht schlecht, denn er konnte gleich zwei Tötungen auf seinem Konto verbuchen. Dann aber ein schwerer Fehler: Er tritt einen Busch im Dschungel, ohne vorher ein Auge hineingesetzt zu haben. Dort wartet Mid-Laner Hampus "Fox" Myhre als Viktor, der nur zu gerne einen eher schwächeren Schützen vom Platz fegen möchte. Er nutzt Chaossturm sofort. Durch Ezreals Fähigkeiten kann Rekkles erstmal dem Tot mit wenig Leben entkommen, doch der Chaossturm folgt ihm weiter, bis die Tötung für Fox gesichert ist.

Kampf der unteren Plätze

In der siebten Woche spielten zwei der Mannschaften aus dem unteren Bereich der Liste gegeneinander: Dignitas und Renegades. Das Spiel eröffnet mit einem üblichen „Laneswap“-Szenario: Renegades gruppieren sich auf der Top-Lane um den äußeren Tower zu sichern und Dignitas spiegeln dies auf der unteren Hälfte. Dabei achten die Spieler von DIG aber leider nicht auf ihre Vasallen. Schnell tötet der Turm den Top-Laner Billy "Billyboss" Yu und den Unterstützer Alan "Kiwikid" Nguyen, nur der Schütze Apollo "Apollo" Price  überlebt. Renegades möchten aber nicht, dass Dignitas die einzigen sind, die eine Expressfahrt zur Plattform bekommen, weshalb sich zwei Spieler an dem Herald versuchen, woraufhin beide kläglich scheitern und sterben. 

Fantasy LCS Resümee

Auch in dieser Saison gab es wieder die Möglichkeit ein Fantasy LCS Team zu bilden. Ihr habt wahrscheinlich eine hohe Gewinnchance erreicht, wenn ihr in eurem Kader einen Spieler von Immortals aufgestellt hattet. Die meisten Punkte überhaupt brachte deren Schütze Jason „Wildturtle“ Tran ein – nämlich 436,72. Aber auch all seine Kollegen schafften es mit ihrer Punktanzahl in die Top 10, selbst der Unterstützer Adrian. Der höchste Platz eines europäischen Spielers geht an den Schützen von G2 Esports Jin Hyun „Emperor“ Kim, der mit einer Punktzahl von 380,56 auf dem fünften Platz liegt, nur kurz vor Pierre „Steeelback“ Medjaldi von Unicorns of Love mit 377,66 Punkten. Überraschend ist auch die hohe Gesamtpunkzahl von Marcin „Selfie“ Wolski, der für H2K nur sechs Spiele übernahm und trotzdem auf Platz 11 landete.  Immortals erreichten auch insgesamt die meisten Anzahl an Punkten für das Team, was bei deren vielen Siegen nicht wirklich als Überraschung zu sehen ist. Sie werden aber dicht gefolgt von den europäischen Mannschaften H2K und Vitality. 

Natürlich gab es in der Fantasy LCS Spieler, die euch eher weniger Punkte eingebracht haben. Deshalb ist es empfehlenswert diese nochmals genauestens unter die Lupe zu nehmen und für die nächste Saison im Hinterkopf zu behalten. Von den Spielern, die die ganze Saison für ihre Teams auf der jeweiligen Position gespielt hatten, brachte Nisbeth der Unterstützer für Splyce die wenigsten Punkte ein, nur insgesamt 149.24. Knapp vor ihm sind Hampus „sprattel“ Abrahamsson (159.07) und sein eigener Teamkollege Jonas „Trashy“ Andersen (159.13). Im Ranking der Mannschaften, die man vielleicht nicht mehr wählen sollte wenn man Fantasy LCS gewinnen möchte, steht Giants Gaming ganz vorne. Mit nur 115 Punkten brachten sie die wenigsten Punkte in der Fantasy LCS ein. Selbst das Team dahinter, Splyce, sind noch mit 135 Punktion ganze 20 Punkte vor ihnen. Die zwei nordamerikanischen Teams mit der wenigsten Anzahl an Punkten waren dafür TIP und DIG, wobei der Unterschied zwischen beiden mit fast 30 Punkten Differenz schon ziemlich groß ist. Interessant zum Thema Gesamtpunktzahl in Teams ist auch, dass Fnatic nicht unter die Top 10 gehört, Unicorns of Love aber schon und das, außer Immortals und CLG, nur europäische Teams unter die Top 7 gehören. 

Am Ende gibt es nur Sieger und Besiegte

NA LCS final

Das Finale in Las Vegas hat alle Gemüter erhitzt

Das  wichtigste war zum Ende der Saison natürlich wer den Pokal in Las Vegas beziehungsweise Rotterdam entgegen nehmen und damit in das MSI Turnier einziehen durfte. Erstmal aber die Frage, ob sich durch das Promotionsturnier schon wieder etwas in der LCS Landschaft verändert hat: In Europa mussten ROCCAT, Splyce und Giants Gaming in das neue durch Doppelelimination geänderte Promotionsturnier ziehen. Trotz starker Vorstellungen in der Challenger Series konnte keins der beiden Amateurmannschaften ein LCS Kontrahenten von ihrem Platz verdrängen und damit bleibt alles so wie schon im Frühjahr.

In Nordamerika mussten sich Team Dignitas, Renegades und Team Impuls der Promotion stellen. Sie hatten hierbei Apex Gaming und Team Dragon Knights aus der Challenger Series als Gegner. Im Turnier unterlag Dignitas gleich im ersten Spiel Team Dragon Knights und musste damit ihren Platz in der LCS aufgeben. Die beiden anderen vorigen LCS Teams, Renegades und TIP, konnten sich aber ohne Probleme qualifizieren.

Nun aber die Frage wer am Ende ganz an der Spitze stand. In Europa gab es zum ersten Mal in der Geschichte der LCS ein Finale ohne Fnatic und somit auch erneut einen anderen Sieger. Dennoch spielten die Orangenen um den dritten Platz gegen die Kontrahenten in blauen Jerseys. Durch den Heimvorteil mit Febiven, zeigte Fnatic nochmals wie stark die sein können und straften den Favoriten H2K mit einer Niederlage. Damit landeten 50 Punkte auf dem Konto des Drittplatzierten.

Im Finale standen sich also die alten spanischen Rivalen Ocelot und xPeke, G2 und Origen, gegenüber und läuteten somit ein neues „El Classico“ ein. Als klare Favoriten gehandelt, holten sich G2 die Trophäe in Rotterdam in überzeugender Manier und das erst in ihrem ersten Split in der LCS. Sie sichern sich damit 90 Championship Punkte für die nächste Saison und vertreten Europa bei MSI in Schanghai. Origen bekommt als Trost 70 Punkte, die trotzdem auf dem Weg zur Weltmeisterschaft helfen sollten. 

Auf der anderen Seite des Ozeans in Nordamerika versuchte Team Liquid den Fluch von ihrem fortwährenden vierten Platz endlich zu brechen. In Las Vegas standen sie also Immortals gegenüber, die trotz starker Saison den Sprung ins Finale nicht geschafft hatten. Leider konnte der Fluch dieses Jahr wieder nicht gebrochen werden und Liquid unterlag Immortals in einer spannenden Serie. Immortals sichert sich damit 50 Punkte, Team Liquid entsprechend 30.

Im Finale dann das klassische Rivalen Gegenüberstellung mit Team SoloMid und Counter Logic Gaming. Letzteres zeigte dabei nochmal deutlich, dass sie auch ohne ihren Star Schützen Doublelift wunderbar zurechtkommen und holten sich ihren zweiten Sieg in Folge. Damit vertreten sie Nordamerika beim MSI im Mai. 

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