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Die Geheimwaffe: Kennen

Die Profi-Spieler haben das Viertelfinale der Worlds hinter sich gelassen – jetzt geht es auf das Halbfinale zu, bis am 31. Oktober 2015 endlich das große Finale in Berlin startet.

Die jetzige Meisterschaft gilt bei vielen Experten und Spielern als echte Bereicherung, selten wurden so viele Champions ausgewählt und so unterschiedlich gespielt. Das wohl beste Beispiel ist Kennen – das Herz des Sturms.

Kennen wurde im Laufe der Worlds mehrfach ausgewählt, doch gibt es für diesen Champion keine feste Rolle. Die Meisterschaften beweisen, dass er sich auf drei Positionen wohlfühlt – Top, ADC oder Support. In allen drei Rollen hat er dabei eine exzellente Leistung abgeliefert, weswegen er von den Profis gerne als Geheimwaffe bezeichnet wird.

Obwohl Kennen ursprünglich als Top-Laner konzipiert war, haben die Profis sich genau diesen Gedanken zunutze gemacht. Kennen wird bei den Worlds 2015 als sogenannter Flex-Pick genutzt. Dabei handelt es sich um einen Champion, welcher verschiedene Rollen einnehmen kann und es daher für das gegnerische Team schwer ersichtlich ist, auf welcher Position er letztlich gespielt wird. Kennen ist dank dieser Eigenschaft schwer zu kontern, was die bisherigen Spiele der World bewiesen haben.

Wieso Kennen bei den Weltmeisterschaften so gern gespielt wird und warum er nahezu jede Rolle einnehmen kann, soll der nachfolgende Artikel zeigen. Kennen mag jetzt als allmächtige Wunderwaffe erscheinen, doch hat auch er seine Grenzen. Welche das sind, seht Ihr im Text!

Allgemeines zu Kennen

Kennen ist einer der ältesten Champions der Kluft und wurde im Jahr 2010 veröffentlicht. Damals galt er während der ersten Monate als besonders stark, da seine ultimative Fertigkeit „Schneidender Mahlstrom“ kaum zu stoppen war. Es gab nur wenige Champions mit hoher Mobilität, was Kennen in die Hände spielte. Im Laufe der Zeit haben immer mehr Champions ihren Weg in die Kluft gefunden und die Entwickler haben Gefallen daran gefunden, mobile Charaktere mit Ausweichmanövern zu kreieren. Einer der ersten großen Counter war Akali, die ebenfalls 2010 erschien. Später gelangte LeBlanc in die Kluft und langsam wurde es immer schwieriger für Kennen auf der Top-Lane.

Doch genug von der Geschichte - mit dem Start der Weltmeisterschaft hat sicherlich niemand damit gerechnet, dass Kennen ein solch populärer Pick wird.

Kennen steht selbst für einen agilen Magier, der seine Feinde aus sicherer Entfernung via Shurikens zusetzen kann. Im richtigen Moment muss er dann ins Gefecht einsteigen, um seine ultimative Fertigkeit zu zünden. Hat Kennen hier den richtigen Moment erwischt, können ganze Teamkämpfe entschieden werden. Der „schneidende Mahlstrom“ verursacht nicht nur Flächenschaden, sondern verteilt auch Aufladungen seiner passiven Fertigkeit. Werden somit drei Aufladungen auf dem Gegner erzielt, löst dies eine Betäubung aus. Die Aufladungen können aber nicht nur mit dem „schneidenden Mahlstrom“ aufgebaut werden, sondern auch durch jede andere Fertigkeit. Gerade durch seine Q-Fertigkeit können somit Aufladungen sehr sicher aufgebaut werden, sofern der jeweilige Spieler seine Fertigkeiten trifft.

Aufgrund diese Mechaniken und der Tatsache, dass er ein Fernkämpfer ist,  bringt Kennen in die Position mehrere Rollen zu belegen. Durch die Betäubungsfertigkeiten kann er sicher als Support gespielt werden, während er durch die Aufladungen und die Reichweite auch ein passabler ADC ist. Auf der Top-Lane ist er ohnehin Zuhause.

Kennen MD

Kennen MD

Der aktuelle Stand bei der Weltmeisterschaft

Obgleich viele Spieler zum Start der Weltmeisterschaft nicht damit gerechnet haben, wurde Kennen bis zu den Halbfinalen 13 Mal gespielt – hat also eine Auswahlrate von 20,63 Prozent. Zum Vergleich: Darius ist derzeit der Liebling der Profis und hat somit eine Rate von 60,32 Prozent. Lediglich Elise kann mit Darius mithalten, die während des Turniers ebenfalls 38 Mal ausgewählt wurde.

Wenn Kennen in einer Partie ausgewählt wurde, dann wurde er meist vom blauen Team als Zweites ausgesucht. Kennen wird nicht als Firstpick gewählt – diese Rolle hat bisher Darius eingenommen. Als zweite Auswahl sind die Spieler in der Lage, auf die ersten Champions der Gegner zu reagieren, haben aber gleichzeitig die Möglichkeit, mit einem ausgewählten Kennen nicht zu viel von der eigenen Komposition zu verraten – Und in diesem Fall fällt der Begriff vom Flexpick. Kennen kann mehrere Rollen einnehmen, sodass sich das Team auf den Gegner einstellen kann. Ein idealer Start ins Spiel, um die Pick-Ban-Phase bestmöglich zu beenden.

Eine Gefahr für die Spieler scheint Kennen aber nicht darzustellen, da er in der Regel als ausbalanciert gilt. Aus diesem Grund haben die Profis ihn nur in 4 von bislang 63 Spielen gebannt. Die höchste Bannrate besitzt derzeit Gangplank mit 93,65 Prozent, gefolgt von Mordekaiser mit 92,06 Prozent.

Während Kennen insgesamt 13 Mal gespielt wurde, hat er davon dreimal die Rolle des ADCs eingenommen, wurde sechsmal als Support gespielt und viermal war er auf der Top-Lane zu sehen. Interessant ist hier das Detail, dass er öfter als Support zu sehen war, als auf der eigentlichen Heimat-Lane – der Top-Lane. In der Einzelrangliste sind deshalb die Zahlen der Support-Kennens in den letzten Tagen und Wochen angestiegen, weil viele Spieler gerne etwas austesten, was sie im kompetitiven Spiel sehen.

Die beste Siegesrate hat er aber nicht als Support, allerdings in einer Rolle auf der gleichen Lane. Als ADC hat Kennen jedes Spiel gewinnen können, was vor allem auch an der hervorragenden Leistung von Martin „Rekkles“ Larsson im Spiel gegen Cloud9 gelegen hat. Als Support hat er eine Siegesrate von rund 50 Prozent, während er auf der Top-Lane ebenfalls 2 von 4 Spielen für sich entscheiden konnte.

Zusammenfassend kann zur aktuellen Lage von Kennen bei Worlds gesagt werden, dass er als erfolgreichster Flexpick gilt. Lediglich Lulu wurde öfter gespielt und im ein oder anderen Spiel ebenfalls als Flexpick eingesetzt. Lulu hat aber lediglich eine Siegesrate von insgesamt 55 Prozent und muss sich gegen den Ninja-Yordle geschlagen geben.

Worlds

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Wieso ist Kennen plötzlich wieder zu sehen?

Zwar ist Kennen nicht so stark vertreten, wie es Darius derzeit ist, dennoch gilt er als echte Überraschung. Die Zahlen sprechen für sich und zeigen, wie flexibel Kennen eingesetzt werden kann. Gerade Fnatic hat in mehreren Spielen bewiesen, wie stark Kennen als ADC zu spielen ist. Doch wieso wird Kennen gerade von Fnatic so gern gespielt?

Nachdem Cloud9 das Spiel gegen Fnatic in der letzten Gruppenphase verloren hatte, hat Martin „Rekkles“ Larsson in einem Interview erzählt, warum Kennen so gut in die eigentliche Teamkomposition passt. Gerade im Bezug auf die CC-Fähigkeit zählt Martin „Rekkles“ Larsson Kennen zu den stärksten ADCs – Kennen kann andere Champions also durch Betäubungen in Schach halten und somit die Lane für sich entscheiden, ohne auf den Jungler angewiesen zu sein.

„Kennen hat perfekt in unsere Teamkomposition gepasst, da er eine Menge CC-Fertigkeiten und somit einen hohen Nutzen besitzt. Das ist genau das, was wir brauchen – viel CC für Spieler wie Huni und Febiven, damit diese das Spiel entscheiden können.“

Das ist die Antwort und eine mögliche Erklärung, warum Kennen als ADC stark sein kann: Es kommt auf den Spielstil des Teams an. Natürlich kommt es auch immer auf die jeweiligen Gegner und den eigenen Support an. Fnatic hat Kennen häufig mit Shen als Supporter gespielt – zwei Ninjas mit eingebautem CC. Wenn Kennen also mit CC-lastigen Supportern gespielt wird, stellt dieser auch in der Einzelrangliste eine gute Alternativ zu Vayne, Jinx oder anderen Schützen dar.

Wird er selbst als Supporter gespielt, besitzt er zwei große Vorteile gegenüber anderen Supportern. Zunächst arbeitet Kennen mit Energie und verzichtet auf einen Manahaushalt. Somit ist er jederzeit in der Lage, seine Fertigkeiten zu wirken, selbst wenn er lange Zeit auf der Lane bleiben muss. Er kann Gegner mit „Donnernder Wurfstern“ pausenlos angreifen und damit einen Rückzug des feindlichen Teams erzwingen. Der zweite große Vorteil liegt in seiner starken Präsenz in den Teamkämpfen. Seine ultimative Fertigkeit kann richtig gesetzt spielentscheidend sein. Denn selbst wenn er als Supporter nur wenig Schaden verursacht, kann er dennoch die eine oder andere Betäubung auf die Gegner wirken. Das schafft Zeit, damit das eigene Team reagieren kann.

Der große Nachteil von Kennen auf der Bot-Lane liegt darin, dass er eine gewisse Absprache benötigt. Er hat eine kleine Reichweite und muss für Teamkämpfe ins Geschehen hinein, damit die ultimative Fähigkeit gewirkt werden kann. Spricht sich der Spieler nicht mit dem Team ab, stirbt Kennen sehr schnell. Im kompetitiven Bereich ist eine Absprache allerdings gegeben, weswegen er hier häufiger zu sehen war. In der SoloQ ist dieser Nachteil nur schwer auszugleichen.

Fnatic

Fnatic

Eine Spekulation – wird Kennen im Finale zu sehen sein?

Kennen gehört zu den beliebtesten Flexpicks der Profis und gerade vom Team Fnatic wird der kleine Yordle sehr gern gespielt. An diesem Wochenende stehen die Halbfinalspiele an, bis es dann eine Woche später zum großen Finale in Berlin geht. Wird Kennen bei diesen Spielen zu sehen sein? Einige Teams u.a. Origen testen gerade Kennen als Schützen auch aus! Eine eindeutige Antwort kann natürlich nicht gegeben werden, doch könnte es beim Spiel Fnatic gegen KOO Tigers durchaus passieren, dass Martin „Rekkles“ Larsson wieder zu Kennen greift.

Wie ist Eure Meinung zu Kennen als Flexpick? Glaubt ihr, dass Kennen berechtigt als Supporter oder Schütze gespielt wird? Schreibt uns Eure Meinungen in die Kommentare!