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Die Geschichten hinter dem WM-Musikvideo von Zedd

Die „League of Legends“-Spieler beschwören Champions, um Erfahrungen zu machen, die weit über ihre körperlichen Möglichkeiten hinausgehen. Die Weltmeisterschaft richtet sich an Spieler, die bei diesen Erfahrungen ans Limit gegangen sind. Hier sind ein paar Spieler, die auf diesem Höhepunkt Bemerkenswertes geleistet haben.

Die „League of Legends“-Weltmeisterschaft ist der Höhepunkt eines einjährigen Ringens um die Vorherrschaft. Am Ende wird nur eine Mannschaft über allen anderen stehen. Und dieser Höhepunkt verkörpert die hunderten von Stunden, die die Fans in League of Legends investieren – der E-Sport bietet all den fantastischen Momenten eine Bühne, die normale Spieler in Isolation erleben. Jeder punktgenaue Blitz, jeder punktgenaue Kill. Jeder Sieg. Jede Niederlage. Wir beschwören Champions, um etwas zu erfahren, wozu wir körperlich nicht imstande sind. Und die Weltmeisterschaft richtet sich an die Spieler, die bei diesen Erfahrungen ans Limit gegangen sind.

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Weltmeisterschaft 2011: Das Gambit der Königin

Finale, Spiel 1 | against All authority gegen Fnatic

Im Zuge der ersten „League of Legends“-Weltmeisterschaft hat sich aAa aus dem Verlierer-Bracket ins Finale gekämpft, um dort erneut auf Fnatic zu treffen. aAa hatte sich einen eindrucksvollen Vorsprung erarbeitet und war kurz davor, Fnatics Schicksal zu besiegeln. Ein Sieg hätte all ihre Probleme in der Serie vergessen gemacht und sie in ein Entscheidungsspiel geführt. Aber als sich YellOwStaR mit Ashe einen Schritt zu weit vorwagte, wurde er von Brand betäubt und konnte nur noch zusehen, wie sein Lebensbalken dahinschmolz. Da half kein Klicken mehr. Zwei seiner Teamkameraden folgten ihm in den Untergang und ein weiterer wurde über die ganze Karte gejagt. Eine ganze Minute lang musste YellOwStaR auf seinen grauen Bildschirm starren und darauf warten, wiederbelebt zu werden.

Er beruhigte sich und nutzte die Zeit, um seinen Bogen neu zu spannen. Er zog einen Pfeil aus seinem Köcher. Er zielte. Und als er zurück ins Spiel kam, schoss YellOwStaR eine Wiedergutmachung quer über die ganze Karte. Vielleicht hat er ein kurzes Stoßgebet zum Himmel geschickt, als er den Pfeil abfeuerte. Vielleicht hat das Glück sein Geschoss geführt. Aber solche Schüsse werden nur abgefeuert, um zu treffen, um zu durchbohren und ein Spiel aus den Fugen geraten zu lassen. Und wenn sie treffen, stellen sich all die kleinen Härchen am Körper auf und feiern, als hätten sie immer schon gewusst, dass der Schuss treffen würde.

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Weltmeisterschaft 2012: Die kleinen Giganten

Finale, Spiel 3 | Azubu Frost gegen Taipei Assassins

Für jedes Märchen, in dem David Goliath besiegen kann, gibt es tausend Gegenbeispiele, in denen Goliath den kleinen David unter seinen Füßen zermalmt. Die Taipei Assassins schlüpften bei der Weltmeisterschaft 2012 in die Rolle des David – die Außenseiter, die ihre beängstigenden Gegner ein ums andere Mal besiegten. Doch im Finale trafen sie auf Azubu Frost aus Korea, dem Mekka des E-Sports. Dasselbe Korea, das seinem Ruf gerecht werden und die E-Sport-Szene von League of Legends in den nächsten drei Jahren dominieren sollte. Aber der Beginn dieser Dominanz wurde von den Taipei Assassins hinausgezögert.

Toyz war einer der Hauptverantwortlichen dafür, dass dieses System gestört wurde, und bleibt auch heute noch ein Symbol für die Stärke der kaum bekannten taiwanesischen Region. Seine Leistung ist mittlerweile gleichbedeutend mit der Entdeckung Oriannas als verlässliche Wahl für die mittlere Lane. Die Zeit war reif für eine Entscheidung, als er seinem Teamkameraden im Fluss zu Hilfe kam. Schon das Geräusch seiner Schritte veranlasste Azubu, sich in ihren Dschungel zurückzuziehen – es war, als würde man zuschauen, wie eine Maus einen Elefanten erschreckt. Toyz’ Verfolgung war jedoch nicht nur eine Drohgebärde. Er erwischte den gegnerischen Shen gerade noch so und ließ ihn mit Oriannas Kugel in den Tot taumeln – es war die gleiche Kugel, die der kleine David schon im ganzen Turnier geschleudert hatte. 

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Weltmeisterschaft 2013: Eine Spinne von oben

Gruppenphase, Tag 1 | Oh My God gegen Team SoloMid

Kämpfe in der Nähe von Baron Nashor gehören zu den aufregendsten Momenten in League of Legends. Die Stimmen der Kommentatoren werden lauter. Man sieht die kleinen, zögerlichen Schritte, während die Spieler in und um den Hort tänzeln. In diesem Moment scheint die Luft dünner zu werden, als hätten alle – Spieler, Kommentatoren und das Publikum – sie gleichzeitig eingesogen. Ein Baron kann der letzte Anstoß sein, den eine Mannschaft braucht, um den gegnerischen Nexus zu knacken. Aber er kann auch einer Mannschaft neues Leben einhauchen, die schon am Boden war.

Bei der Weltmeisterschaft 2013 hatte OMG aus China, einer der Turnierfavoriten, den Angriff auf den Baron begonnen und machte schnell Wurmfleisch aus ihm. Auftritt TheOddOne – der unerschütterliche „General“ von Team SoloMid. TheOddOne lauerte in der Nähe mit Elise – einer Spinne, die die Sicherheit ihres Netzes verlassen hatte. Dabei ging es nicht um Leben oder Tod, sondern eher um Tod, um zu leben. Da seine Teamkameraden weit entfernt waren und sie viel weniger Gold gesammelt hatten als ihre Gegner, hatte TheOddOne nur eine Möglichkeit: Er musste den Baron mit einem schnellen, gezielten Angriff stehlen. Und so schwang er sich in die Luft, bevor er mit einem himmlischen Schlag wieder herunterkam. Ein letztes „Zerschmettern“ im Angesicht seiner Gegner. Der letzte Angriff des Generals.

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Weltmeisterschaft 2014: Der Räuber des Sieges

Nach einem zermürbenden Spiel bei der Weltmeisterschaft 2014 demonstrierten Fnatic ihren patentierten Mut: Sie wollten OMGs Basis von hinten angreifen und so den Sieg davontragen. Es begann mit einer Teleportation von sOAZ’ Rumble. Dann tauchten plötzlich alle acht Beine von Cyanides Elise in OMGs Basis auf. Und dann folgte xPekes Syndra. Zusammen starteten die Spieler von Fnatic einen erbarmungslosen Angriff auf OMGs Nexus.

Rückblick: Einige Momente zuvor, direkt nachdem Rumbles Teleportation abgeschlossen war, witterte OMGs Loveling die Gefahr und teleportierte sich in seine Basis zurück, während ihm Kog’Maws Schleim noch über den Rücken lief. Rumble steckte gerade Lovelings Nexus in Flammen. Alle paar Schritte raubte ihm die Keule des Roboters mehr Leben. Und gerade, als er das Feuer gelöscht hatte, kamen Elise und Syndra in die Basis. Die Vasallen stießen vor seinen Füßen aufeinander. Der kleine Krieg tobte weiter, aber als sich der Staub legte, stand Loveling neben seinem intakten Nexus. Um ein Haar der Zerstörung entronnen. 

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Weltmeisterschaft 2015: Der Dämonenkönig

Finale, Spiel 4 | KOO Tigers gegen SKTelecom

Als SKTelecom und Faker bei der Weltmeisterschaft 2015 ankamen, waren alle Augen auf sie gerichtet. Jeder ihrer Schritte wurde von den Gefallenen erschwert, die sich an ihren Knöcheln festhielten. Aber das konnte sie nicht aufhalten. Faker, der unangefochten beste Spieler der letzten paar Jahre, wollte mit Ryze ganz nach oben. Einer der kultigsten Champions von League of Legends betrat die Bühne. Faker verkörperte Ryzes Macht und demonstrierte, dass man roher Kraft manchmal nichts entgegensetzen kann.

Faker kehrte auf den Gipfel zurück. Ein König, der über alle anderen herrschte. Er war die letzten Jahre über unangefochten der beste Spieler der Welt. Und während die anderen genannten Champions durch Vielfalt auffielen, stolzierte Faker mit der Ausstrahlung eines Königs herein. Seine Spielzüge zeigten, wie Spiele über den digitalen Raum hinaus Wirkung zeigen können. Das Publikum wurde immer lauter, als das Finale seinen Höhepunkt erreichte. Diese letzten Tötungen läuteten das Ende einer weiteren Saison ein. Jetzt sitzt Faker auf dem Thron, den alle so sehr begehren, die immer nur ans Gewinnen denken – ob Profi oder nicht. Und er empfängt jeden Herausforderer mit offenen Armen.  

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Die Weltmeisterschaft beginnt am 29. September. Welche Champions werden in diesem Jahr beschworen?