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Die stärkenden Hände der Teams - die Trainer

Wieso betreten eigentlich immer sechs Leute die Bühne, wenn ein Team auftritt? Die League of Legends Championship Series ist noch nicht alt, hat aber schon sehr viele Veränderungen durchgemacht. Eine der ersten, aber wichtigsten Änderungen war das in Erscheinung treten der ersten professionellen Trainer.

Ein Trainer? Wozu?

Eigentlich wissen die Spieler doch, was sie zu tun haben, wozu also einen Trainer? Der eSports ist bei weitem nicht so weit fortgeschritten, wie es den Anschein hat. Viele Menschen sehen ihn noch nicht einmal als richtigen Sport an und nur sehr wenige betreiben ihn beruflich oder als Hobby. Die Profis haben zwar Sponsoren, aber ein ganzes Aufgebot an Trainern und Betreuern, wie man es aus dem regulären Sport kennt, gibt es bislang noch nicht (jedenfalls in der Größenordnung). Deswegen übernehmen Trainer von LCS-Teams so ziemlich alle Aufgaben, die in diesen Bereichen anfallen. Das bedeutet, dass die Coaches nicht nur für die Fortschritte im Spielstil, der Teamsynergie oder das Training an sich zuständig sind, sondern zeitgleich auch noch die anderen Aufgabengebiete, wie zum Beispiel richtige Ernährung oder ausreichende Schlafzeiten, abdecken. Sie nehmen Einfluss auf die Auswahlphase, gespielte Champions und sogar auf grundlegende Strukturen des aktiven Spiels, in dem sie Strategien festlegen oder vorgeben. Im Prinzip also das, was zum Beispiel bei einem professionellen Fußballteam ein Trainerstab aus mehreren Leuten macht, eventuelle Köche oder spezielle Physiotherapeuten nicht mit eingerechnet. Aber wer sind die Coaches der Spitzenteams der LCS? Und was macht sie aus?

nyph

Patrick "Nyph" Funke, unter anderem bei SK Gaming, kann als Trainer das Potenzial vieler Spieler steigern.

FC Schalke 04 – Patrick „Nyph“ Funke

Gerade hier im deutschsprachigen Bereich sollte Nyph ein Begriff sein. Seit 2011, also schon vor Saison eins, ist er in der professionellen Szene unterwegs. Seine ersten Erfahrungen mit Videospielen sammelte er in Legend of Zelda, ANNO und World of Warcraft. Als League of Legends auf den Plan trat, verfiel er aber schnell der Kluft. Wie viele Trainer war er zuvor Spieler, gibt nun aber sein Wissen an die nächste Generation weiter. Zudem war er auch in dem einen oder anderen deutschsprachigen Stream der EU LCS dabei. Er verfügt über einen sehr großen Wissensstand über League of Legends und auch seine spielerischen Fähigkeiten lassen keine Zweifel bestehen. Zudem hält er den Rekord für die meisten Unterstützungen in einem LCS-Spiel – ganze 45 Unterstützungen erreichte er im Spiel gegen Millenium in der Sommersaison 2014. Seit Schalke 04 die Mannschaft gekauft hat, besitzt das Team als erste Mannschaft der LCS überhaupt auch die Chance auf professionellere Trainingsabläufe und vielleicht sogar den einen oder anderen Experten.

Pr0lly

Neil "Pr0lly" Hammad, ein großartiger Mid-Laner und der beste Trainer der EU LCS?

H2K – Neil „Pr0lly“ Hammad

Diesen Star muss man als Europäer nicht zwangsläufig kennen, wobei man vielleicht den Namen schon früher gehört haben könnte. Pr0lly war von November 2011 bis Dezember 2014 Mid-Laner für viele Nordamerikanische Teams, wie compLexity Black oder Velocity eSports. Er hat zwei ältere Brüder und hat bereits in seiner Kindheit viel Zeit mit Videospielen verbracht: Zum Beispiel mit Legend of Zelda und Pokemon. Als Coach von H2K hat er es bereits weit gebracht. Unter anderem hat er im Frühling 2015 den Titel als bester Coach der EU LCS erlangt. Dieses Jahr wird die Konkurrenz schon etwas härter und Pr0lly weiß das vermutlich besser als jeder andere. Er legt vor allem viel Wert auf sicheres Gameplay. Bei diesem hohen Niveau ist es, seiner Meinung nach, quasi unmöglich, frühe Kämpfe auszutragen. Die Chance auf einen unerwarteten Ausgang sei zu hoch, weil der Zufallsfaktor eine zu große Rolle spielt.

G2 Esports – Joey „Youngbuck“ Steltenpool

Ähnlich wie Nyph ist YoungBuck in Europa ein bekannter Name. Er war als Top-Laner bei unter anderem den Copenhagen Wolves und bei mousesports. Er hat vor seiner LoL-Karriere vor allem Strategiespiele wie Alarmstufe Rot II und III, sowie Soldier of Fortune II gespielt. Deswegen steht bei ihm Zusammenhalt im Vordergrund. Das Team muss als Einheit funktionieren, sobald es die Kluft betritt, aber auch die Freundschaft zwischen den Teams ist ihm wichtig. Erst vor Kurzem musste er mit dem Austausch von Kikis eine schwere Entscheidung treffen, doch schlussendlich sollte es die richtige Wahl sein. YoungBuck hat außerdem einen immensen Erfahrungsschatz angesammelt. Sein Wissen und der Zusammenhalt des Teams haben im Frühling für eine besondere Überraschung gesorgt. G2E hat Platz eins des Spring Splits erreicht. Er hofft, so lange wie möglich direkt mit Spielern eines Teams interagieren zu können, wie möglich. League of Legends und die damit verbundenen Tätigkeiten liegen ihm im Blut.

youngbuck und deilor

Joey "Youngbuck" Steltenpool und Luis "Deilor" Sevilla - so unterschiedlich wie kaum zwei andere Trainer.

Fnatic – Luis „Deilor“ Sevilla

Deilor ist, im Vergleich zu den drei anderen Trainern hier, eine seltene Ausnahme. Er hat selbst keine professionelle Vorgeschichte mit LoL, sondern spielte Poker. Sein Fokus liegt auf der Auswahlphase und dem Abwägen der jeweils besten Champions für seine Spieler. Er zählt zudem zu den charismatischsten, aber auch zu den strengsten Coaches der EU LCS, doch das Ergebnis und die Platzierungen von Fnatic rechtfertigen dieses Vorgehen wohl zu größten Teilen. Er sieht die Kluft aus einer sehr weiteren, sehr speziellen Sicht, der mentalen Ebene. Jeder Trainer legt natürlich Wert auf das Wohlbefinden der Spieler, aber Deilor geht einen Schritt weiter und so sagte er in einem Interview: „Wenn das Team spielt, stehe ich hinter ihnen, mache Notizen und nach jedem Spiel gehen wir die Strategie, die Fehler und mentale Schwierigkeiten oder Blockaden durch“, ein Trainer also, der mit Leib und Seele für das Wohlbefinden der Spieler sorgt.

Die Zukunft der Trainer

League of Legends ist noch lange nicht ausgewachsen und die Teams werden an ihren Herausforderungen und den Gegebenheiten der LCS wachsen. Die Trainer jetzt waren nur ein Vorgeschmack auf das, was vielleicht noch kommt. Vielleicht erwartet uns bald schon ein ganzer Trainerstab pro Mannschaft, wie auch im regulären Sport.

Interessiert ihr euch für die Trainer? Oder reichen euch die Spieler? Sollten Trainer vielleicht mehr Einfluss auf das Spiel nehmen können? Stehen sie vielleicht sogar der Auswahlphase im Weg? Wie stellt ihr euch die Zukunft der Teams und Trainer im Hintergrund vor? Ich freue mich auf eure Meinungen!