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MSI

Die unangefochtene Nummer eins

Mit einem souveränen 3:0 Sieg gegen CLG, kann der aktuelle Weltmeister SK Telecom T1 endlich den ersten MSI-Titel verbuchen. Das Spitzenteam aus der koreanischen LCK setzte sich nach einer durchwachsenen ersten Turnierwoche ohne größere Probleme gegen das Überraschungsteam aus Nordamerika durch. Durch diesen Sieg hat SKT als erstes Team überhaupt alle wichtigen Turniere mindestens einmal für sich entscheiden können und kann somit zurecht als bestes Team aller Zeiten gewertet werden.

Die Freude war groß: Nachdem sich im letzten Jahr SKT im Finale gegen Edward Gaming geschlagen geben musste, vervollständigte der zweimalige Weltmeister seine Trophäensammlung und hält nun zum ersten Mal den MSI-Pokal in seinen Händen. In einem überlegenen Finalsieg gegen CLG spielte das Team groß auf und zeigte kaum Schwächen. Der Weg war kein leichter, doch mit dem außergewöhnlichen Einsatz aller Beteiligten, konnte trotz einer schwachen ersten MSI-Woche, das finale Ziel erreicht werden. 

Zuerst durchwachsen, letztendlich überlegen

Schanghai

Zwei Wochen gab es aktionsreiche Künste in Schanghai zu sehen

Als großer Favorit und aktueller Weltmeister, war für viele Experten im vornerein klar, dass SKT beim Mid-Season Invitational 2016 ohne Probleme das Finale erreichen wird. Doch eine durchwachsene erste Woche, die zwischenzeitlich vier aufeinander folgende Niederlagen mit sich brachte, ließ viele an der Überlegenheit des koreanischen Teams zweifeln. Den Heimvorteil zu Nutze gemacht, setzte sich Royal Never Give Up als Gruppenerster durch und das schwächelnde SKT, musste auf Grund der enttäuschenden Leistungen, bereits im Halbfinale gegen den starken chinesischen Konkurrenten antreten.

Nach einer hart umkämpften Niederlage, spielte SKT sich zurück und konnte in einer bekannten und von vielen erwarteten Souveränität, das Halbfinale mit 3:1 gegen RNG für sich entscheiden. Die Revanche für das verlorene Finale der letztjährigen MSI war somit perfekt und der erste MSI-Titel kam in greifbare Nähe.

Das Halbfinale zeigte wie die Maschinerie SKT funktioniert: Es ist durchaus möglich, ein oder zwei Spiele gegen diese Mannschaft zu gewinnen, aber in einem Best-Of-5 sind die Weltmeister kaum zu schlagen. Spätestens nach zwei Spielen haben die Koreaner das gegnerische Team ausreichend analysiert, um anschließend die Schwächen derer ausnutzen zu können. Denn kein Team versteht es besser, sich wechselnden Bedingungen schnell und erfolgreich anzupassen. Doch der ruhige, vor allem auf hohe Präsenz und Mannschaftskämpfe orientierte Stil, zeigte in den Vorrundenspielen so einige Makel auf. Die hohe Aggressivität der chinesischen und taiwanesischen Konkurrenten, führte zu dem mittelmäßigen Vorrundenergebnis. Dass SKT in der Lage ist, dieses Spiel entgegen zu wirken, zeigte sich dann in dem Halbfinalspiel gegen RNG. Gerade die vierte Partie dieser Serie, kann als eine herausragende Leistung angesehen werden: Kein Toter und noch alle Türme – in einem perfekten Spiel, wurde die Taktik des Gegners in ihre Einzelteile zerlegt und alle Schwächen rigoros ausgenutzt. Die anfänglich zögerlich wirkenden und mit untypischen, individuellen Fehlern behafteten Spiele der Vorrunde, waren somit bereits in Vergessenheit geraten und die bekannten Stärken des koreanischen Meisters, zeigten sich in voller Blüte. Mit diesem Sieg im Rücken trat SKT gestärkt gegen die Überraschungsmannschaft des Turniers, Counter Logic Gaming, zum großen MSI-Finale 2016 in Schanghai an.

Sang-hyuk "Faker" Lee

Selbstbewusst und mit einem Lächeln beschreitet Sang-hyuk "Faker" Lee das Finale

Das Finale

Mit starken Gruppenkämpfen und einer für nordamerikanischen untypischen Turnierleistung, konnte sich CLG für das Finale qualifizieren. Die bei internationalen Turnieren sonst eher schwächelnde Region Nordamerika, setzte sich nach einer starken Vorrunde gegen das taiwanesische Team Flash Wolves im Halbfinale durch. Ein Sieg gegen den Weltmeister SKT käme einer Sensation gleich und würde das uns bekannte League Universum komplett auf den Kopf stellen.

CLG

CLG auf dem Weg zur Bühne

Doch im Finale zeigte sich wieder einmal die Überlegenheit des koreanischen Teams. Bereits nach drei Spielen konnte dieses von Seiten SKTs gewonnen werden. Der klare Sieg demonstrierte die Stärke der koreanischen Liga ein weiteres Mal und zeigte, dass SKT noch immer die stärkste Mannschaft der Welt ist. Nicht nur in Gruppenkämpfen oder mit taktischer Finesse glänzte SKT auf, sondern auch in teils genialen Einzelleistungen: Superstar Sang-hyuk "Faker" Lee spielte groß auf und trumpfte mit Azir und Ryze. Er ließ CLGs Mid-Laner Jae-Hyun „HuHi“ Choi im direkten Duell keine Chance und bewies in den Teamkämpfen wieder einmal, warum er seit Jahren zu den absoluten Weltklassespielern gehört. Doch nicht nur Faker zeigte eine überragende Leistung: Support Jae-wan "Wolf“ Lee, setzte im Finale ganz auf Nami. Durch die gekonnt eingesetzten Fähigkeiten, konnte CLG in den Kämpfen kontrolliert und ausgespielt werden.

Viele hatten sich ein Sieg für CLG gewünscht: Nach Jahren ohne nennenswerte Titel für die nordamerikanische Region, wäre ein Sieg gegen die oftmals übermächtig wirkenden Koreaner eine willkommene Abwechslung. Im Finale zeigte sich dann, dass die stiefmütterlich behandelte nordamerikanische Region teilweise mit der besten Region der Welt mithalten kann, ein Sieg in einem Best-Of-5 aber noch in weiter Ferne ist. Nach wie vor steht Korea für die beste Region und SKT konnte wieder einmal ihre ganze Stärke zeigen. Der Finalsieg ist der verdiente Lohn für harte Arbeit, Disziplin und einem nach wie vor ungebrochenen Siegeswillen.

Die Auswirkungen des MSI-Titels

Aphromoo freut sich

Zaqueri „Aphromoo“ Black kann sich trotz Niederlage über die gezeigte Leistung freuen

Durch diesen Titel, darf mit Fug und Recht behauptet werden, dass SKT das beste Team aller Zeiten ist. Keine andere Mannschaft kann so viele internationale Titel verbuchen. Der zweimalige Weltmeister begeistert bereits seit Jahren mit einem kontrollierten und taktisch überlegenen Spiel. Aber das Mid-Season Invitational 2016 in Schanghai war nicht nur das Schaulaufen des Weltmeisters, auch andere Regionen wussten zu beeindrucken. Vor allem die erste Turnierwoche trumpfte mit allerlei spannenden Spielen und Ergebnissen, welche so einige Erkenntnisse mit sich bringen:

Ein stark aufspielendes Wildcard-Team, zeigt dass die Lücke zur internationalen Konkurrenz immer kleiner wird. Europa hat nach einem desaströsen Turnierverlauf einiges an Hausaufgaben zu machen, um an alte Erfolge anknüpfen zu können. Nordamerika ist erstmals seit Jahren wieder in der Weltspitze vertreten und kann mit breiter Brust in Richtung Weltmeisterschaft schauen. Taiwan ist eine oftmals zu Unrecht vernachlässigte Region, welche aber konstant seit Jahren bei internationalen Turnieren um Titel kämpft. China ist nach wie vor ein starker Anwärter auf Titel, unregelmäßige Leistungen verhindern aber größere Erfolge. Korea ist und bleibt die stärkste Region und beweist sich immer dann, wenn es am meisten darauf ankommt.

Es wird noch einige Zeit vergehen, bis das nächste große internationale Turnier ansteht - die Weltmeisterschaft. Die nächsten Monate werden entscheidend sein, um zu sehen, wie die anderen Regionen die Lücke zu Korea schließen können. Für viele Mannschaften ist diese bereits kleiner geworden, für andere wiederrum größer, nichtdestotrotz entwickelt sich die internationale Szene immer mehr zu einer Art Katz und Maus Spiel, in dem es gilt die große Übermacht Korea endlich bezwingen zu können.