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MSI

Eine Kultur für sich – League of Legends in China

27 Server aber doch nur eine Region? Kostenloses Essen für Challenger? League of Legends in China ist verglichen mit hier eine komplett andere Welt. Was in der chinesischen Variante des Spiels noch anders ist, erfahrt ihr hier in fünf absurden Fakten.

Nach dem Mid-Season Invitational 2015 im sonnigen Florida, findet das Turnier dieses Jahr, vom 4. bis zum 15. Mai, in Schanghai, der zweitgrößten Stadt Chinas statt. Wie auch im Jahr davor treten die Gewinner des Spring Splits jeder Region, also Europa, Nordamerika, Südkorea, China und Südostasien, sowie ein weiteres Wild-Card-Team aus den kleineren Regionen gegeneinander an. China als Gastgeber für ein professionelles Event gab es bisher nur einmal. Das allererste All-Star Turnier 2013 fand damals auch in Schanghai statt. Seither hat sich sehr viel verändert, vor allem ist die Popularität des Spiels immens gewachsen, gerade in China. Wir in Europa bekommen von der League of Legends Kultur in Asien nur wenig mit, deswegen wissen viele gar nicht, wie sehr sich die Herangehensweise an dasselbe Spiel in verschiedenen Teilen der Welt unterscheidet. Generell sind die Spieler in chinesischen Ranglistenspielen sehr ehrgeizig, was zu guten Spielen, aber auch viel Emotionen im Spiel führt. Da viele Spieler zuhause keinen guten Computer haben, spielen sie League of Legends hauptsächlich von Internetcafés aus. In speziellen Cafés für Gaming kann man dort recht günstig Computer mieten. Doch das ist erst der Anfang der Unterschiede von China verglichen mit Europa oder Nordamerika. Was sonst noch skurriles in der Welt von League of Legends in Asien passiert, erfahrt ihr jetzt in fünf interessanten und absurden Fakten über die League-Kultur in der China.

Fakt Nr.1

Karthus Original

Gesichtslos: Karthus im chinesischen LoL-Klienten

Für sehr viele wahrscheinlich der Traum schlechthin: Teemo kostet auf dem chinesischen Server tatsächlich 6300 EP, anstatt den 1350 Erfahrungspunkten, die man im Shop auf den westlichen Servern für den Yordle blechen muss. Das liegt daran, dass in China die Champions nicht mit dem Alter billiger werden, sondern die populärsten Champions am meisten kosten. Doch das ist nicht das einzige, was uns beim ersten Besuch des chinesischen Ladens auffallen würde. Sehr viele Grafiken für Champions und Skins sehen in China komplett anders aus. Da die Abbildung von Skeletten und Blut dort ein sehr schwieriges Thema ist, ist zum Beispiel das Gesicht von Karthus in der chinesischen Version versteckt. Doch auch viele andere Grafiken sind an den chinesischen Zeichenstil angepasst. Trotzdem wurden in den letzten Jahren etliche Bilder direkt aus China in unseren Shop übernommen. Beispiele dafür sind die Grafiken von Renekton oder “Auserwählter Master Yi”. In Zukunft wird es allerdings keine Unterschiede bei Grafiken zwischen den Servern geben. In den nächsten Patches werden alle Champions und Skins einheitlich gestaltet.

Fakt Nr. 2

Serverwahl China

Die Serverauswahl für chinesische Spieler.

Für viele ganz neu ist der Fakt, dass LoL in China nicht nur aus einem Server besteht. Insgesamt 27 Server bilden das Netzwerk der Volksrepublik. Die Server werden von zwei großen Telekommunikationsfirmen geleitet und ermöglichen jeweils ca. 650000 Spieler gleichzeitig das Spielen. Am beliebtesten sind die 19 Server der chinesischen Telekom, die ganz einfach die Namen 电1 bis 电19 tragen (电 heißt übersetzt übrigens Strom). 电1, oder auch Ionia genannt, ist der älteste Server und beherbergt damit die erfahrensten und wahrscheinlich besten Spieler. Auch die chinesischen Profis sind auf 电1 anzutreffen.

Fakt Nr. 3

Rabatt für Ranks

Kostenloses Essen für Challenger? In China ist's möglich.

Wer bisher dachte: “China ist ganz schön verrückt”, der wird sich bei den nächsten Fakten noch wirklich wundern. In der Volksrepublik hat League of Legends nämlich die Barriere der Virtualität inzwischen durchbrochen und Referenzen an das Spiel findet man im alltäglichen Leben. Erst kürzlich hat die Fast Food Kette “Kentucky Fried Chicken” zum Jubiläum von LoL drei League of Legends Mottofilialen eröffnet. Neben den an Champions angelehnten Menüs bekommt der Kunde beim Kauf eines solchen auch Codes, mit denen man Skins für eine bestimmte Zeit freischalten kann. Der Platz in der Rangliste in zwar KFC egal, einem bestimmten Sushi-Restaurant war das letztes Jahr aber nicht.

Das King Sushi Buffet hat mit einer Aktion die LoL-Spieler aus der Kluft ins Restaurant gelockt - mit Rabatten abhängig vom Rang. Für Spieler in Bronze gab es 10 Prozent Rabatt und immer weiter bis zu Challengern, die das Essen tatsächlich umsonst bekommen haben. Wie fändet ihr sowas in deutschen Restaurantketten?

Fakt Nr. 4

Lucian

Lucian, der Läuterer. In China besser bekannt als "Obama".

Viele der Namen von Champions sind im chinesischen sinngemäß übersetzt. So heißt Garen übersetzt “Ritter von Demacia” und Jarvan IV “Prinz von Demacia”. Um nicht immer die langen Namen der Champions ausschreiben zu müssen, haben sich mit der Zeit Abkürzungen gefunden. Aus “Ritter von Demacia” wird einfach “Demacia”, aus “Prinz von Demacia” nur “Prinz”. Yī fú lín, der originale Name von Evelynn ist den Chinesen auch zu lang, woraus sie einfach “E fú” gebildet haben. Doch der Preis für den skurrilen Spitznamen geht definitiv an Lucian. In China nennt man den Schützen ganz einfach “Obama”.

Fakt Nr. 5

Lee Sin

In Chinas hohen Rängen in jedem Spiel dabei: Lee Sin, der blinde Mönch

Auch die Championauswahl und die Präferenzen in China sind sehr verschieden. Einer der größten ist die Vorliebe der chinesischen Spieler für Mejais Seelenstehler. Auf den meisten Champions in der Mid-Lane wird das Item oft unabhängig von der Leistung im laufenden Spiel gekauft. Ein schon sehr beliebter Champion im Westen ist Lee Sin. Seine Stellung  in China ist aber nochmal eine ganz andere Geschichte. In den höheren Rängen hat der blinde Mönch eine nahezu einhundertprozentige Pickrate. Passend zu Lee Sin sind auch auf den anderen Lanes passive Champions eher unbeliebt. Supporter lieben aggressive Champions wie Leona und Blitzcrank, weshalb auch sehr oft viel Action noch vor dem Erscheinen der Vasallen entsteht.