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Eine Zeitreise mit Fnatic

Als dominierende Kraft Europas von der Weltmeisterschaft kaum wegzudenken ist Fnatic. Der Name ist weltweit ein Begriff, die Spieler bekannt und respektiert, dieses Jahr möglicherweise sogar gefürchtet. Von der ersten Weltmeisterschaft an vorne mit dabei, wird Fnatic oft mit dem nordamerikanischen Team “Team SoloMid” verglichen, auch in der hohen Zahl der Anhänger.

Aber wie jedes Team hat auch Fnatic in der Geschichte von League of Legends Höhen und Tiefen erlebt. Ständige Wechsel und eine komplette Neufindung zu Beginn der fünften Saison machen es der Organisation möglich, immer bei den ganz Großen zu mindestens auf regionaler Ebene mitzuspielen.  Doch wie genau sah das Team bei den letzten Weltmeisterschaften aus, welche Veränderungen wurden intern durch die Jahre vorgenommen und wie stehen die Chancen in diesem Jahr?

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Weltmeisterschaftsskins der ersten Saison

Die erste Generation Fnatic: Die Weltmeister.

Ihre ersten Auswüchse in das Spiel League of Legends hatte die Organisation Fnatic bereits in 2011. Sie kauften die Teamaufstellung von "myRevenge" auf, der aus Manuel "LaMiaZeaLoT" Mildenberger, Peter "Mellisan" Meisrimel , Maciej "Shushei" Ratuszniak und den Veteranen Enrique "xPeke" Cedeño Martínez  und Lauri "Cyanide" Happonen bestand. Obwohl es für heutige Begriffe schwer vorstellbar ist, spielte xPeke nicht dauerhaft Mid-Lane. Er war auch nicht der bekannteste Spieler der Gruppe, diesen Status sollte er erst viel später erlangen, durch seinen weltberühmten,  riskanten "Backdoor-Move".

Das Team qualifizierte sich für die erste Weltmeisterschaft überhaupt im Sommer 2011. Da xPeke unglücklicherweise seinen rechtzeitigen Flug verpasste, musste das restliche Team die Gruppenphase mit einem Ersatzspieler spielen, Bram "wewillfailer" de Winter. Sie konnten sich gerade so in die nächste Runde retten.  Weil es ein System der doppelten Eliminierung gab, zogen sie nach dem Sieg im Halbfinalspiel, nun mit xPeke,  weiter in das Spiel der Gewinner der vorherigen Runde. Dort setzten sie sich dann gegen against All authority durch, ein französisches Team in dem Paul "SoaZ" Boyer und Bora "YellOwStaR" Kim  Mitglieder waren, und qualifizierten sich für das Finale. Das französische Team musste das Verliererspiel spielen und sicherte sich durch einen Sieg dort einen Finalplatz. Da Fnatic als erstes Team in die Endrunde gekommen war, wurde ihnen automatisch eine Führung von 1:0 zugesprochen.  Am Ende ging die Serie 2:1 für Fnatic aus, was sie zu den ersten Weltmeistern machte. Besonders eindrucksvoll waren die innovativen Strategien, die das Team in die League Szene brachte. Heute bleibt den Spielern, neben wichtiger Erinnerungen, noch ein weiteres Andenken an diesen Sieg: Die Fnatic Skins für Janna, Corki, Gragas,  Jarvan IV.  und Karthus.

Nach der Weltmeisterschaft nahm Fnatic zwar weiterhin an Turnieren teil, sogar ein dominanter erster Platz bei der IEM New York war dabei, doch sobald die zweite Saison anbrach, blieben die großen Erfolge aus. Mellisan entschied sich seine Karriere zu Gunsten der Schule zu beenden und der neue Supportspieler wurde der bisherige Ersatz Patrick "Pheilox" Riehl. Im Juni 2012 verabschiedete sich Fnatic von ihrem langjährigen Top-Laner Sushei, der durch SoaZ ersetzt wurde.  Trotz all dieser Änderungen wurde das Team in dem Vorentscheid für die zweite Weltmeisterschaft von CLG.eu um den dritten Platz geschlagen und sie konnten somit nicht teilnehmen.

Die zweite Generation: Die Ära Fnatic.

Nachdem sie daran scheiterten sich für die zweite Weltmeisterschaft zu qualifizieren, sie leiteten damit einen Trend ein, der sich bis heute durchzieht: Ein Weltmeister konnte noch nie seinen Titel verteidigen,  entschied sich LaMiaZeaLoT dazu seine Karriere zu beenden. Ein junger, talentierter Schütze hörte dies und kontaktierte xPeke und schlussendlich spielte er tatsächlich die nächsten Turniere mit dem Team. Immer mit Fnatic in Verbindung gebracht seit 2012, gehört mittlerweile zu deren Topspielern: Martin "Rekkles" Larsson. Mit ihm fand das Team endlich wieder zu voriger Stärke zurück, was ihnen unter anderem einen ersten Platz bei Dreamhack Winter 2012 und einen zweiten Platz bei IPL 5 einbrachte. Als sich herausstellte, dass mit der Kreation des LCS  Rekkles auf Grund seines Alters nicht spielen konnte, stoß YellOwStaR als neuer AD Carry dazu.

Zu Beginn des neuen Jahres 2013 meldete sich Fnatic auch weltweit eindrucksvoll zurück. Im Januar machte sich xPeke einen Namen, als er bei der IEM Katowice durch seinen berühmten "Backdoor-Move" SK Gaming schlug. Der Spielzug ist inzwischen zum Kult geworden und wurde seitdem immer mit xPeke in Verbindung gebracht. Fnatic hat gezeigt, dass man sie in der dritten Saison nicht auszählen darf – und tatsächlich: Der erste europäische LCS Titel ging an Fnatic im April 2013. SoaZ wurde mit vier anderen Spielern zum All Star Event gewählt, wo er einen Preis als bester Top-Laner erhielt.  Im Sommer wird Christoph "nRated" Seitz  aus seinem Vertrag entlassen und zur Überraschung aller wechselte YellOwStaR von der Rolle des Schützens zu der des Supports und Johannes "puszu" Uibos, ein relativ unbekannter Carry, kam in die Aufstellung. Rollenwechsel waren immer schon schwer umstritten und obwohl YellOwStaR anfangs Probleme hatte, schien er sich dann doch in die Rolle einzufinden. Heute wissen wir natürlich, dass dieser Wechsel einer der besten Rollenwechsel in der Geschichte von League überhaupt gewesen ist.  Der Split verlief eher negativ für das Team, aber zu den Playoffs waren die Jungs dann wieder auf voller Höhe. Sie setzten sich einer 6-Teams-Patt Situation gegen alle durch und kämpften sich zum zweiten Titel in Folge.

Auf Grund ihres starken Auftritts in den Playoffs des Splits, ging Fnatic als Favorit in ihre Gruppe hinein. Anfangs war unklar, ob Rekkles, der inzwischen ins richtige Alter gekommen war, für das Team spielen würde. Doch sie blieben bei ihrem ADC aus der Saison, puszu. Fnatic fanden sich also in einer Gruppe mit dem amerikanischen Team Vulcun, Gambit Gaming und dem koreanischen Team Samsung Ozone. Ihr erstes Spiel gegen Vulcun verloren sie dann aber überraschend. Doch Fnatic lässt den Kopf nicht hängen und schlug stärker denn je zurück. Kein einziges Spiel verloren sie in der Gruppenphase nach diesem Ersten. Mit einer Kombination aus unterstützenden Champions für Schütze und Jungler, dafür aber zwei Assassine auf Top- und Mid-Laner überraschten sie ihre Gegner komplett. Cyanide wählte Aatrox und Elise im Dschungel, was kaum einer vor ihm gemacht hat. Enrique überzeugte auf Champions wie Zed oder, wer auch anders, Kassadin. Sie ziehen mit einem Resultat von 7:1 in das Viertelfinale ein und schicken damit Samsung Ozone nach Hause, dabei viele Spieler die ein Jahr später als Samsung White die Weltmeisterschaft gewinnen sollen. Im Viertelfinale trafen Fnatic auf Cloud9, das Team, dass im Sommer die nordamerikanische Szene dominiert hatte. C9 hatte als nordamerikanisches Team nicht in der Gruppenphase spielen müssen. Es wurde vermutet, dass die Serie sehr eng und spannend verlaufen wird und Cloud9 das europäische Team schlagen kann. Doch obwohl C9 ein Spiel für sich entscheiden konnte, war die Serie doch vor allem einseitig gespielt und schlussendlich gewonnen von Fnatic. Dies führte zu einer kleinen Rivalität zwischen beiden Teams. Weiter im Halbfinale traf Fnatic auf das chinesische Team Royal Club mit deren Starschützen Jian "Uzi" Zihao. Die Taktik Fnatics nun keine Überraschung mehr, fokussieren die Chinesen vor allem xPeke und seine Mid-Lane. Sie stahlen viele wichtigen Objekte und regierten die Karte. Trotz einer Niederlage von 1:3 für das europäische Team, waren die Spiele ausgeglichen und mit Recht konnten sie stolz auf ihre Leistung sein.

Zum Start der vierten Saison in der Geschichte von League of Legends stoß nun endlich offiziell Rekkles, der inzwischen 17 geworden war, zu dem Team dazu. Er hatte viel Zeit im letzten Jahr mit dem Team verbracht, selbst ein Beta-Team geleitet und ab und zu bei anderen Teams ausgeholfen, wie zum Beispiel bei der Promotion der Copenhagen Wolves. Mit Rekkles vergrößerte sich der Hype um Fnatic noch mehr, da er trotz seines jungen Alters schon einiges an Erfahrung und natürlich viel Talent mitbrachte. Im Frühlingssplit 2014 schien es zunächst auch wirklich so auszusehen, als ob Fnatic weiterhin die dominante Kraft in Europa bleiben würden. Sieben Spiele, gegen jedes Team in der Liga, gewann die Gruppe vom Start an. Dann jedoch der Einbruch: acht Spiele folgend verloren sie, noch einmal gegen jedes Team in der Liga. Man sah die Macht von Fnatic schon gebrochen, aber sie rafften sich wieder auf und erreichten an der IEM Kattowice den zweiten Platz. Danach schienen sie ihre Form wieder gefunden zu haben und sie kämpften sich erneut zu einem LCS Titel durch. Der dritte in Folge.

Nach dem Sieg hieß es für Fnatic Koffer packen und sie gingen nach Paris, um am neuen All Star Event teilzunehmen. Doch nicht genug Fokus auf Training und zu wenig Vorbereitung im Sinne von den anderen Teams, die am Turnier teilnahmen (darunter der Weltmeister SK Telecom T1K) zeigten sich im Spiel deutlich. Besonders SoaZ und Cyanide konnten sich kaum durchsetzen, aber auch Rekkles trug das Team trotz vieler Tötungen nicht. Mit nur einem Sieg verließen sie die Gruppenphase, um dann von SKT mit einem klaren 3:0 nach Hause geschickt zu werden. Es war ein kleiner Vorgeschmack auf das, was in dem nächsten Split passieren sollte.

Im Sommer zeigte sich erstmal zwei Dinge in der europäischen Liga: Die Zeit der Assassinenchampions in der Top-Lane und unterstützenden Jungler, die Fnatic so gut in die Hände gespielt hatte, war vorbei und ein Coach war nun fast für jedes Team nötig. Fnatic, die sich bisher gegen das Anpassen gewehrt hatten zeigen die Tendenz immer ein Spiel zu gewinnen und das Nächste aber wieder zu verlieren. Erst als Alvar Martin "Araneae" Aleñar  zu ihnen stößt, scheint der Fluch gebrochen zu sein. Eine perfekte Superweek leitet eine Serie an Gewinnen ein, die Fnatic am Ende wieder ins Finale brachte. Dieses Mal jedoch war die Arbeit dorthin viel größer als in den vorausgegangenen Jahren.  Im Finale dann selbst, in einer spannenden 3:1 Serie, fielen Fnatic dann Alliance zum Opfer, dem neuen Superteam, dass Froggen zu Beginn des Jahres zusammengetrommelt hatte. Fnatic war zum ersten Mal entthront und schwere Enttäuschung machte sich breit, aber man hatte ja noch die Weltmeisterschaft auf die man sich vorzubereiten hatte. Ihr zweiter Platz sicherte ihnen dort einen Platz.

Bei der Weltmeisterschaft letztes Jahr wurde also zum ersten Mal ein Gruppenziehungsystem eingeführt, was Fnatic aber vielleicht gern wieder geändert gehabt hätte. In einem Gruppe mit dem ersten Team aus Korea, SSB (Samsung Blue), dem zweiten Team aus China, OMG, und dem dritten Team aus Nordamerika LMQ fand sich die Truppe in der "Gruppe des Todes" wieder. Obwohl sie einen Monat in Korea ein Bootcamp durchgeführt hatten, schien die Hürde, es dieses Mal in das Viertelfinale zu schaffen, kaum machbar.  Natürlich verloren sie das erste Spiel gegen LMQ sofort, aber in Fnatic Manier machten sie ein Comeback am zweiten Tag mit einem Sieg gegen den Gruppenfavoriten Samsung Blue. Nach einer weiteren Niederlage am gleichen Tag schien das Weiterkommen von dem nächsten Spiel gegen OMG abzuhängen. Was folgte war ein  langes, spannendes Spiel gegen das chinesische Team, das Fnatic Fans weltweit heute noch das Herz brechen lässt. Fnatic war sehr nah am Sieg dran, der Nexus schon fast zerstört und doch konnten sich die Chinesen noch einmal verteidigen, ein Comeback einzuleiten und den Sieg zu holen. Eine riesige Enttäuschung machte sich breit und obwohl Rekkles im nächsten Spiel nicht nur eine unglaublich hohe Anzahl an Tötungen, sondern auch eine Fünffachtötung erreichte, musste sich Fnatic nach der Gruppenphase von der Weltmeisterschaft verabschieden. Dies Lag nicht nur daran, dass die gespielte Meta, eine Mischung aus Tanks und Carry -Junglern nicht zu dem Stil Fnatics passte, oder den unzähligen Versuchen das ganze Team um Rekkles agieren zu lassen (und dabei xPeke als Carry total zu vernachlässigen), sondern auch daran, dass die Einzeldarbietungen der Spieler nicht auf der gewöhnlichen Höhe waren. Nicht unerwähnt soll natürlich bleiben, dass xPeke, nach einer eher durchwachsenen Saison, erneut zeigen konnte was er drauf hatte. Er sorgte für packende Mid-Lane Kämpfe, unter anderem ein Talon – Zed Duell mit SSB Mid-Laner Dade, das so schnell verlief, dass den Zuschauern der Atem wegblieb.

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Gruppenfoto mit dem Manager

Die dritte Generation: Wie der Phönix aus der Asche.

Mit einer Leistung, die einen bitteren Beigeschmack im Mund hinterließ, begann für Fnatic also die Zeit außerhalb der Saison.  Schnell kamen Gerüchte auf, dass der hoch gelobte Schütze Rekkles sein altes Team für die erfolgreichere Gruppe von Alliance verlassen würde. Viele Fans sahen dies als Verrat an der Organisation an, die so viel Zeit in das junge Talent gesteckt hatte. Außerdem gab Veteran Cyanide bekannt, dass er in den Ruhestand gehen würde und sich vor allem auf Streams konzentrieren wolle und noch etwas änderte sich: xPeke verließ das Team um seinen eigenen Weg zu gehen und seine eigene Organisation zu begründen, ein Traum für ihn seit langer Zeit. SoaZ folgte seinem Kollegen zu dem neuen Team Origen und damit zurück in die Challenger Szene. Damit hatte Fnatic nicht nur vier wichtige Spieler, sondern auch ihr bisheriges Gesicht, xPeke, verloren. Obwohl er mit dem Gedanken spielte selbst in den Ruhestand zu treten, blieb YellOwStaR seinem Team treu und wurde damit belohnt eine große Entscheidungsmacht darin zu haben, wer in das "neue" Fnatic aufgenommen werden sollte.

Fans mussten bis kurz vor den Start der LCS im Januar diesen Jahres warten bevor sie endlich herausfanden, welche Spieler in dem komplett neugefundenen Team sein werden. Überraschend war, dass keine bekannten Spieler unter ihnen waren, wenn man von Fabian "Febiven" Diepstraten  einmal absieht, der mit H2K bereits ein bisschen an Berühmtheit gekommen war. Nicht Erik "Tabzz" Van Helvert , nicht Marcel "Dexter" Feldkamp , sondern ein komplett ungetesteter Schütze Pierre "Steeelback" Medjaldi , ein koreanischer Jungler, in Korea selbst nur "Game Over" genannt, Yeu Jin "Reignover" Kim  und ein komplett unbekannter Top-Laner, Seung-Hoon "Huni" Heo. Niemand wusste was von dieser Gruppe zu erwarten war oder erwartete viel. Doch das Eröffnungsspiel gegen die neu-benannten Gegner Elements, mit ihrem alten ADC Rekkles aufgestellt, gewann dieses neue Team ohne Probleme. Es ging tatsächlich einige Wochen, bis sie überhaupt geschlagen wurden. Die Freude unter den Fans war riesig. Das Vertrauen der Organisation und in YellOwStaR schien sich mehr als nur ausgezahlt zu haben. Noch einmal wirbelte Fnatic durch die Playoffs und zu einem Sieg im europäischen LCS. Der Thron war zurückerobert.

Der Sieg sicherte ihnen ein Ticket für das neu geformte Mid Season Invitational in Florida. In diesem Turnier sollte das Team zum ersten Mal auf einer großen Bühne gegen die besten Teams weltweit getestet werden. Die Gruppenphase begann mit einem sehr überzeugenden Sieg über die nordamerikanische Mannschaft Team SoloMid. Die nächsten Spiele verliefen meist auch gut, obwohl Fnatic gegen jedes Team außer Beşiktaş e-Sports Club verlor. Im Halbfinale trafen die Europäer nun auf die gefürchteten SK Telecom T1 mit ihrem Star Sanghyuk "Faker" Lee.  In einer spannenden fünf Spiele Serie zeigte Fnatic eindrucksvoll, wo genau auf der Weltbühne sie stehen wollen:  Ganz oben. Obgleich die Serie am Ende für SKT ausging, Fnatic hatte ein Statement gemacht und eine große Fußspur hinterlassen. Egal ob komplett neues Team, sie wollen immer noch bei den großen Teams mitspielen.

Zurück in Europa, gab die Organisation die Rückkehr ihres verlorenen Sohnes bekannt: Rekkles, der in seinem neuen Team Elements kein Glück gefunden hatte, kam zu seinem Team zurück. Ein riskanter Zug, da momentan die Gruppe mit Steeelback wie eine geölte Maschine funktionierte. Doch erneut wurde das Team für ihre Zuversicht belohnt. Kein einziges Spiel verloren sie bis zum ersten Finalspiel gegen ihre ehemaligen Kollegen in Origen, die sich inzwischen für die LCS qualifiziert hatten. Das ist Rekord. Viel des Erfolgs wird dem Coach Luis „Deilor“ Sevilla zugeschrieben, der klare Ziele und Regeln für das relativ junge Team festsetzt, aber auch der Wille der Spieler hart zu arbeiten und viel zu lernen. Als erster Seed zieht Fnatic nun noch einmal in eine Weltmeisterschaft ein, die für YellOwStaR seine fünfte ist. Interessant ist, dass mit SoaZ und xPeke, die sich mit Origen ebenfalls qualifiziert haben, vier der fünf Spieler wieder bei der Weltmeisterschaft dabei sind, die letztes Jahr für Fnatic angetreten sind.

Worlds 2015 – Vorausschau.

Fnatic zieht also in ihre vierte Weltmeisterschaft und dieses Mal nicht als Geheimfavorit.  Viele Zuschauer sehen sie ganz vorne mit dabei, Fans sogar im Finale. Es wird gehofft eine Antwort auf die Dominanz der östlichen Teams gefunden zu haben und diese vielleicht sogar brechen zu können. Natürlich lässt auf dieses Urteil nur das Auftreten bei dem MSI Turnier schließen, aber Viele hoffen, dass mit Rekkles in der Gruppe ein Sieg über SKT möglich wäre.

Sicher ist, dass Fnatic als klare Spitze ihrer Gruppe gesehen werden. Nach der Ziehung fand sich das Team in Gruppe B gegen den dritten Platz aus China Invictus Gaming, das taiwanesische Team AHQ und dem dritten Seed aus Nordamerika: Cloud9. Dies ermöglicht nicht nur ein spannendes Spiel zweier alter Rivalen, sondern könnte auch für so manche andere Überraschung gut sein. Die Stärken von IG sind nicht auszuschließen und AHQ hat bereits beim MSI unter Beweis gestellt, dass es Fnatic die Stirn bieten kann. Obwohl Fnatic hier die Favoriten für den Gruppensieg sind, wird es garantiert keine einfache Angelegenheit  und die Spieler sehen dies definitiv auch nicht so. Trotz vieler Siege und einer großen Anzahl an Championkombinationen, die sie ausspielen können, nehmen sie jeden Gegner sehr ernst, zeigen keine Arroganz und bereiten sich ausreichend vor.  Gerade befinden sie sich wieder in einem Bootcamp in Korea und haben mit die höchsten Plätze in der koreanischen Solorangliste inne, nach nur einem Monat.

Fnatic sind ein Team, die von Anfang auf der weltweiten eSports-Bühne dabei gewesen ist und überzeugt hat. Jeder kennt ihren Namen und niemand unterschätzt sie. Ob man sie nun mit Shushei, xPeke oder YellOwStaR in Verbindung bringt, der Name bleibt der Gleiche. Ihre Leistungen und Highlights vergisst wohl niemand so schnell. Immer ein Team auf das man die Augen gerichtet haben sollte, wird es dieses Jahr wieder spannend, was sie so aus ihrem Ärmel ziehen können. Immerhin müssen Fans nicht mehr so lange auf diesen Moment warten: Fnatic spielt gleich das erste Spiel in Paris gegen Invictus Gaming, was jetzt schon verspricht ein außergewöhnliches Spiel zu werden.