Jump to Main ContentJump to Primary Navigation
worlds

Einflussfaktor Emotionen

​Emotionen sind ein zweischneidiges Schwert. Während hohe Motivation und Moral die eigene Leistung noch weiter verbessern, sind bei einer schlecht laufenden Runde die Auswirkungen fatal. Jeder kennt das Gefühl, wenn es spielerisch nicht so läuft wie geplant. Spieler werden deprimiert und neigen dazu die Verbündeten ebenfalls herunterzuziehen.

Im professionellen Spiel ist das nicht anders. Schon ein einzelner entscheidender Fehler kann zu weiteren kleineren Fehlern führen, die der Gegner ausnutzen wird. Auf der anderen Seite erweckt ein guter Teamkampf neue Hoffnung und kann aussichtslos erscheinende Spiele in glanzvolle Siege verwandeln.

Worlds

Worlds

Wer sich im kompetitiven Bereich beweisen möchte, muss Leidenschaft und sehr viel Arbeit in Training stecken. Nur der Sieg bringt den Schritt in Richtung Erfolg. In der LCS angekommen nimmt der Druck weiter zu. Man tut das Ganze nicht nur für sich, sondern auch für das Team, die Fans und die Organisation, die einen in allem unterstützt. Durch schlechte Leistung läuft man in Gefahr, seine Position und damit auch seinen Job zu verlieren. Umso mehr erfreut einen der Sieg, umso schwerer wird es, eine Niederlage zu verkraften.

Der Spieler im Mittelpunkt

Nicht selten sind die neuen Talente sehr jung, wenn sie ihr Debüt in der LCS feiern. Mit meist noch unter 20 Jahren, ziehen diese nicht nur in das Trainingshaus des Teams, sondern in eine vollkommen neue Welt. Neben dem regelmäßigen Training sollen die Spieler nicht nur spielerisch, sondern auch freundschaftlich zusammenwachsen. Das familiäre Verhältnis verstärkt das Vertrauen und gegenseitiges Verständnis zueinander. Falls Streitigkeiten aufkommen, springt der Coach als schlichter ein. Alles mit einem Ziel: Die Spieler sollen gemeinsam den Sieg wollen, statt jeder für sich.

Wenn es darum geht innerhalb des Spiels die Stimmung oben zu halten, kann ein Spieler schon einen großen Unterschied ausmachen. Fnatics Top-Laner Seung-Hoon "Huni" Heo ist ziemlich schnell für seine fröhliche Art bekannt geworden. Auch in angespannten Situationen, wie kurz vor einem entscheidenden Spiel, schafft er es, die Stimmung im Team zu heben. Leider ist das kein Garant dafür, dass die Stimmung nicht doch kippt. In der ersten Woche der WM im Spiel gegen ahq e-Sports Club hat schon sein erster Tod ausgereicht, dass der sonst so zuverlässige Spieler sehr riskante Aktionen einging, welche die Gesamtsituation für Fnatic noch weiter verschlimmert haben.

Einen noch weitreichenderen Einfluss hat ein Kapitän eines Teams, denn er bildet als Shotcaller das Rückgrat der Mannschaft. Als emotionaler Anführer vertrauen seine Kollegen auch weiterhin auf ihn, wenn es mal nicht so läuft wie geplant. Die anderen Mitspieler müssen sich somit weniger Sorgen machen und können sich nach einem Fehler wieder leichter auf das Spiel konzentrieren. Auch zwischen den Spielen stärkt er die Atmosphäre, indem er Spieler motiviert oder wenn nötig bei Übermut zurückhält.

Aufgeben als Alternative?

Es gibt unterschiedlichste Ansätze, einer negativ aufkommenden Stimmung entgegenzuwirken. In der LCS noch sehr selten genutzt, wird die Abstimmung zum Aufgeben in den asiatischen Regionen öfter genutzt, wenn das Spiel so gut wie verloren zu sein scheint. So werden die Spieler nicht weiter frustriert und bereiten sich mental auf das nächste Spiel vor, statt sich mit einer Niederlage auseinanderzusetzten. Als Beispiel aus dieser Weltmeisterschaft bietet sich das Spiel zwischen Invictus Gaming und Fnatic an. Nach einem eindeutigen Vorsprung in Gold, Tötungen, Drachen und Türmen seitens Fnatic hat der chinesische Gegner in der 30. Minute aufgegeben.

Aber macht es überhaupt Sinn ein Spiel aufzugeben? Es gibt viele Beispiele, wo trotz eines großen Vorsprungs das Spiel durch einige entscheidende Situationen gedreht wurde. Dennoch ist es sinnvoll im kompetitiven Bereich bei einem zu eindeutigen Vorsprung des Gegners das Spiel vorzeitig zu beenden, wenn gemerkt wird, dass die Stimmung ansonsten noch weiter sinken würde. Stattdessen kann ein klarer Schlussstrich gezogen und sich auf die nächste Runde konzentriert werden.

Die Weltmeisterschaft als extra Herausforderung

Die ganze Welt schaut nun auf die vier Teams, die es ins Halbfinale geschafft haben. Mit Europa als Austragungsort wird es für Origen und Fnatic eine extra Herausforderung das Heimatpublikum zu begeistern. Etwas anders ist es für die koreanischen Teams, von denen verlangt wird, sich gut zu schlagen. Allen voran SKTelecom T1, die für viele bereits als Weltmeister 2015 feststehen. Gerade im Best-of-5 bestehen beste Möglichkeiten, sich als konstante Spieler zu beweisen.

Unabhängig von den Leistungen im Halbfinale und Finale kann jedes Team bereits stolz auf seine Leistungen sein. Bei voller Konzentration steht weiteren spannenden Aufeinandertreffen nichts mehr im Wege. Selbstbewusstes handeln ist ein wichtiger Faktor, um das laufende Spiel voranzutreiben. Viel zu oft kommt es vor, dass sich Spieler nicht trauen, ihren Vorsprung auszunutzen oder frühe Aggressivität zu zeigen, nur aus Angst Fehler zu machen. Stattdessen werden sie zum Spielball des Gegners. Mut und Vertrauen werden unsere europäischen Spieler benötigen, um ins Finale der diesjährigen Weltmeisterschaft einzuziehen!