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Ganz und gar unsterblich - Immortals

Während sich die meisten Teams in der europäischen und nordamerikanischen LCS um die oberen Plätze streiten, steht nur ein Team fast unangefochten an der Spitze. Bisher konnte nur Counter Logic Gaming den unsterblichen Kriegern von „Immortals“ eine Niederlage abringen. Somit stehen sie am Ende der Saison mit 11 zu 1 zielsicher auf Platz 1 der Tabelle. Wer sind diese fünf Spieler und warum haben sie einen Grund sich zu beweisen? Außerdem stellt sich die Frage warum von allen neuen Organisationen in der LCS gerade diese so viel Erfolg aufweist?

Immortals

Immortals nach ihrem Sieg

EIN TEAM AUS ÜBERSEHENEN ODER IN KRITIK GERATENER WELTKLASSE SPIELER

Man könnte Immortals auch als Team bezeichnen, das aus Spielern besteht, die in ihren früheren Organisationen entweder stark kritisiert oder deren Mühen nicht groß beachtet wurde und das obwohl alle Fünf weltbekannt sind. Absichtlich entschieden sie sich für diesen gewissen Neuanfang, um sich noch einmal beweisen zu können und zu zeigen, dass sie an die Spitze gehören.

Besonders sticht Jason „Wildturtle“ Tran heraus, der in seiner früheren Mannschaft Team SoloMid unter schwerster Kritik stand. Nachdem er in 2013 mit einem lauten Krach die Bühne der nordamerikanischen LCS betrat, flaute seine Siegesserie gegen Ende 2014 beziehungsweise Anfang 2015 stark ab. Durch Veränderungen der Meta und natürlichen Spielerwechseln im Team, musste er fast gänzlich seinen aggressiven Stil aufgeben und eher eine Art unterstützenden Schütze spielen. Dass er dies nicht besonders gerne mochte, war an den schlechten Ergebnissen der Mannschaft abzulesen. Er zog damit nicht nur Kritik, sondern auch den Zorn vieler Fans auf sich. Ende 2015 ersetzte TSM ihn dann mit Yiliang „Doublelift“ Peng. Mit dem Beitritt von Immortals, wollte Wildturtle die negativen Stimmen im Keim ersticken und nach einer erfolgreichen Saison hat er dies sichtlich auch geschafft.

Der Stil dieser neuen Mannschaft ist gänzlich anders, als der von Team SoloMid. Er hat seine alte Stärke wiedergefunden und lässt seine Gegner chancenlos aussehen. Mit einer sagenhaften KDA von 9,6 vertritt er momentan den zweiten Platz in der NA LCS. Aber auch die Vasallen vernichtet er so schnell wie kein anderer und erzielt den dritten Platz. Seine aggressiven Spielzüge sind entscheidend für den Teamerfolg und die Platzierung von Immortals. 

DIESES JAHR MÖCHTE ICH MICH DAHINGEHEND VERBESSERN, DASS ICH MEINEN AGGRESSIVEREN SPIELSTIL WIEDER ERLANGE. DIE VERGANGENHEIT HAT GEZEIGT, DASS DIES DER RICHTIGE WEG FÜR MICH WAR.

Jason „Wildturtle“ Tran

Eher in seiner früheren Organisation untergegangen ist Adrian „Adrian“ Ma. Nicht, dass er besonders viele Kritiker auf sich gezogen hätte, er war einfach nicht sehr auffällig. TIP drehte sich vor allem um den Top-Laner Eon-Young „Impact“ Jeong und ihren ursprünglichen Mid-Laner Yu „XiaoWeiXiao“ Xian. Adrian, der noch relativ neu auf der Bühne der LCS war und nur gemäßigte professionelle Erfahrung hatte, bekam nie wirklich die Chance seine Fähigkeiten zu beweisen. Für ihn ist Immortals also die Möglichkeit sich ins Rampenlicht zu stellen und dies hat er, zusammen mit Wildturtle, eindrucksvoll gemeistert. Besonders bemerkenswert ist seine 40,5 KDA mit dem Champion Janna, aber er bewies auch, dass er mit Soraka und Braum gute Ergebnisse erzielen kann. Mit Janna konnte er bisher ganze sieben Spiele für sich entscheiden! Die Zusammenarbeit mit seinem Schützen funktioniert ohne Probleme und die Beiden harmonieren zusammen, als hätten sie schon Jahre miteinander gespielt.

Der Mann in der Mid-Lane, Eugene „Pobelter“ Park gewann mit Counter Logic Gaming die Sommer Saison in einem schnellen 3:0 Spiel und ging dann zur Weltmeisterschaft. Trotz dem Lob, den er erhalten hatte bevor er zu CLG kam, stand er dort immer ein bisschen im Schatten von Doublelift. CLG's normale Kompositionen, die oft allein um den Schützen gestrickt waren, gaben Pobelter nicht die möglichen Mittel das Spiel auf seinem Rücken zu gewinnen. Er blieb der solide zweite „Support“, spielte vor allem Lulu. Dies stellte ihn natürlich nur bedingt zufrieden. Nun in Immortals war sein Ziel von Beginn an, der beste Mid-Laner Nordamerikas zu werden und sein Potenzial zu beweisen. Leider hat er bisher auch in diesem Team nur eine sekundäre Rolle. Er bleibt solide, doch die Ressourcen seiner Mitspieler gehen vor allem Richtung der Top-Lane oder Bot-Lane. Seine KDA von durchschnittlich 7,9 stellt ihn auf Platz 4 der NA LCS. Er hat also noch etwas Luft nach oben, bevor er sein Ziel wirklich erreicht hat. 

Huni and Reignover

Huni and Reignover

Für die anderen beiden Spieler Yeu-Jin „Reignover“ Kim und Seung-Hoon „Huni“ Heo gehört Unsterblich- und Unbesiegbarkeit schon quasi zum LCS Alltag. Mit ihrer vorigen Mannschaft Fnatic, stellten sie den Rekord für die höchste Siegesserie überhaupt auf: Mit 18 Siegen in der regulären Saison haben sie einige Rekorde gebrochen. Sieht man Immortals jetzt als eine Fortführung dessen, sind die beiden auf dem Weg unsterblich zu werden. Dementsprechend hoch waren die Erwartungen an sie, als sie sich auf den Weg nach Nordamerika machten. Doch vor allem für Reignover war Immortals nochmals eine Probe, wie gut er ist, denn trotz der hervorragenden Ergebnisse seines alten Teams, stand er unter herber Kritik.

Während er im letzten Frühjahr noch von vielen Seiten als Europas bester Jungler gelobt wurde, hatte man im Sommer weitgehend die Meinung, sein Talent wäre überbewertet und er hätte wenig an Fnatics Siegen beizutragen. Er war also herausgefordert diese Kritiker zum Schweigen zu bringen. Seine durchschnittliche KDA von 9,3 macht ihn zum besten Jungler Nordamerikas. Er überzeugt dadurch, dass er seinen Lanes schon früh im Spiel zu einem Vorsprung verhilft, besonders natürlich seinem Freund Huni. Gerade mit Rek' Sai, mit welcher er eine KDA von 35,0 hat, jagt er seinen gegnerischen Spielern Schrecken ein. Und selbst wenn sein Team mal in den frühen Minuten des Spiels nicht die großen Gewinne einbringt, hat er keine Scheu seine Mitspieler zum Gewinn zu tragen.

Huni ist wohl der Einzige, der in seiner vorigen Organisation keine untergeordnete Rolle gespielt hat. Im Gegenteil, er war einer der Stars von Fnatic. Nicht nur wegen seines Talents, sondern auch wegen seinem fröhlichen Gemüt. Hier und da gab es einzelne kleine Kritiken. Das Gerücht, er würde ab und zu Spiele hinwerfen aufgrund von Emotionen, übernahm aber niemals die Oberhand. Er wurde also mit Spannung in Nordamerika erwartet. Bisher hat er sich als überragender Carry aber nicht durchsetzen können. Er ist jedoch solide und führt die Aufgaben aus, die sein Team braucht. Obwohl er ab und zu Spielzüge vornimmt, die etwas riskant sind, hat er noch kein bisschen gezeigt, dass er wegen schlechter Einstellungen in Spielen aufgibt. 

Immortals mit Fans

Immortals mit Fans

GUTE INFRASTRUKTUR ALS ERFOLGSGARANT? 

Immortals sind natürlich nicht die einzige neue Organisation, die sich über die Winterpause einen Platz in der europäischen oder nordamerikanischen LCS gesichert hat. Teams wie NRG oder Echo Fox wurden auch komplett mit namenhaften Spielern neu gegründet. Doch beide Teams konnten es nicht schaffen die gleichen Erfolge wie Immortals. Woran liegt das? Zugegeben, der Vergleich zu Echo Fox ist etwas schwieriger, da ihr Superstar Mid-Laner, Henrik „Froggen“ Hansen, aufgrund von Visa Problemen nicht besonders viele Spiele abliefern konnte. Trotzdem bleibt die Frage wie es Immortals ihr Erfolg gelang. Ein möglicher Grund könnte die ausgezeichnete Infrastruktur sein, die hinter den Spielern steht. 

Immortals investoren

Das größere Problem neu gegründeter Organisationen ist oftmals die Struktur innerhalb dieser. Häuser, Coaches, Manager, Trainingseinheiten, Sponsorentreffen, all sowas kann schon eine Herausforderung darstellen. Immortals aber werden von mehreren Investoren aus dem Bereich Medien unterstützt. Darunter, wie immer wieder erwähnt wird, auch die Firma, die der Rockband Linkin Park gehört. Die Mittel, die der Organisation von Beginn an zur Verfügung standen, sind also um einiges höher als gewöhnlich, was natürlich viele Vorteile bringt. Nicht nur, dass sie Weltklasse Spieler verpflichten konnten, sondern auch das Personal drum herum. Neben einem Coach, der schon viel Erfahrung gesammelt hat, haben sie zu dem noch einen „Performance Coach“, der sich nur um das geistige Wohlfühlen der Spieler kümmert. Denn eine gute Atmosphäre in einem Team ist besonders wichtig. Dazu kommt, dass von Anfang an durch eine gute Marketingstruktur bei den Fans gepunktet wurde.

Es scheint als ob die gesicherte Struktur und das gute Belangen innerhalb der Organisation den Spielern den Arbeitsalltag sehr erleichtert. Sie scheinen Spaß daran zu haben miteinander zu spielen und gehen jedem Spiel locker entgegen. Die Arbeit des Performance Coaches wird sich erst dann vollends bemerkbar machen, wenn Ergebnisse nicht so positiv sind. Dann wird sich herausstellen, ob die Spieler tatsächlich alle negativen Kommentare hinter sich lassen können und den Kritikern bewiesen haben, dass sie auch im Rampenlicht stehen können. Immortals ist jedenfalls ein Team, das man nicht aus den Augen verlieren sollte. Wer ist euer Favorit?