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KOO Tigers‘ Cinderella-Story

Am vergangenen Sonntag überraschten KOO Tigers die Fans der League of Legends Szene. Ihr Gegner Fnatic kam nach einem überzeugenden 3-0 gegen EDward Gaming mit erhobenen Haupt auf die Bühne in Brüssel.

Die Erwartungen waren hoch: Nach einer niederlagenlosen Saison und eine bis auf das Finale, mühelose KO-Phase, ging der Siegeszug international voran. Mit einem Sieg nach dem anderen erreichte die Hoffnung des Westens schließlich die koreanischen Tiger aus dem Osten.

Team

Besprechung der Tiger

Die Schauergeschichte der verhassten Schwester

No-chul „NoFe“ Jeongs Mannschaft hatte einen ähnlich steinigen Weg hinter sich gebracht. Gegründet wurde die Organisation vor fast genau einem Jahr im November. Unter dem damaligen Namen HUYA Tigers wollte sich die Gruppe aus ehemaligen Najin e-mFire-Spielern sowie Kyung-ho „Smeb“ Song sich durch das koreanische LCK Spring Qualifikationsturnier kämpfen, um wieder in der Erstliga mitzumischen. Ihre alten Teams waren nach dem Wandel des Turnierformats und dem Verbot von mehr als einem Team pro Organisation, nicht mehr in der Lage all ihre Spieler zu behalten. So wurden vier der heutigen Finalisten aus dem Najin-Kader heraussortiert und praktisch ihrem Schicksal überlassen. NoFe, welcher ebenso über viele Jahre als Jungler unter dem gleichen Banner spielte, war bereits für sein strategisches Know-how bekannt.

Es war alles andere als abwegig, dass sich die Ausgestoßenen sich nach dem koreanischen Exodus nach neuen Möglichkeiten umschauten und auf die Idee kamen, selbst ein neues Team zu gründen. Immerhin war Beom-hyeon „GorillA“ Kang noch 2014 mit der Shield-Division bei der Weltmeisterschaft dabei und sein jetziger Schützenpartner Jong-in „PraY“ Kim war in Najin Black Swords Niederlage gegen SKTelecom T1 im WM-Halbfinale 2013 dabei.

Smeb hatte eine weniger blumige Geschichte, als seine Teamkameraden. Sein Debüt hatte der Top-Laner bei Incredible Miracle #1, ein Team welches stets im Schatten des besseren Schwesterteams stand. Jedoch schaffte es selbst IM #2 nie aus der koreanischen Gruppenphase und dies sollte etwas über Smebs Team aussagen. An seiner Seite spielte der noch sehr unerfahrene Yeu-jin „Reignover“ Kim, welches damals aufgrund der mangelnden Leistung von der Community als „Gameover“ bezeichnet wurde. Smeb war allerdings auch nicht der Lichtblick für die Organisation, denn Smeb galt sogar als einer der schlechtesten Top-Laner, welche jemals in OGN Champions Korea teilnahmen.

Sein Schicksal teilte sich Seo-haeng „KurO“ Lee, welcher im besagten Schwesterkader spielte. Er hatte das Glück, dass seine Mannschaft den einen oder anderen Erfolg verbuchen konnte und somit nicht unter dem Sperrfeuer der Kritiker litt.

Eine Chance auf den königlichen Ball

HUYA sollte den Einzug in die LCK mit Leichtigkeit schaffen und schließlich die Mittelklasse erreichen. Die Konkurrenz im Frühling 2015 sah durch und durch furchteinflößend aus: Najin e-mFire behielt die individuell stärksten Spieler im Kader. Gymin „Ohq“ Oh ist heute noch ein ungeschliffener Diamant, welcher das Zeug zum besten Schützen in Korea hat und Hosung „Duke“ Lee gehört bereits zum Königstrio der Top-Laner (Ssumday, Smeb, Duke) des Sommers. SKT T1 bestand nach wie vor aus Sanghyuk "Faker" Lee, Sungwoong "bengi" Bae und den ehemaligen Mitgliedern von SKT T1 S. Zu guter Letzt sollten KT Rolster, CJ ENTUS und Jin Air Greenwings sich mit HUYA die Plätze drei bis sechs aufteilen.

 

Koo Tigers

Fan Plakate

Nach der Spring Promotion zog das Frischfleisch mit einem neuen Sponsor und dem einhergehenden Namen GE Tigers in die erste Ligasaison Koreas ein. Die ersten Begegnungen gegen IM und Samsung, welches all seine Stars an China verlor, waren erwartete Siege. Doch auch die vermeintlich ebenbürtigen Widersacher wurden schon fast mit Leichtigkeit deklassiert. Die Leistung von PraY war überragend. Selbst nach einem ganzen Jahr Absenz schien der Weltstar nicht nachgelassen zu haben. Sein Corki war eines der Stärken der GE Tigers, Prays Positionierung war erste Sahne und die Raketen verfehlten nur selten ihr Ziel. Er war auf einmal im Wettrennen um den Titel des besten Schützen Koreas dabei.

NoFes Mannschaft glänzte vor allem mit einem Spielstil: Poke und Kite, eine Technik, die schon die Hunnen sich zu Nutze machten. Sie waren ein Volk, welches lernte, freihändig zu reiten und somit gleichzeitig auch den Bogen abfeuern zu konnten. Wenn eine Infanterieeinheit sich ihnen nähern sollte, blieben sie durch ihre überlegende Mobilität auf Distanz und schossen weiterhin ohne Risiken einzugehen. So verhielt sich auch die Spieldynamik der Tiger. PraY schoss und GorillAs Janna, Nami oder Thresh sorgten für den taktischen Rückzug, sollten die Gegner auf sie zulaufen.

Doch war das unaufhaltsame Team kein eindimensionales, ganz im Gegenteil. Die GE Tigers genießen noch heute den Ruf als innovatives Team mit einer großartigen Raffinesse während der Pick/Bann-Phase, sowie einer exzellenten Fähigkeit sich auf ihre Gegner vorzubereiten. KurO war der Spieler, der Viktor nach seiner Änderung als erster in die Szene einführte. Die Folgen für den Rest der Welt sind bekannt: Schnell haben die anderen Mid-Laner den Androiden mit dem hervorragenden Waveclear in ihre Reihen aufgenommen und die Meta veränderte sich. Leblanc fiel in Ungnade und Azir wurde verstärkt eingesetzt, um mit dem immensen Druck Viktors mithalten zu können.

Selbst Smeb, der Spieler, in welchem die Experten nur wenig Hoffnung sahen, spielte wie seine Kollegen auf den teuren Sitzen. Das IM-Teamkürzel war weg und damit auch die unsichtbare Wand, die Smeb zurückhielt. GE Smeb war zur ernsten Gefahr für seine Kontrahenten geworden.

Das zerfetzte Kleid Cinderellas
Als im vergangenen März die IEM Season 9 World Championship in Kattowitz stattfand, hatte Hojin "Hojin" Lee noch keine Serie im LCK Spring verloren. Noch unter dem Pseudonym „Lee“ bekannt, waren er und seine Freunde die unangefochtenen Top-Favoriten für den Turniersieg.