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Leistungsvergleich: Höhen und Tiefen

Das Ende der Gruppenphase brachte so einige Überraschungen mit sich: Große Favoriten konnten ihre Leistung nicht abrufen und das ein oder andere Team erstaunte alle.

Aber auch einzelne Spieler erlebten ihre Glanzmomente und konnten der ganzen Welt beweisen, was in ihnen steckt. Steigt ein neuer Stern auf, geht ein anderer unter. So auch geschehen in der Gruppenphase: Viele Ausnahmespieler konnten nicht an die gewohnte Leistung anknüpfen und erlebten teilweise eine katastrophale Gruppenphase. Welche Spieler stachen besonders aus der Masse heraus?

Die Top-Laner der LCK

Alle drei koreanischen Teams konnten sich ins Viertelfinale qualifizieren. Vor allem SK Telecom T1 erlebte eine überragende Gruppenphase. Aber auch KT Rolster und die KOO Tigers konnten sich gegen die Konkurrenz durchsetzen. Die Teams der LCK haben indes eines gemeinsam: Sie verfügen über Top-Laner, die in der Gruppenphase die Konkurrenz dominiert haben. In keiner anderen Region wird so viel Wert auf die Top-Lane gelegt. Das nutzen Spieler wie Chan-ho „Ssumday“ Kim von KT Rolster aus. Der MVP des Sommersplits der LCK zeigte allen, wie Juggernauts zu spielen sind. Mit Darius oder Olaf war er nicht zu stoppen. Besonders bemerkenswert war die Leistung im letzten Spiel gegen Origen: Paul „SoaZ“ Boyer war mit Kennen chancenlos gegen Ssumdays Darius. Dieser behielt die Oberhand und war damit ein ausschlaggebender Faktor für den Sieg.


Auch andere Top-Laner der LCK erspielten ähnliche Ergebnisse: Gyeong-Hwan „MaRin“ Jang von SK Telecom T1 lieferte eine überragende Leistung. MaRin setzte ebenfalls auf Darius, er spielte aber zusätzlich noch aggressivere Champions wie Fiora.

Es zeigte sich, dass alle koreanischen Top-Laner ähnliche Champions bevorzugen: Kyung-Ho „Smeb“ Song von den KOO Tigers spielte genauso stark wie seine koreanischen Mitstreiter. Vor allem mit Darius konnten sie die Konkurrenz düpieren und schon zum Anfang des Spiels durch frühe Tötungen und höheren Farm das Spiel anführen. Dass diese Top-Laner die Konkurrenz oftmals chancenlos ließen, ist aber keine große Überraschung: Bereits seit einiger Zeit deutete sich an, wie dominant die Region in dieser Hinsicht ist.

Worlds

Worlds Spieler

Enttäuschende Chinesen

Viel erstaunlicher war dabei der Untergang der chinesischen Teams. Nur EDG  konnte sich für das Viertelfinale qualifizieren, für LGD Gaming und Invictus Gaming war nach einer katastrophalen ersten Woche das Turnier schnell zu Ende. Einer der Hauptgründe für das schlechte Abschneiden, waren individuelle Fehler der Spieler.

Besonders die chinesischen Topfavoriten von LGD mussten damit kämpfen: Vor dem Turnier galt Zhen „GODV“ Wei als einer der großen Mid-Laner. In der heimischen Liga überzeugte er durch eine bestechende Leistung, in der Gruppenphase erlebte er aber eine Blamage. Bekannt für seinen aggressiven Stil, war GODV bisweilen einer der größten Erfolgsgaranten für sein Team. Doch in der Gruppenphase sollte alles anders kommen und die ernüchternde Leistung seines Teams spiegelte sich auch in seiner wieder. Wie von einem Fluch getroffen, verkauften sich GODV und seine Teamkameraden deutlich unterhalb ihrer Werte und erst als das Ausscheiden bereits sicher war, konnten sie in den letzten zwei Spielen noch einmal zeigen zu was sie eigentlich fähig sind.

Weitere große Verlierer der Gruppenphase waren der Schütze Ge „Kid“ Yan und Supporter Liu „Kitties“ Hongjun von Invictus Gaming. Sie galten bereits im Vorfeld als die Schwachstelle des Teams, dass sie aber so chancenlos blieben, hatte kaum einer erwartet. Oftmals unverständliche individuelle und taktische Fehler führten dazu, dass Invictus Gaming ebenfalls frühzeitig das Turnier beenden musste.

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Taiwanesische Teamarbeit

Ganz im Gegensatz dazu, spielten die Schützen und Supporter der taiwanesischen Teams überragend. Besonders der Schütze Chun An „An“ Chou für AHQ begeisterte mit einer Jinx, die vor allem den Europäern von Fnatic das Fürchten lehrte. Mithilfe seines Supporters Chia-Wei „Albis“ Kang, zeigten diese beiden Spieler hervorragende Leistungen, meist im letzten Drittel eines Spieles. Ausgezeichnete Positionierung und eine außergewöhnliche Übersicht führten zu vielen gewonnenen Teamkämpfen.


Ebenfalls erstaunlich ist der Werdegang von Wen-An „NL“ Hsiung von Flash Wolves. Zuerst saß dieser auf der Bank und musste beim ersten Spiel noch bei der Niederlage seines Teams zuschauen, danach überraschte er aber alle: Ähnlich wie An setzte auch NL auf Jinx und konnte drei Siege mit diesem Helden verbuchen. Unterstützt wurde er durch Shou-Chieh „SwordArt“ Hu. Dieser zeigte, wie gut er es versteht, dem eigenen Team Vorteile durch erstaunliche Spielzüge auf Thresh oder Morgana, zu verschaffen.

CLG

CLG Bot-Lane

Zuerst Top, dann Flop

Eigentlich schien alles bestens: Die nordamerikanischen Teams Counter Logic Gaming und Cloud9 konnten sich nach der ersten Woche als Gruppenerste glücklich schätzen. Der Traum vom erfolgreichen internationalen Turnier schien zum Greifen nahe. Doch in der zweiten Woche platzte dieser Traum mangels taktischer Alternativen und die Erwartungen konnten nicht erfüllt werden. Zu der taktischen Unterlegenheit, gesellten sich auch einige Spieler, die ihre Erwartungen nicht erfüllten.

Ein Beispiel wäre das Duo aus Yiliang „Doublelift“ Peng und Zaqueri „aphromoo“ Black für CLG: Als „Rush Hour“ bezeichnet, stand das amerikanische Duo für individuelle und taktische Überlegenheit. In der Gruppenphase zeigte sich aber, dass das so vielgepriesene Duo doch nicht über die Klasse verfügt, wie es sich viele Fans vorgestellt hatten. Dabei lieferten sie keineswegs schlechte Spiele ab, ihren eigenen Anforderungen und denen der Fans, werden sie aber wohl nicht gerecht worden sein.


Besonders tragisch scheint der Untergang von Cloud9: In der bereits dritten WM-Teilnahme rechnete keiner mit dem LCS Siebten. Doch in der ersten Woche konnten sie sich nach drei gewonnenen Spielen als alleiniger Gruppenerster durchsetzen. Ein Sieg in der Zweiten hätte gereicht um das Viertelfinale zu erreichen, aber als selbst das nicht einsetzte, herrschte bei den Fans und Spielern Verzweiflung. Welche Faktoren führten zu diesem Abstieg und vier verlorenen Spielen in Folge? Zuerst führte Hai „Hai“ Lam sein Team mit einer bestimmten Strategie zum Sieg, nach der dreitägigen Pause und durch die Analyse dieser Strategie, hatten sich die Gruppenkonkurrenten aber an diese angepasst. Als dann die zweite Woche begann, zeigte sich, dass eine einzige Strategie nicht ganz ausreicht. Cloud9 scheiterte also an mangelnden strategischen Optionen und nicht wie im Vorfeld viel kritisierten Leistungen einzelner Spieler wie zum Beispiel von An „Balls“ Le, der in der ersten Woche sogar eine Fünffachtötung für sich verbuchen konnte.

Ein weiterer Spieler aus Nordamerika muss natürlich auch noch erwähnt werden: Die Rede ist von Marcus „Dyrus“ Hill. Bereits die fünfte Teilnahme, unzählige Profispiele und eine riesige Fangemeinschaft hat der Top-Laner von TSM zu verbuchen. Doch mit dem Ausscheiden seines Teams, endet auch die Karriere von Dyrus. Dabei galt er nie als einer der großen individuellen Ausnahmetalente - Dyrus stellte immer den Erfolg seines Teams, dem eigenen voran. Mit dem Karriereende von einer solchen Legende, klafft sicherlich ein tiefes Loch in der LoL-Gemeinschaft auf.

Zurück zur alten Stärke

Eine weitere Legende der Kluft der Beschwörer scheint nach gemischten Leistungen gerade rechtzeitig wieder zurück zur alten Stärke gefunden zu haben. Enrique „xPeke“ Cedeño Martínez hat in seiner Laufbahn schon so einige Erfolge zu verbuchen. Bei seiner vierten Teilnahme wurde er aber erstmals im Vorfeld viel kritisiert. Doch in den ersten Spielen überraschte er nicht nur mit außergewöhnlichen Helden wie Anivia, sondern auch mit einem entscheidenden Spielzug und einer Vierfachtötung mit Orianna gegen LGD. xPeke ist somit nicht nur eine der großen Überraschungen, sondern auch eine der größten Hoffnungen für die europäischen Fans.

Mit gemischten Gefühlen muss die Weltmeisterschaft für Seong-hoon „Huni“ Heo gestartet sein. Nach einem souveränen Auftaktsieg, geriet die Maschinerie Fnatics ins Stocken und es folgten zwei Niederlagen. Dem in der EU LCS so dominierenden Huni, muss auch eine Teilschuld zugeschoben werden. Zweifelhafte Entscheidungen und oftmals fragwürdige Aggressivität, führten zu Spielzügen die dem ein oder anderen verzweifelten Solo Queue-Spieler bestimmt bekannt sein dürften. Für die zweite Woche musste sich so einiges für Fnatic ändern und im Gegensatz zu der nordamerikanischen Konkurrenz, überzeugte Fnatic dann wieder mit gewohnt überlegenen taktischen Finessen. Auch Huni schien wieder ganz der Alte zu sein: Mithilfe von Jungler Yeu-jin „Reignover“ Kim, konnte Huni abermals den Gegenspieler dominieren. Besonders hervorzuheben ist die Leistung auf Riven gegen Invictus Gaming: Der intelligent eingesetzte Teleport, ermöglichte eine Vierfachtötung schon zu Beginn des Spiels.

Viele Überraschungen

Muss man den Ausgang der bisherigen Worlds in einem Wort zusammenfassen, so würde es wahrscheinlich „unerwartet“ sein. Noch nie gab es so viele unerwartete Ergebnisse, sei es das schlechte Abschneiden der chinesischen Teams oder das Erstaunliche des brasilianischen Teams paiN Gaming, diese Worlds bietet so viele Überraschungen wie noch keine zuvor. Dass dabei einige Spieler enttäuschten, ist ein Nebeneffekt der in Kauf genommen werden muss. Andererseits, hat der eine oder andere Spieler durch seine guten Leistungen bestimmt einige neue Fans hinzugewinnen können.

Welcher Spieler überraschte dich, ob negativ oder positiv, bisher am meisten? Und welche Spieler wirst du aufgrund dessen noch länger in Erinnerung behalten?