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Lissandra Fanart by Yamaro
Tipps und Tricks

Lissandra kehrt zurück

Während der fünften Saison war Lissandra nahezu in Vergessenheit geraten. Mit dem Start der sechsten Saison gehört sie bei den Profis zu den beliebtesten Champions auf der Top-Lane. Was macht sie so besonders und wieso ist sie in der derzeitigen Meta so eine gute Wahl?

In League of Legends hat die sechste Ranglistensaison begonnen und seit einigen Wochen spielen bereits die Profis in ihren kompetitiven Turnieren. Die LCS ist in vollem Gange und Spieler und Zuschauer haben lange darauf gewartet, um zu sehen, welche Champions sich n dieser Saison als echte Alleskönner entpuppen. Poppy fällt vor allem als Supporter in die Sparte der Alleskönner – Lissandra hingegen hat sich ihren Weg auf die Top-Lane zurückerkämpft, nachdem sie während der fünften Saison beinahe in Vergessenheit geraten ist.

Auffällig ist, dass Lissandra innerhalb der letzten Updates kaum verändert wurde. Lediglich die Selbstheilung beim Eisgrab hat so manchen Lissandra-Spieler freudig aufschreien lassen. Diese Änderung wurde aber bereits Mitte der fünften Saison eingeführt – damals hat Lissandra trotz der Änderungen keinen Aufschwung in der Meta erleben dürfen. Doch wieso setzen die Profis jetzt auf die Eishexe? Warum wird sie gerade in der LCS und der LCK so häufig gespielt und nahezu in jedem Spiel gebannt? Im folgenden Artikel seht Ihr, was die Königin des Eises so besonders macht und warum sie gerade jetzt so gern gewählt wird!

Klingenkönigin-Lissandra

Einer der drei Skins: Klingenkönigin-Lissandra

Die Fähigkeiten von Lissandra als Grund für die Wiederkehr?

Auch wenn sich die Fähigkeiten von Lissandra innerhalb der letzten Monate kaum verändert haben, kann es dennoch sein, dass gerade ihr Kit dazu beiträgt, wieso sie wieder in der Kluft zu sehen ist.

Die passive Fertigkeit hört auf den Namen „Eisgeboren“ und gewährt Lissandra die Möglichkeit, dass eine Fähigkeit aus ihrem Repertoire kostenlos gezaubert werden kann. Alle 18 Sekunden steht ihr ein solcher kostenloser Zauber zur Verfügung. Die Abklingzeit wird verringert, wenn Lissandra Fähigkeiten anwendet, die andere Champions verlangsamen. Effekte von Gegenständen zählen nicht in diese Rechnung. Fluch oder Segen?

Grundsätzlich ist die passive Fähigkeit nicht schlecht, wird von vielen Profi-Spielern aber nur als Beiwerk angesehen. Lissandra hat den enormen Nachteil, dass sie immens hohe Manakosten zu Beginn des Spiels hat. Ihre Q-Fähigkeit – Eissplitter – kostet auf Rang 1 bereits 85 Mana. Die Passive mindert die Manakosten auf lange Sicht zwar ein wenig, doch sind 18 Sekunden sehr lang zu Beginn des Spiels. Gerade im frühen Spiel muss Lissandra sehr auf ihren Manahaushalt achten – später kann sie den hohen Manaverbrauch mit Gegenständen wieder ausgleichen, wobei gesagt werden muss, dass dann die Passive immer unbedeutender wird. 

Mit der Q-Fertigkeit ist Lissandra in der Lage, einen schmalen Eisspeer zu schleudern, der beim ersten getroffenen Gegner zersplittert und alle Gegner im Kegel hinter dem Gegner schädigt. Die zuerst getroffenen Feinde erhalten eine zusätzliche Verlangsamung – von Splittern getroffene Gegner erleiden nur den Schaden. Die Manakosten sind gerade in den frühen Spielphasen enorm hoch, doch besitzt der Zauber einen immensen Vorteil. Er kann direkt getroffene Champions nicht nur bis zu 28 Prozent verlangsamen, sondern auch gleich mehrere Vasallen gleichzeitig erledigen. Eine Gruppe von Vasallen kann bereits auf Stufe 5 oder 6 mit nur wenigen Eissplittern komplett getötet werden. Das hebt sie von Assassinen ab, die meist nur wenige Gegner auf einmal angreifen können. 

Lissandras Zauber

Lissandras Zauber im Überblick

Der Frostring ist die W-Fähigkeit von Lissandra. Mit ihm können Spieler einen Ring aus Eis erzeugen, der im Umkreis von 450 Einheiten wirkt. Alle im Ring eingeschlossenen Feinde erleiden Schaden und werden bis zu 1,5 Sekunden festgehalten. Der Frostring zählt in die passive Fertigkeit mit ein und kann dafür genutzt werden, die Abklingzeit von ihr zu verringern. Dieser bietet zahlreiche Möglichkeiten und ist einer der Gründe, wieso Lissandra in der sechsten Saison so stark ist. Durch das Gefrieren kann sie nicht nur feindliche Spieler davon abhalten den eigenen Schützen anzugreifen, Lissandra kann ein ganzes Team daran hindern, den Kampf zu eröffnen. Leider zahlt sie dafür auch einen Preis – sie muss sich jedes Mal tief in den Teamkampf wagen, damit der Frostring die Ziele auch trifft. 

Der Gletscherpfad ist eine Fähigkeit, die sowohl zum Angriff, als auch zur Flucht eingesetzt werden kann. Der Gletscherpfad erzeugt eine Kralle, die sich auf einer Geraden bewegt. Mit erneutem Klicken kann zur Position der Kralle teleportiert werden. Dabei hat die E-Fähigkeit auch den großen Vorteil, dass der Grundschaden enorm hoch ist. Leider wurde vor einigen Updates die Mechanik aus dem Spiel entfernt, dass Lissandra-Spieler den Kampf durch eine unsichtbare Kralle überraschend beginnen konnten. Das war immer dann möglich, wenn Lissandra sich in einem Busch befand und außerhalb der Sicht der Gegner den Gletscherpfad aktiviert – eine ähnliche Mechanik gab es vor vielen Saisons beim Speer von Nidalee. Dennoch ist der Gletscherpfad eine gute Möglichkeit um zu flankieren oder sich im Ernstfall von einem Gank zu erholen. Lissandra ist dank der E-Fähigkeit nur sehr schwer zu ganken – der Jungler erreicht sie fast nie.

Lissandra kann aus fast jeder Situation entkommen. Ihre Fähigkeiten verleihen ihr sowohl einen Engage, als auch Disengage. Perfekt für einen Top-Laner.

Mit dem Eisgrab besitzt Lissandra eine optisch sehr ansprechende Fähigkeit, die zudem zweifach genutzt werden kann. Wird Eisgrab auf einen Gegner gezaubert, wird dieser 1,5 Sekunden lang betäubt. Das Eis breitet sich von diesem Ziel aus und verursacht Schaden an Gegnern im Umkreis. Zaubert Lissandra die Fähigkeit auf sich selbst, dann wird sie prozentual vom fehlenden Leben geheilt und ist 2,5 Sekunden lang unverwundbar. Die ultimative Fähigkeit ist das perfekte Werkzeug für jeden Teamkampf. Es handelt sich hierbei um keinen Skillshot, weswegen Lissandra sehr einfach ein feindliches Ziel ins Visier nehmen kann und es kurzerhand aus dem Teamkampf entfernen kann. Zudem müssen feindliche Spieler sich vom unterdrückten Ziel fernhalten, denn der Schaden skaliert enorm gut mit zusätzlicher Fähigkeitsstärke. 

Was sagt der Blick auf die Fähigkeiten letztlich auf die Daseinsberechtigung aus? Lissandra hat ein riesiges Arsenal an CC-Fertigkeiten – sie kann Feinde betäuben, verlangsamen und festhalten. Das können nicht viele Champions von sich behaupten. Leider muss sie für diese Fähigkeiten aber auch nah ins Geschehen. Die Fähigkeiten und die automatischen Angriffe haben eine kurze Reichweite. Hinzu kommt der immense Nachteil, dass Lissandra einige Kerngegenstände benötigt, bis sie passablen Schaden verursacht. Die Skalierungen von Lissandra sind zwar hoch, der Grundschaden im Vergleich aber sehr gering. Was sagt das über Lissandra aus? Sie ist riskant zu spielen und muss sich mit ihrem Team absprechen, damit sie ihr volles Potential ausleben kann. 

Wieso wird Lissandra in der LCS so gern gespielt?

Der letzte negative Punkt hat es bereits andeuten lassen. Lissandra benötigt ein koordiniertes Team, damit sie komplett überzeugen kann. Durch den geringen Grundschaden ist sie in den frühen Spielphasen vom Töten der Vasallen abhängig und muss sich auf erfolgreiche Ganks ihrer Jungler verlassen können – in der Rangliste ist das leider nicht immer gewährleistet.

Mit einem koordinierten Team ist sie aber kaum aufzuhalten. Sie kann Gegner vollständig aus dem Kampf nehmen, verursacht in späten Spielphasen viel Schaden und kann den eigenen Schützen vor jeglichem schädlichen Einfluss schützen. Zudem hat Lissandra sehr viele Möglichkeiten, um sich selbst vor Schaden zu schützen und anschließen aus dem Kampf zu fliehen. Soaz hat es im Spiel Fnatic gegen Origen sehr eindrucksvoll bewiesen, wie vielseitig Lissandras Fähigkeiten genutzt werden können. 

Im richtigen Team mit der passenden Absprache kann Lissandra ganze Spiele für sich entscheiden. Hat sie dieses Team nicht, können viele Angriffe schieflaufen. Sie kann das Spiel nicht alleine entscheiden, was wiederum dazu führt, dass andere Assassinen derzeit vorgezogen werden.

Was hat sich im Vergleich zur fünften Saison geändert?

Kurz gesagt – die Meta. Lissandra lebt davon, einen Gegner binnen weniger Sekunden zu töten. Dafür nutzt sie ihr gesamtes Repertoire an Fertigkeiten. In der fünften Saison war es aber gerade zu Beginn die Regel, dass viele Tanks gespielt wurden. Der Glutkoloss war im Dschungel ein Muss und genau aus diesem Grund war es für Lissandra damals sehr schwer. Derzeit leben die Assassinen wieder auf, was ihr einen immensen Vorteil verschafft. Kommen die Assassinen erst einmal an sie heran, ist sie ein gefundenes Fressen. Doch besitzt Lissandra genügend Möglichkeiten (Festhalten, Betäuben, Verlangsamen), Assassinen entweder innerhalb einer Rotation zu töten oder sie für längere Zeit in ihrer Bewegung zu beeinträchtigen. 

Die Zukunft von Lissandra – wird sie den Weg in die Rangliste schaffen?

Den Sprung in die kompetitive Szene hat Lissandra bereits erfolgreich geschafft. Kaum ein Champion wird so häufig gespielt oder gebannt, wie es derzeit bei Lissandra der Fall ist. Die Gründe dafür liegen auf der Hand – enormes Potential in Teamkämpfen mit vielen CC-Eigenschaften machen sie zu einer gefährlichen Gegnerin.

In der Rangliste wagen sich die Spieler bislang aber noch nicht wirklich an die Kontrollmagierin. Die Spiele in der aktuellen Meta sind momentan sehr schnell und Lissandra kann ihr Potential erst dann ausschöpfen, wenn sie in der mittleren Spielphase mindestens zwei Gegenstände (Stab der Zeitalter und Zhonya’s Stundenglas) besitzt. Die nächsten Wochen werden zeigen müssen, ob sich die Geschwindigkeit in der Kluft etwas anpassen wird. Die Saison ist gerade einmal wenige Wochen alt – da wird sich erfahrungsgemäß viel ändern. Sollte die Geschwindigkeit aber etwas an Fahrt verlieren, wird Lissandra definitiv eine lohnenswerte Wahl auf der Top-Lane! 

Bildquelle: Lissandra Wallpaper von Yamaro