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Rückkehr aus dem Dschungel – Kikis Entschluss

In den Zeiten zwischen den Saisonen gibt es regelmäßig Spielerwechsel zwischen den Teams, Veteranen verlassen die LCS und Neuankömmlinge betreten die Kluft in der höchsten Liga Europas. Im Vergleich dazu ist es eher selten, dass ein Spieler seine Position wechselt, doch es kommt vor. So entschied sich der Jungler Mateusz "Kikis" Szkudlarek dieses Jahr die Top-Lane für G2 Esports zu spielen. Werfen wir einen Blick auf ihn und seine Gründe für diesen Wechsel.

Am Anfang war die Top-Lane

Die Vorbereitungen sind abgeschlossen, letzte Gedanken vor dem Start schwirren durch den Kopf, die Stimmen des Teams und des Trainers klingen in den Ohren. Eher nebensächlich klingen die Schreie des Publikums durch die Polsterung der Kopfhörer und das Rauschen. Gleich geht es in die Auswahlphase. Die Konzentration und die Anspannung steigen ins Unermessliche. Ein kurzer Blick nach links. Die vier Teammitglieder sitzen ebenfalls angespannt vor ihren Rechnern und warten auf den Beginn des Spiels.

Es macht keinen Unterschied auf welcher Lane ich spiele. Ich liebe das Spiel und gebe mein Bestes.

Mateusz "Kikis" Szkudlarek

Seit Anfang des Jahres ist das auch wieder die Perspektive von Kikis. Der talentierte und erfolgreiche Jungler kehrt auf die Top-Lane zurück, denn bevor er im Oktober 2013 begonnen hat den Dschungel unsicher zu machen, war er für verschiedenste Teams auf der Top-Lane unterwegs. Und das ist längst nicht alles, was er kann. Seine Karriere begann bereits in der ersten Saison von League of Legends. Zu dieser Zeit spielte er oft Ashe auf der Mid-Lane. Diese war damals ziemlich stark, vor allem in Verbindung mit Teleport, aber auch Xin Zhao und Pantheon gehörten zu seinen Favoriten. In einem Interview sagte er, dass es für ihn belanglos ist, auf welcher Position er spielt. Kikis liebt das Spiel und er gibt immer sein Bestes, egal, auf welcher Position er gerade steht.

Ein Wink des Barons?

Endlich geht es los, die Auswahlphase beginnt. Die Teams werfen jeweils drei Champions aus dem Spiel. Dann wird es an der Zeit für den ersten Champion des Teams, der Jungler soll es sein. Für einen kurzen Moment werden Gedanken daran wach, wie es wäre, einen Platz weiter links zu sitzen, selbst der Jungler zu sein. Wäre die Auswahl des Champions leicht?

Kikis Wahl war bestimmt nicht immer leicht. Wie in den zwei schon fast legendären Spielen gegen Team SoloMid während IEM 2014 in San Jose. Unter der Flagge der Unicorns of Love holte man einen eindeutigen zwei zu null Sieg. Zu verdanken ist das unter anderem einem von Kikis gespielten Twisted Fate im Jungle. Damit haben die Unicorns ihre Gegner am völlig falschen Fuß erwischt und für einen Überraschungssieg gesorgt. Das hat TSM sogar so weit aus der Bahn geworfen, dass auch das zweite Spiel sehr klar von UoL beendet werden konnte.

Aber auch mit den klassischen, metatypischen Champions hat er keine Probleme. So konnte er 2015 unter anderem mit Nidalee im Spring Split und mit Gragas im Summer Split überzeugen. Für die Top-Lane zieht er übrigens bereits Lissandra und Quinn genauer in Betracht. Lissandra ist, seiner Meinung nach, ein schwieriger Fall, denn nur ein paar winzige Änderungen können das Potenzial des Champions schnell um ein vielfaches steigern oder zunichte machen. Quinn hingegen wird bereits in der LCK gespielt und ist eine potenzielle Alternative. Auf die Frage, ob man etwas Verrücktes oder Besonderes von ihm auf der Top-Lane sehen wird, meinte Kikis nur, dass er weiter die Augen nach einem vielversprechenden Champion offen hält.

G2 Kikis

Die Wahl des passenden Champions fällt wohl selten leicht.

„Respawn“ als Top-Laner

Die Champions sind gewählt. Der Ladebildschirm erscheint und langsam klettern die zehn Zähler auf 100 Prozent hoch. Es bleibt keine Zeit mehr für andere Gedanken. Jede Faser des Körpers konzentriert sich auf das bevorstehende Spiel. Noch geht die Atmung kontrolliert und das Team wird ruhig. Beinahe gleichzeitig laden alle Spieler das Spiel fertig und die Kluft der Beschwörer erscheint am Bildschirm. Die ersten Gegenstände werden eingekauft und die Champions laufen zu ihren Positionen.

Wenn du auf der Top-Lane Spiele entscheiden willst, darfst du nicht erwarten, dass dein Jungler jedes Spiel zu dir kommt.

Mateusz "Kikis" Szkudlarek

Als am Ende der Saison 2015 feststand, dass Lennart "Smitty" Warkus und Jesse "Jesiz" Le das Team verlassen würden, war Kikis vorne mit dabei, um den Kader neu mit aufzustellen. Als er Kang-yoon "Trick" Kim in der LCK spielen sah, wusste er, dass Trick den richtigen Jungler für G2 Esports darstellt. Als Kikis anschließend nach einem guten Schützen fragte, kam von Trick prompt die Antwort: Kim "Emperor" Jin-hyun. Nachdem man einen neuen Jungler gefunden hatte, ging Kikis auf die Top-Lane. Das tat ihm nicht leid, er hält viel von den beiden Koreanern und ihre Leistungen überzeugen ebenso, wie die von Kikis. Aber auch Luka "PerkZ" Perkovic und Glenn "Hybrid" Doornenbal müssen hier erwähnt werden. Sie komplettieren das Team und die Synergie unter den fünf Spielern scheint bisher alle Erwartungen bei weitem zu übertreffen.

Für diese Saison hat sich Kikis auch ein sehr persönliches Ziel gesetzt. Europa ist bislang bekannt für großartige Jungler und herausragende Mid-Laner. Er möchte nun der Beginn einer besonderen Ära der europäischen Top-Laner sein und hofft, durch viel Ehrgeiz und harte Arbeit dorthin zu kommen. Die Chancen dafür stehen nach den bisherigen Spielen jedenfalls nicht schlecht und vielleicht überrascht er uns bald noch mit ähnlich kuriosen Champions, wie er es mit Twisted Fate im Dschungel tat.