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Sorge um Faker und SKT T1: Das Tief der Hinrunde

Ungläubiges Stirnrunzeln ist die Reaktion, wenn auf die Tabelle der LCK geschaut wird. Der Weltmeister SKTelecom T1 kann sich gerade so in der Mitte halten und wirft einige Fragen hinsichtlich bestimmter Teamaufstellungen und kontroverser Niederlagen auf. Die Mannschaft gleicht selbst mit dem besten Spieler der Welt nicht mehr ihr selbst vor wenigen Monaten und muss auf bessere Zeiten hoffen.

Gute Zeiten in 2013

Gute Zeiten in 2013

Am fünften Oktober 2013 hievten die Spieler von SKTelecom T1 die Weltmeisterschaftstrophäe in die Höhe nachdem sie in ihrem eigenen Land Erfolge feiern konnten. In ihrer ersten Saison belegten sie den dritten Platz des Champions Spring 2013 und setzten noch einen drauf, als sie im Sommer schließlich die Saison gewannen. Nach dem internationalen Triumph folgte wohl die beste Saison der Organisationsgeschichte. SKT T1 K spazierte sowohl durch die reguläre Saison, als auch die KO-Phase ohne ein einziges Spiel an ihrer Gegner abzugeben. Doch nach der Wintersaison 2013/14 verlief das Jahr nicht wirklich nach Plan und die Mannschaft zog Konsequenzen aus den enttäuschenden Ergebnissen.

...schlechte Zeiten in 2014

...schlechte Zeiten in 2014

Diese führten letztendlich zu zwei inländischen Titeln und der Weltmeisterschaft 2015. Die Geschichte scheint sich zu wiederholen, denn nach dem zweiten WM-Titel sah die Mannschaft unbesiegbar aus. Nicht einmal die KOO Tigers konnten ihnen ein schwieriges Finale bieten und der Frühlingssieger war praktisch bereits besiegelt. Der Kader blieb nach einer mehrmonatigen Pause fast komplett intakt, doch ausgerechnet der WM-MVP und Teamkapitän SKTs Kyung-hwan "Marin" Jang verließ die Mannschaft und trat Chinas LGD bei. Nichtsdestotrotz sollte dies Sang-hyuk „Faker“ Lee und seine Teamkameraden, sowie Neuzugang Hosung „Duke“ Lee, kein Problem darstellen. Vier der fünf Weltmeister sind ja noch im Team.

„Gerades Jahr-Bengi“ ist wohl wieder an der Zeit?

Die Hinrunde des LCK Spring 2016 hat ein Ende genommen und die Rückrunde hat begonnen. SKT T1 hatte zu diesem Zeitpunkt vor zwei Jahren noch keine Niederlage kassiert und trieb Furcht in die Herzen ihrer Gegner. Diesmal steht die Mannschaft jedoch in der Mitte der Tabelle und musste unter anderem eine peinliche Niederlage gegen Afreeca Freecs einstecken. Zudem glich die Begegnung gegen e-mFire, nun als Kongdoo Monster bekannt, mehr einem Einzelranglistenspiel als einer offiziellen Begegnung. Über Seong-Woong „Bengi“ Bae erlaubt sie die Community ab und zu einen Spaß und nennt ihn „Gerades Jahr-Bengi“ mit der Anlehnung auf beeindruckende Leistungen in 2013 und 2015 und weniger Glanz in 2014 und 2016. Zu seinem Glück ist der Ersatzjungler Sun-gu „Blank“ Kang kein Upgrade.

Der junge Amateur durfte bisher vier Mal an der Seite der Weltmeister spielen und verlor drei der vier Partien fast im Alleingang. Das mit der Furcht ist auch heute zumindest noch der Fall, weil die Konkurrenz nicht weiß, wann die Dampflok SKT T1 wieder auf Hochtouren läuft.

Nach dem erheiterndem Spiel gegen e-mFire hat Coach Jung-kyun „kkOma“ Kim ein paar zusätzliche Trainingsstunden verpasst, so würde man meinen. Denn in der darauffolgenden Begegnung gegen das letztplatzierte Team SBENU Sonicboom zeigten Faker und Freunde, was sie eigentlich unter der Haube haben. SBENU wurde in beiden Spielen systematisch auseinandergenommen und mit Leichtigkeit besiegt. Die Fans gewannen kurz wieder an Hoffnung, allerdings war es das für die Hinrunde auch schon wieder. Die anderen Siege waren weniger überzeugend, auch wenn eines dieser gegen KT Rolster war. Die Niederlagen hingegeben waren jedoch von merkwürdiger Natur. Jin Airs Top-Laner Chang-dong „TrAce“ Yeo stellte der Welt zum ersten Mal Top Graves vor und überrumpelte SKT T1 mit dieser eigenartigen Strategie. Longzhu Gaming gewann ihr erstes Spiel in der Begegnung gegen die Weltmeister, weil diese die Todesauszeiten Longzhus unterschätzten und vor dem gegnerischen Nexus getötet wurden. Daraufhin schnetzelte sich Longzhu durch die Mid-Lane und nahm das Spiel an sich. Die Begegnung der Saison gegen ROX Tigers machte hingegen den Eindruck, dass sich SKT T1 extensiv vorbereitet hatte. Die ersten beiden Spiele waren ein Kopf-an-Kopf-Rennen, bis sich die Mannschaft aus einem unerfindlichen Grund dazu entschied, Blank im letzten Spiel einzusetzen.

Wie kann es nur sein, dass SKTelecom T1 eine solch inkonsistente Hinrunde gespielt hat?

Ja, es ist nicht abzustreiten, dass die Mannschaft in Schwarz wesentlich schwächer spielt, als noch einige Monate zuvor. Das Teamspiel und sogar die individuellen Ergebnisse lassen oft zu wünschen übrig, aber ist es dennoch ein solch extremer Leistungsabfall? Dass dies geschehen ist, erscheint absurd, oder nicht? Schauen wir uns mal das Umfeld um SKT T1 an. Momentan gleicht die LCK der EU LCS, denn jeder schlägt jeden, nur nicht ROX Tigers, die gewinnen alles. Im Mittelfeld ist es unklar, welche Mannschaft besser ist, als die andere. CJ Entus´ neuer Kader schlägt sich alleine durch Min-gi „MadLife“ Hong besser als gedacht. MadLife hat in den bisherigen Partien bewiesen, dass er es immer noch drauf hat und ist seinen blutigen Neulingen im Team ein großes Vorbild. Top-Laner Ui-jin „Untara“ Park birgt in der Hinrunden-Version der Mannschaft noch das größte Potenzial. Die Zukunft sieht mit den nähernden Teilnahmeberechtigungen des Mid-Lane-Wunderkindes Bo-seong „Bdd“ Gwak und Schütze Yong-jun „Ghost“ Jang, sowie die Rückkehr des verloren Sohnes Kyung-min „DayDream“ Kang zur Jungler-Position, ziemlich rosig aus.

Schwer enttäuschte Trainer im Spiel gegen e-mFire

Schwer enttäuschte Trainer im Spiel gegen e-mFire

KT Rolster sieht trotz ihres Superstars Jong-bum „Piccaboo“ Lee nicht schlecht aus, allerdings steht dies auf wackligen Beinen, da sich die Mannschaft zu sehr auf Chan-ho „ssumday“ Kim verlässt. Falls sie es schaffen in der restlichen Zeit der Saison weitere Strategien zu entwickeln, sollten sie imstande sein, ihren Platz in den Top Drei zu verteidigen. Jin Air Green Wings und Samsung Galaxy haben bis heute eher positiv überrascht, als sie ebenso durch ihre Top-Laner Siege um Siege erringen konnten. Lediglich Longzhu Gaming enttäuschte, doch ein Aufwärtstrend ließ sich bereits blicken.

Und ROX Tigers? Nun, mit dem Upgrade auf der Jungle-Position auf den aggressiven Wang-ho „Peanut“ Yun sind sie momentan das Superteam aus Korea. Lediglich SKT T1 konnte einen guten Kampf liefern, die anderen wurden mit links von der Kluftoberfläche gefegt. Peanut hat sich in die Mannschaft so gut integriert, dass der Eindruck geweckt wird, er hätte nie etwas anderes in seinem Leben gemacht, als mit den Tigers zu spielen. Das Teamspiel und Koordination der Fünf ist unangefochten und wunderschön zuzuschauen. Durch die Spielerkameras ist zu beobachten, dass sie während eines Spiels keine Sekunde schweigen und ständig miteinander kommunizieren.

Wo dies bei SKT T1 bleibt, ist ein Rätsel. Marin hatte im Vorjahr die Ansagen im Team gemacht und wurde durch den stillen Duke ersetzt, dennoch ist es verwundernd, dass keiner der vier anderen Weltmeister für den Verlust aufkommen kann. Ihr Coach kkOma hat dennoch in seiner Zeit bei SKT es immer wieder geschafft, ein großartiges Gefüge aus den einzelnen Spielern aufzubauen. Ob dies auch diesmal möglich ist, ist vielleicht nur eine Frage der Zeit. Vielleicht brauchen sie nach einem so stressigen Jahr einfach auch einmal eine Pause.