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Tipps und Tricks

Teemo in der kompetitiven Szene

Links zwo, drei, vier. Bewaffnet und bereit! Teemo, der flinke Späher, gehörte von Anfang an zum Stamminventar von League of Legends. Der kleine Yordle wird aufgrund seiner Pilzinvasion auch liebevoll Satans Brut genannt. Er ist der Prinz Joffrey der Top-Lane, das Böse Gift in der Rangliste. Doch dieses putzige, kleine Fellknäul hat eigentlich viel mehr zu bieten und viel mehr Liebe verdient. Wie funktioniert er und findet Teemo auch seinen Platz in der kompetitiven Szene?

Teemos Terror-Kit

Teemo

Teemo in Bedrängnis. GIF-Künste von TCBunny

Ein ganz normaler Tag in der Rangliste. Top-Lane, First Pick, Instalock.. Teemo. Augen werden gerollt, das Spiel ist schon für verloren erklärt – GG. Sobald der Lieblingsyordle gewählt wird, ist das Raunen groß. Aber warum ist das so? Er hat so viel zu bieten: Er ist ein laufender Ward, ein Meister der Mienenfelder und ist neben Gnar mit das Knuffigste, was League of Legends zu bieten hat. Er hat viele Vorteile, die man hinter der blutroten Brille nicht sofort erkennt. Teemo’s Passive “Camouflage” eignet sich perfekt, um die gegnerischen Gefilde auszuspähen. Was gibt es besseres, als im Jungle des Gegners im Busch zu warten, um in letzter Sekunde den Red Buff zu klauen? Oder sich vor den wütenden 4-Mann Ganks zu verstecken, weil man wieder alle zur Weißglut gebracht hat? Camouflage an, Sorgen aus, und warten bis alles vorbei ist. Wenn es dann doch hart auf hart kommt, ist Teemos Q oftmals ein weiterer Retter in der Not. Der Blendpfeil hält die Gegner im Schach, lässt sie im Dunkeln tappen und verschafft einem genügend Zeit, um mit “Schnelle Bewegung” (W) weg oder einfach um den Gegner herum zu rennen, um ihn dann mit weiteren Blendpfeilen zu bombardieren. Da das allerdings noch nicht nervig genug ist, sorgt der “Giftschuss” (E) weiterhin dafür, dass die Lebensanzeige des Gegners immer weiter nach unten sinkt. Doch es fehlt noch Teemo’s ultimative Fähigkeit. Der Verursacher aller Schmerzen, der Auslöser vieler Ausraster, der letzte fiese Angriff vom Yordle, der einen auch noch nach seinem Tod verfolgt: Die Giftfalle. Diese kleinen, unauffälligen, demnach auch unsichtbaren Pilze sind Teemos Markenzeichen und meist der Grund für diesen so tiefliegenden Hass. Denn wer kennt es nicht - man hat das komplette gegnerische Team ausgelöscht, spaziert munter zum Nexus und da erwartet es einen: Das Mienenfeld des Bösen. Wenn man dann als Teemo auf dem grauen Bildschirm eine Dreifach-Tötung miterleben kann, kennt die Verzweiflung keine Grenzen mehr.

Warum gerade er?

Trotz all den Schmerzen, die Teemo schon zugefügt hat, ist dieser kleine Yordle ein ausgezeichnter Champion. Es geht nämlich nicht nur darum, was Teemo alles kann. Es geht auch darum, wovon er die Gegner abhält. Um seine Pilze zu umgehen werden pinke Wards benötigt, die nicht nur Gold kosten, sondern auch geschickt platziert werden müssen. Außerdem kann er seine Feinde gut auf Abstand halten, indem er sie blendet und wegrennt. Gleichzeitig kann man die Pilze so zum Einsatz bringen, dass der Abstand noch größer wird und der Gegner keine Chance hat, Teemo auch nur Ansatzweise zu berühren.

Dadurch, dass Teemo eher weniger beliebt ist, ist er ein riesiger Gank-Magnet. Es soll sogar passionierte “Teemo-Killer” geben, die nichts anderes wollen als den kleinen Yordle zu besiegen. Dementsprechend ist die Aufmerksamkeit stets auf seine Lane gerichtet, sodass seine Teamkameraden sich beruhigt auf ihre Türme konzentrieren können, ohne Angst vor dem Jungler.

Was die Gegenstände angeht, kann man Teemo auch etwas flexibler gestalten. Entweder man nutzt die volle Fähigkeitsstärke und löscht im Late-Game die Gegner mit einem einzigen Pilz aus, oder man wählt die etwas robustere Variante und spielt ihn als Tanky Teemo. Beides hat seine Vorteile, sowie auch Nachteile. Sollte man zum Beispiel gegen einen Pantheon mit Gap-Closer spielen, ist die Tanky-Variante durchaus passender.

Pilze platzieren für Anfänger

Mögliche Orte für Teemos Giftfallen

Mögliche Orte für Teemos Giftfallen

Die Giftfalle ist mehr als nur ein nerviger Pilz. Sie verschafft Sicht an wichtigen Stellen und kann auch wie Caitlyns Fallen das gegnerische Team abschirmen. Grundsätzlich gibt es keinen schlechten Ort für die Pilze, aber es gibt definitiv einige Ecken auf der Karte, die sich perfekt eignen. Wenn man zum Beispiel auf der Top-Lane spielt, macht es Sinn den Weg zum Fluss mit den Fallen abzudecken. Es könnte den Jungler abhalten, auf die Lane zu kommen, ist aber auch eine praktische Alarmanlage für Teemo. Sobald jemand die Fallen auslöst, dann ist Vorsicht geboten. Daraus kann man schließen, dass die Pilze in der Nähe vom Drachen oder Baron Nashor ein geeignetes Warnungssystem sind. Auch auf schmalen Wegen, wie zum Beispiel von den Wölfen Richtung Mid-Lane, kann eine gut positionierte Giftfalle so manche Teamkämpfe abschwächen. Dadurch, dass Teemo seine Pilze nun auch über seine bereits gelegten Pilze werfen kann, sind die Möglichkeiten viel größer. Sollte ein Feind jemals zu nah kommen und es besteht die Gefahr getötet zu werden, wirft man einfach ein nettes Geschenk in Richtung Gegner und hofft, dass sie durch das Gift keine weitere Bedrohung sind. In der eigenen Basis können sie ebenfalls so manche Backdoor Versuche dämpfen und Zeit schinden. Doch im Endeffekt ist es einem selbst überlassen, wo man die Pilze platziert. Manchmal ist nur die Top-Lane ein einziges Mienenfeld, der Rest der Karte blieb aber völlig verschont. Man kann nach Belieben die Gegner terrorisieren, denn am Ende ist es egal wo die Falle liegt, Hauptsache sie wird ausgelöst und verursacht Chaos!

Auch in der Mid-Lane gibt es geeignete Orte für die Pilze

Auch in der Mid-Lane gibt es geeignete Orte für die Pilze

Der Späher im Rampenlicht

Wer glaubt, dass der kleine Pelz auf zwei Beinen noch nie in der kompetitiven Szene benutzt wurde, der liegt vollkommen falsch. Er hatte bei der ersten Weltmeisterschaft 2011 seinen großen Auftritt und wurde von Christian "The Rain Man" Kahmann gespielt. Der ehemalige Top-Laner von TSM spielte Teemo also AD-Champion und erzielte eine KDA von 14/2/9. Und das gegen einen Singed. Wow, ein einziges Mal! denken sich jetzt bestimmt viele, aber das war nicht der einzige Einsatz des Yordles. Abgesehen von The Rain Man, ein offensichtlich riesiger Fan von Teemo, spielte unter anderem auch Andy "Reginald" Dinh von TSM während der Weltmeisterschaft 2013 den Champion auf der Mid-Lane. “Ach, das ist doch ewig her. Teemo ist einfach nutzlos.” könnte man nun sagen. Von wegen. Sogar letztes Jahr wurde Teemo noch ausgewählt, und zwar in der Challenger Series von Hicham "SozPurefect" Tazrhini, der zu dem Zeitpunkt noch für Mousesports gespielt hat. In den zwei Spielen, in denen der Mid-Laner den flinken Späher zum Einsatz brachte, konnte er sogar Champions wie LeBlanc und Kog‘Maw bezwingen. Während man in zu The Rain Mans Zeiten noch mit AD-Items bestückte, wird Teemo heutzutage meist nur noch mit Fähigkeitsstärke gespielt.

Im Moment ist Teemo jedoch gar nicht in der kompetitiven Szene zum Vorschein gekommen. Schade drum, denn wer würde nicht gerne einmal live einen Teemo Pentakill sehen? Das Spiel ist ständig im Wechsel, also bricht vielleicht schon bald eine neue Ära ein, in der der Späher seinen giftigen Attacken zum Besten geben darf. Alles ist möglich, vor allem bei Teemo, der polarisierende Yordle.

Wie spielt ihr am liebsten Teemo? Oder seid ihr diejenigen, die ihn am liebsten in die Hölle verbannen wollen? Teilt uns eure Gedanken mit!