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Was holländische Spieler über ihre Heimat denken

Unsere holländischen LCS-Spieler erzählen, wie es sich anfühlt, in der Heimat zu spielen.

Mit dem Frühjahrsfinale der europäischen LCS in Rotterdam vom 16.–17. April bekommen die Niederlande ihr erstes offizielles „League of Legends“-Turnier. Die Niederlande haben über die Jahre hinweg der europäischen LCS einige große Talente beschert, darunter auch hochklassige Spieler, die hoffen, das Finale in ihrem Heimatland spielen zu können. Zu ihnen zählen Fnatics Mid-Laner Fabian „Febiven“ Diepstraten zusammen mit G2s Supporter Glenn „Hybrid“ Doornenbal, G2s Haupttrainer Joey „YoungBuck“ Steltenpool und Ilyas „Shook“ Hartsema.

Ihr Weg zu League of Legends

Alle diese Spieler sind in den Niederlanden aufgewachsen, wo ihre Liebe zu Videospielen (besonders League of Legends) nicht gebremst wurde. „Videospiele sind größtenteils akzeptiert“, meint YoungBuck. „Eltern sind hier ziemlich weltoffen – zumindest meine Eltern – und das trifft, denke ich, auf das ganze Land zu. Eltern sind viel entspannter als im Rest von Europa. Ich habe also Glück gehabt. Ich durfte schon relativ früh Videospiele spielen.“ Sogar wenn draußen die Sonne geschienen hat? „So im Sinne von ‚Es ist warm draußen, geh raus und spiel mit deinen Freunden‘? Nein. Also, was ich sagen will, ist, dass ich zu meinen Freunden bin, aber wir gezockt haben.“

Hybrid hat dagegen viel Sport gemacht, als er jung war. Allerdings musste der dann seiner Faszination für Videospiele weichen. „In der Schule habe ich viel Sport gemacht, als ich zwischen 14 und 17 oder 18 Jahre alt war. Dann habe ich mit dem Spielen angefangen und die Uni abgebrochen, um zu spielen“, sagt er. Hybrid hatte nicht die Absicht, professionell zu spielen. Er wollte einfach lieber spielen, als zur Uni zu gehen. Glücklicherweise führte diese Entscheidung zu seinem jetzigen Leben als professioneller Spieler. Seine Familie unterstützt ihn dabei anstandslos, besonders da er jetzt, wo es in die Frühjahrs-Entscheidungsspiele geht, in den großen Ligen und ganz vorne in der Rangliste mitspielt. 

Hybrid

Hybrid war am Anfang der Saison eher unbekannt

Was Febiven angeht, ist dieser von Spiel zu Spiel zu Spiel gewechselt. Er hat League of Legends sogar kurzzeitig den Rücken gekehrt, hat es aber nicht lange ohne ausgehalten. „Nach einer Weile habe ich aufgehört [League zu spielen], aber dann habe ich mir die LCS und die großen Turniere angeschaut. Das hat mich wieder zum Spielen motiviert“, erklärt er uns. Febiven musste jahrelang trainieren, um gut genug für die professionelle Szene zu werden, doch heute wird er als einer der besten Mid-Laner in ganz Europa gefeiert und ist zudem einer der Halbfinalisten der WM 2015. Vielleicht steht sein größtes Meisterstück erst noch bevor, wenn er es schafft, vor Heimpublikum beim Frühjahrsfinale der europäischen LCS in Rotterdam antreten zu dürfen.

„Es wäre spitze, wenn ich in meiner Heimat spielen könnte“, sagt Febiven. „Wenn wir das hinkriegen, denn noch haben wir uns nicht qualifiziert, wäre das richtig klasse. Das Publikum besteht zum größten Teil aus meinen Landsmännern und -frauen, und unter ihnen habe ich so viele Fans. Meine Familie und alle meine Freunden wollen da sein. Es wäre richtig cool, im eigenen Land zu spielen. Das wäre ein denkwürdiger Augenblick, wenn ich mit meiner Mannschaft in Rotterdam spielen könnte.“

Auch Hybrid und YoungBuck sehen das so. Alle Spieler würden sich freuen, in ihrer Heimat spielen zu dürfen, und finden es toll, dass E-Sport in ihrer Region so eine große Sache geworden ist. „Ich freue mich schon bei dem Gedanken, im eigenen Land zu spielen!“, meint Hybrid. „Ich will für meine Fans und meine Familie einfach gute Arbeit leisten, weil sie wahrscheinlich da sein und mich anfeuern werden. Ich will so gut spielen, wie ich kann, und hoffentlich reicht das zum Sieg!“

Erwartungen an Rotterdam

Youngbuck

Erfolgreich als Coach ist Youngbuck allemal

Alle drei Spieler erwarten, dass die Leute von nah und fern zum Finale kommen werden. „Ich bin gespannt, was andere Leute über die Niederlande denken“, erzählt uns Hybrid. „Rotterdam ist eine sehr schöne Stadt. Ich freue mich schon riesig.“ Aber Rotterdam ist nicht das einzige Reiseziel für Fans, die sich die Show nicht entgehen lassen wollen. „Die Leute werden sich sicher auch Amsterdam anschauen. Das ist nur eine Stunde oder so entfernt. Sie können dort die Museen besuchen oder so. Genießt einfach die Stadt, Amsterdam ist ziemlich cool.“

YoungBuck sieht das auch so. „Ich kann nur empfehlen, in Amsterdam spazieren zu gehen, in den Einkaufsstraßen, auf dem Damm …“, sagt er. „Die Stadt ist sehr schön und hat im Vergleich zu Berlin oder Paris eine richtig authentische Atmosphäre.“ Er hat für diejenigen, die zum ersten Mal in den Niederlanden sind, noch mehr Tipps auf Lager. Besonders, was das Essen angeht. „Alles Frittierte ist so typisch für die Niederlande. Wir haben Bitterballen, Croquette, Frikandel … Das gibt es alles nur hier in den Niederlanden und wir haben richtig gutes Essen im Vergleich mit anderen Ländern. Sogar die kleinen Dinge wie Brot oder Käse schmecken besser als in Deutschland oder den anderen Ländern, in denen ich schon war.“

Kulinarische Highlights der Niederlande

Wenn Fans genau eine Sache probieren könnten in den Niederlanden, was würdest du ihnen dann empfehlen? „Ich mach es einfach: Geh in einen Febo und hol dir eine Rundvlesskroket. Das ist günstig und lecker. So eine Art Würstchen. Schwer zu erklären.“ Also ist es ein Würstchen, aber auch wieder nicht. Oder doch? Das wirst du selbst herausfinden müssen, wenn du hinfährst. Wenn du an weiteren Empfehlungen für das beste und typischste Essen in Rotterdam interessiert bist, dann solltest du dir diesen Artikel mal genauer anschauen.

Das Essen ist aber nicht das Einzige, auf das sich YoungBuck freut, wenn er nach Hause kommt. Er ist schon mehrmals von League-Fans auf der Straße erkannt worden. Davon kann er eindeutig nicht genug bekommen. „League of Legends ist in den Niederlanden ziemlich beliebt“, meint er. „Die meisten jüngeren Leute kennen das Spiel. Mir ist es schon ein paar Mal passiert, dass Leute auf mich zugekommen sind und mich gefragt haben, ob ich ‚der Typ von den Copenhagen Wolves bin‘. Das macht Spaß. Leute in meinem Alter erkennen mich ziemlich oft, also denke ich, dass vielen Leuten League of Legends ein Begriff ist.“

Febiven ist zuversichtlich, dass das Spiel in seiner Heimat beliebter denn je ist. „Ich denke, dass League of Legends in den Niederlanden jeden Tag beliebter wird“, sagt Febiven. „Ich weiß, dass viele holländische Schüler und Kinder spielen.“ Seiner Meinung nach werden es noch mehr werden, wenn größere Turniere in der Region abgehalten werden. „Ich weiß, dass da große Pläne bestehen. Sie fangen klein an. Ein Turnier für Schüler, damit die an einem Wettkampf mit kleinem Preisrahmen teilnehmen können. Sie wollen das populär machen. Vielleicht sogar im Fernsehen senden. Und ich glaube, dass sie auf dem richtigen Weg sind.“

Große Beachtung und Popularität

Vogue

Febiven in der niederländischen Vogue

League of Legends ist aber nicht das Einzige, das in den Niederlangen immer beliebter wird. Auch Febiven wird langsam zu einer Berühmtheit. „Ich bin noch nicht wirklich bekannt, aber seit mein holländischer Artikel veröffentlicht wurde, habe ich sehr viele Anfragen von Fernsehsendern für Interviews bekommen. Es haben mich schon ein paar Leute einen Tag lang begleitet und nächste Woche schaut ein bekanntes Fernsehprogramm bei mir vorbei, also komme ich ins Fernsehen. Das ist schon cool! Und sie wollen mich auch ständig im Radio haben.“ Was Febiven nicht erwähnt hat, ist sein vor kurzem in der holländischen Vogue erschienener Profilartikel! Aber keine Sorge, falls du das verpasst hast, es gibt einen Tweet dazu.

Wenn League also immer beliebter wird und es immer mehr lokale Turniere gibt, könnten wir da auch immer mehr niederländische Spieler in der LCS sehen? Febiven und Hybrid meinen, dass es bereits ein paar würdige Kandidaten in der Challenger Series gibt und auch ein paar, die die Solo-Warteschlange emporklettern. „Ja, es gibt ein paar holländische Spieler“, erklärt Hybrid. „CozQ war für Inspire Mid-Laner. Auch wenn sie es nicht in die LCS geschafft haben, da sie im Halbfinale der Challenger Series verloren haben, glaube ich trotzdem, dass er das Zeug zum Mid-Laner auf LCS-Niveau hat. Außerdem gibt es da noch Masterwork, der als Supporter für Millenium spielt, und die haben auch verloren. Aber wenn er sich immer weiter verbessert, schafft er es sicher. Ich freue mich, dass es ein paar Niederländer in der LCS gibt.“

„Da ist ein Typ namens Spreshal und er arbeitet hart an sich“, vertraut uns Febiven an. Mit viel Übung und Zeit könnte aus ihm seiner Meinung nach LCS-Material werden. Die Zeit könnte allerdings zum Problem werden, da man immer auch mit Schule und Familienleben jonglieren muss. „Seine Eltern könnten etwas dagegen haben, also braucht er auch einfach Glück. Aber er muss sein Bestes geben, es gibt immer jemanden, der besser ist als man selbst. Du wirst [keinem Team] empfohlen, wenn du in der Solo-Warteschlange negativ auffällst. Wenn du keinen guten Ruf hast, kriegt jemand anderes den Platz in der Mannschaft.“ Guter Rat für alle Profi-Spieler in spe. Es zählt nicht nur, wie gut du spielst, sondern auch, wie gut man in der Solo-Warteschlange mit dir (oder gegen dich) spielen kann.

Wir hoffen, dass du dich genauso sehr wie wir darauf freust, Rotterdam zu erkunden und beim Finale der europäischen LCS dabei zu sein. Wir sehen uns bei der Show!