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MSI

Die Champions des MSI 2017 sind …

Götter bluten, aber sterben tun sie nicht. SK Telecom T1 lieferte eine eindrucksvolle Vorstellung nach der anderen ab und konnte das vierte internationale Turnier in Folge gewinnen.

Im Verlauf des Turniers wurde es immer klarer, dass SKT der Konkurrenz haushoch überlegen war. Selbst in Spielen, in denen sie gleich zu Beginn in Rückstand gerieten, war es nur eine Frage der Zeit, bis sie sich wieder einen Vorteil erarbeiteten. Dabei hat SKT selbst die kleinsten Löcher in der Verteidigung ihrer Gegner gnadenlos ausgenutzt. Und das auch noch mit viel Stil. Bei dieser Vorstellung konnten sich die anderen Weltmeisterschaftsanwärter nur am Kopf kratzen.

In der Gruppenphase verlor SKT ein wichtiges Spiel gegen die Flash Wolves und ein bedeutungsloses Spiel gegen Team WE. Wir sahen, wie Peanut in unter 15 Minuten 14 Tötungen erlangte. Wir sahen, wie Faker seinem Status als Gott gerecht wurde. Und wir sahen ein unbarmherziges SKT, das sich seit den letzten großen Titeln sogar noch weiter gesteigert hat.

Nach einem überragenden Sieg gegen die Flash Wolves ging SKT als der große Favorit in das Finale des MSI in der Jeunesse Arena in Rio de Janeiro – nicht nur, um zu gewinnen, sondern um G2 Esports in den Boden zu stampfen. Im Publikum waren so viele Zuschauer wie bei keinem anderen Spiel, und die brasilianischen Fans sind wahrscheinlich die ausgelassensten und lautesten der ganzen Welt.

G2 konnte sich in Spiel 1 jedoch gleich einen Vorteil erarbeiten und beweisen, dass mehr in ihnen steckte, als man erwartet hätte. Faker starb in der Anfangsphase nicht einmal, nicht zweimal, nicht dreimal, sondern gleich viermal. Perkz war erfolgreich, wo noch keiner vor ihm erfolgreich gewesen war … oder zumindest schon sehr lange nicht mehr! Es war eine peinliche Vorstellung von Faker und die Gelegenheit für G2, der Herrschaft von SKT ein Ende zu bereiten.

„Ich glaube, das war eines meiner schwierigsten Spiele“, sagt Faker. „Meine Vorstellung war nicht gut. Und meine Verfassung war auch nicht gut.“

Faker

Ein paar kleine Ausrutscher in der Mitte des Spiels kamen G2 jedoch teuer zu stehen. SKT nutzte jede einzelne Gelegenheit. Sobald sich auch nur ein Gegner zurückzog, schoss Ashe ihren Pfeil ab. Der frühe Goldvorteil von G2 konnte SKT nicht einschüchtern. Sie waren keine 2 k Gold im Nachteil. Sie hatten einen negativen Vorteil von 2 k Gold. Ihre Fähigkeit, das Tempo des Spiels auch aus der schlechteren Position heraus zu diktieren, beweist, dass sie das zielorientierte Spiel perfektioniert haben. Und als sich SKT den Baron sicherte, war das Spiel so gut wie gelaufen. Das zog sich wie ein roter Faden durch das gesamte MSI: Sobald sich SKT den Baron sichern konnte, war das Spiel für ihre Gegner verloren. Es war wie in einem schlechten Horrorfilm.

In Spiel 2 schlug G2 jedoch zurück: Sie konnten auf allen Lanes Einzeltötungen einfahren. Faker hatte erneut keine Chance gegen Perkz, der ihn einmal sogar alleine töten und sich einen VT-Vorteil (CS) von 55 zu 28 erarbeiten konnte. Sie sind nicht umsonst die Könige Europas. Es wurde schnell klar, warum G2 die EU LCS im letzten Jahr dominierte. Und vor allem Perkz lieferte macht mit seiner Vorstellung vieles wieder wett.

SKT wehrte sich heftig, aber G2 blieb erbarmungslos und konnte einen entscheidenden Kampf gewinnen und sich den Baron sichern. Danach blieb G2 am Drücker und gewann einen Teamkampf, der ihnen schließlich den Sieg einbrachte. Es war genau das, was SKT im Verlauf des Turniers mit seinen Gegnern gemacht hatte.

Das war jedoch das letzte Mal, dass G2 etwas zu lachen hatte. Ihre Bemühungen in Spiel 3 wurden von Wolf, der eine phänomenale Vorstellung mit Zyra ablieferte, zunichte gemacht. Ein winziger Fehler reichte schon aus. Und die Sache war gegessen. In Spiel 4 schien der gute Lauf von G2 beim MSI endgültig vorbei, als sie von SKT so dominiert wurden, wie es die meisten erwartet hatten. Doch sogar in diesem Spiel versuchte G2 immer wieder, die Initiative zu ergreifen – sie zeigten, dass sie nicht aufgeben wollten, ohne ihr Bestes gegeben zu haben.

Leider war ihr Bestes nicht gut genug. Und es war wahrscheinlich die beste Leistung, die eine Mannschaft außerhalb von Korea gegen SKT zeigen konnte. Inzwischen hat SKT nur noch einen Gegner – und zwar ihre eigenen Schatten. Dennoch warten zu Hause Herausforderer, und die Verlierer des MSI werden sich wieder aufrappeln – das haben sie bisher immer getan. Schließlich konnten sie sich so den ersten Platz in ihren Regionen sichern.

Der Trainer von SKT, kkOma, sagt: „Meiner Meinung nach verdienen die Mannschaften [die beim MSI waren] Respekt. Der Unterschied zwischen dem Westen und dem Osten ist nicht so groß, wie er scheinen mag. Ich habe sogar damit gerechnet, dass G2 gegen Team WE gewinnt und ins Finale einzieht.“

Aber auch SKT wird sich weiterentwickeln. Und sich weiter verbessern. Zumindest im Moment kann ihnen niemand das Wasser reichen.