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Mithy, der beste Supporter Europas?

Alfonso "Mithy" Aguirre Rodriguez kann ohne Zweifel als Veteran der europäischen LCS bezeichnet werden. In seiner Karriere gab es viele persönliche Höhen und Tiefen trotzdem ist mit ihm an der Spitze immer zu rechnen. Und wenn er mal nicht dort ist, kämpft er sich zurück.

Einmal vom Gipfel ins Tal und zurück an die Spitze

Bevor Mithy sich 2012 dazu entschied seine Zeit vollkommen der professionellen Seite von League of Legends zuzuwenden hatte er bereits einige andere Videospiele auf kompetitiver Ebene gespielt. Die Leute, die er dadurch kennenlernte waren es schließlich, die ihn zu League brachten. Er testete das Spiel aus, blieb dabei und entschied sich, dass darin seine Zukunft liegt. Schon ein Jahr später,im Sommer 2013 wurde ihm eine Position in der Startaufstellung eines LCS Teams angeboten, den Lemondogs. Er konnte sich also von Anfang an in den oberen Rängen beweisen, da Lemondogs die reguläre Saison auf dem ersten Platz beendeten. In den Playoffs verloren sie leider das Spiel um den ersten Platz gegen Fnatic, konnten sich aber für die Weltmeisterschaft qualifizieren. Nach nur wenigen Monaten war Mithy schon dort angekommen. Zwar schieden sie in der Gruppenphase bereits aus, aber für Mithy muss die Qualifikation allein schon ein großer Triumph gewesen sein.

Am Ende der Weltmeisterschaft entschied er sich, wie fast alle seiner Teamkollegen, die Organisation Lemondogs zu verlassen und schloss sich Ninjas in Pyjamas an. Diese hatten gerade ihren Platz in der LCS an das polnische Team KMT und ihren besten Spieler Søren "Bjergsen" Bjerg verloren und mussten sich nun wieder zurückkämpfen. Tatsächlich konnten sie sich für die Sommerpromotion qualifizieren, unterlagen aber dem LCS Team Millenium und mussten sich daher weiterhin mit der Challenger Serie zufrieden geben. Im Juni 2014 aber wurde Mithy zusammen mit seinem Teamkollegen Erlend "Nukeduck" Holm offiziell von professionellen Spielen für den Rest des Jahres ausgeschlossen. Ihr Verhalten war in der Solo-Rangliste negativ aufgefallen. Für Mithy war dies ein großer Tiefpunkt in seiner Karriere und er hatte viel Zeit über seine mögliche Zukunft nachzudenken.

origen

Im Dezember desselben Jahres wurde Mithy’s Bann aufgehoben und er konnte sich wieder um einen Platz in einem Team bemühen. Er hatte bereits Kontakte geknüpft und entschied sich Enrique "xPeke" Cedeño Martínez bei seinem Versuch ein eigenes Team in die Liga zu bringen, zu unterstützen. Er tritt Origen offiziell im Dezember 2014 bei. Die Geschichte des Teams wurde schon oft erzählt. Eine Gruppe von erfahrenen Spielern und einem Jungstar in Jesper “Niels / Zven” Svenningsen als AD Carry. Mithy funktionierte hierbei als Erzieher und Leiter für den manchmal übermütigen Dänen. Die Beiden entwickelten sich schnell zu einem tödlichen Duo. Origen qualifizierte sich nach nur einer  Saison in der Challenger Serie für die LCS und ihre Siegesserie brach dort noch nicht ab. Am Ende des Sommers hatten sie sich den zweiten Platz gesichert und kämpften sich erfolgreich durch das Gauntlet zur Weltmeisterschaft. In nur wenigen Monaten war Mithy also wieder an der Spitze angelangt. Worlds verlief für ihn dieses mal sehr viel besser als in 2013. Nicht nur, dass Zven und er als die beste Botlane des Westens angesehen wurden, sondern auch die Tatsache, dass sich das Team bis zum Halbfinale durchkämpfen konnten. Dort unterlagen sie zwar den zukünftigen Weltmeistern SKT, aber die Leistung war trotzdem großartig. Von einem Bann bis zum Halbfinale von Worlds in nur 10 Monaten. Mithy war nun endgültig oben angekommen.

Die Ära G2

Origen blieb für den nächsten Split zusammen. Auch Mithy blieb, obwohl er von dem nordamerikanischen Team TSM angeworben worden war. Ein Wechsel des Teams käme für ihn nur mit Zven in Frage. Zu Origen kam außerdem noch Tristan "PowerOfEvil" Schrage hinzu, der vorher bei Unicorns of Love sehr gute Leistungen gezeigt hatte. Das Team schien perfekt zu sein. Leider konnten die Spieler nicht so gut mit PowerOfEvil zusammenarbeiten, wie gedacht. Sie wirkten schlecht organisiert und trotz stetig solider Leistungen machten sie den Eindruck der Kopflosigkeit. Es reichte für einen erneuten zweiten Platz am Ende der Frühlingssaison. Mithy hatte aber genug von zweiten Plätzen. Er wollte nun endlich die Trophäe in Händen halten. Dann eröffnete sich genau diese Möglichkeit. G2 Esports, die Origen im Finale geschlagen hatten, waren bereit ihn aufzunehmen. Ihn und Zven, wie Mithy es sich gewünscht hatte.

Zum Schock, Bedauern und Ärger vieler Origen-Fans startete das Botlane-Duo im Sommer 2016 also für die direkten Konkurrenten G2. Während es für ihn damit professionell stark nach oben ging, muss es für Mithy persönlich eine schwere Zeit gewesen sein. Besonders spanische Fans warfen ihm vor, sein Team “verraten” zu haben und nur des Geldes wegen zu G2 gegangen zu sein. Tagtäglich wurden ihm Hasskommentare auf Twitter geschickt. Sein Team aber zeigte eine gute Leistung nach der Nächsten und während sein altes Team sich langsam aber sicher dem Promotionstunier näherte, konnte er nun endlich die Trophäe in die Luft halten. Endlich europäischer Champion, endlich nicht mehr nur Zweiter. Erneut konnte er die Weltmeisterschaft besuchen. G2 Esports wurden dort hoch gehandelt, besonders wegen ihm und seinem Lane-Partner. Doch ähnlich wie es dem Team schon im MSI Turnier im Mai widerfahren war, konnten sie einfach nicht ihre besten Leistungen abrufen. Es kam also nicht noch einmal zu einer Teilnahme im Halbfinale. Die Organisation musste nach der Gruppenphase nach Hause fahren. Sie zogen damit zusätzlichen Hass der europäischen Zuschauer auf sich. 

mithy

Ohne Veränderungen im Team und mit einem Bootcamp vor der Saison starteten G2 Esports in das neue Jahr 2017. Obwohl gerade H2K von Experten hoch gehandelt wurden, waren es erneut G2, die ihre Dominanz über die anderen Organisationen geltend machte. Dies war oftmals den guten Leistungen von Mithy und Zven zu verdanken, die ihr Team wenn nötig auch alleine zum Sieg führen konnten. Mit nur einer Niederlage am Ende der Saison gegen ROCCAT, war G2 wieder auf besten Weg ihren Titel zu verteidigen. So kam es schlussendlich auch. Seit einem Jahr die ungeschlagenen Könige Europas, war Mithy wieder auf der Seite der Sieger.  Bei der nächsten MSI konnte G2 dann endlich ihre Fähigkeiten international unter Beweis stellen und sich einen Platz im Finale sichern. Dies war ein Höhepunkt für Mithy, auch allein deswegen, weil die Fans in Brasilien ihn kräftig unterstützten. Für den nächsten Split sollten G2 also unbesiegt sein, da kein Team in Europa ihren Leistungen nahe kommen würde. Doch dazu kam es nicht. Stattdessen fiel die Organisation in ein Loch und verlor für einige Wochen fast alle Spiele. Langsam kämpften sie sich wieder hoch. Zum ersten Mal mussten sie sich durch ein Viertelfinalspiel für das Halbfinale qualifizieren und scheiterten fast an dieser Aufgabe. Doch am Ende setzten sie sich durch, was in großen Teilen Mithy zu verdanken ist. Mithys Ziel: Die Verteidigung des Titels und die Teilnahme an der Weltmeisterschaft. 

Veteran und Mentor

Vor Kurzem wurde Mithy in das All-Pro Team gewählt und bekam damit den Titel des besten Supporters in Europa verliehen. Viele Zuschauer fanden diese Auszeichnung ungerechtfertigt aus den verschiedensten Gründen. Zum Beispiel, dass G2 diese Saison nicht die Höhenflüge erreichen konnten, die man für sie vorausgesagt hatte. Auch war er mit einem KDA von 5,0 und 222 Unterstützungen insgesamt eher im Mittelfeld der Spieler angesiedelt. Der Fnatics Supporter Jesse “Jesiz” Le z.B. führte die Liste mit 277 Unterstützungen in Europa an. Mithy ließ sich davon aber nicht beirren. Im Gegenteil es spornte ihn zu besseren Leistungen im Viertelfinalspiel gegen Splyce an. Obwohl für seine guten Leistungen hoch gelobt, ist er nie eine Persönlichkeit gewesen, die viele Fans angezogen hat. Er hat gelernt damit zu leben und zeigt immer wieder, dass trotzdem mit ihm zu rechnen ist. Er ist in seinem Team der einzige Veteran und ist damit für die Kommunikation und den Zusammenhalt des Teams zuständig. Ohne Mithy wäre G2 Esports heute nicht die Mannschaft, der wir gerne beim Gewinnen zusehen.

Schon vor seiner Zeit in G2 war Mithy als Mentor unverzichtbar. Er teilte die Botlane oft mit sehr jungen und unerfahrenen AD-Carrys, die er zur Professionalität führte. Dies begann bereits in Lemondogs, als er mit Erik "Tabzz" van Helvert, der gerade von der Midlane auf die ADC Position gewechselt hatte, spielte. Bald darauf lieferte sich Tabzz mit Martin “Rekkles” Larsson das Rennen um Platz eins der Schützen in Europa. Mithy spielte zu dieser Zeit in NIP mit Aleš "Freeze" Kněžínek, der seit dieser Zeit als ausgezeichneter ADC-Spieler gilt. Natürlich darf hier auch nicht Zven vergessen werden, Mithys aktueller Botlane-Partner. Es war für Zven von Vorteil seine ersten richtig professionellen Erfahrungen mit einem Veteranen wie Mithy zu machen. Die Beiden bekamen schnell ein eingespieltes Team und wechselten die Organisation zusammen. Für lange Zeit wurden sie als beste Botlane im Westen bezeichnet. Manche sagen, dass sie diesen Titel nicht mehr verdient hätten, aber sie werden sicherlich alles daran setzen sich dieses Jahr bei der Weltmeisterschaft wieder zu beweisen.

Während ich erneut einen Split gewinne werdet ihr nicht mehr daran Zweifel, dass ich so viel besser bin, als alle anderen. #SupportKing

Mithy auf Twitter

Mithy ist also seit vielen Jahren schon Teil der europäischen LCS und nicht daraus wegzudenken. Trotz mancher Höhen und Tiefen hat er nicht aufgegeben an sich zu arbeiten. Er scheint auch nicht so bald damit aufhören zu wollen. Obwohl seine Resultate schlechter sind als die anderer Supporter, wurde er in dieser Saison zum besten Support Europas gewählt. Denkt ihr, dass er den Titel verdient hat?