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Wahre Legenden - Wölfe, Trickser, Minotauren

Seit der Veröffentlichung von League of Legends sind fast acht Jahre vergangen. Einige der Lieblinge von Heute sind schon von Anfang an dabei gewesen. Grund genug, gerade diese Veteranen einmal näher zu betrachten und zu schauen, wie einige der ältesten Champions des Spiels sich heute entwickelt haben.

Am 27. Oktober 2009 öffnete League of Legends zum ersten Mal seine Pforten. Das ist inzwischen fast acht Jahre her und mit der Veröffentlichung des neusten Champions Camille kann die Liga heute bereits auf stolze 134 Mitglieder zurückblicken.

Da ist es leicht, zu vergessen, dass auch sie einmal vergleichsweise klein angefangen hat: Nicht mehr als 40 Champions standen zur Veröffentlichung zur Auswahl. Sie sind schon seit Beginn dabei und somit die Veteranen der Kluft.

In diesem Artikel haben wir bereits einen Blick auf einige von ihnen geworfen. Doch natürlich gibt es noch mehr Legenden, die das Spiel von Anfang an zu dem gemacht haben und machen, was es heute ist.

Auch sie verdienen es, näher beleuchtet zu werden.

 

Der unbeugsame Minotaurus

Zaqueri "Aphromoo" Black, Support von Counter Logic Gaming, Ist vielleicht für keinen seiner Champions so bekannt, wie für Alistar. Bereits während seiner World-of-Warcraft-Karriere bewies der Amerikaner eine starke Affinität für Minotauren und vielleicht ist sie einer der Gründe für sein erstaunliches Geschick mit dem unbeugsamen Krieger.

So benötigt die Kernkombination des eigentlich als "einfach" eingestuften Champions, welche aus „Kopfstoß“ (W) und einem gut darauf abgestimmten „Pulverisieren“ (Q) besteht, ein gutes Timing, schnelle Reaktion, eine gute Auffassungsgabe und einen geschulten Überblick, um jederzeit das Beste aus dem überraschenden Massenkontrolleffekt herausholen zu können.

Obwohl die Änderungen in den Patches 4.12 und 4.15 den gehörnten Bullen sowohl aus dem Dschungel, als auch aus der Top-Lane nahmen, bleibt er ein attraktiver Pick für die Rolle als Unterstützer.

Neben der erwähnten Kombination ist der Grund dafür hauptsächlich seine ultimative Fähigkeit „unbeugsamer Wille“. Sie verringert den erlittenen Schaden Alistars um bis zu 70% und sorgt somit dafür, dass dieser seiner Rolle als Tank auch ohne viele Gegenstände gut nachkommen kann.

Es ist kennzeichnend, dass der Minotaurus während all seiner Jahre in der Liga nur vergleichsweise wenig Änderungen erfahren hat. Zu erwähnen wäre hier das „Rework“ aus Patch 1.0.0.166, welches ihm mit „Trampeln“ eine neue passive Fähigkeit bescherte, sonst jedoch nur eine Anpassung seiner Fähigkeitenwerte mit sich brachte.

Schlussendlich brachte Patch 5.1. dem in die Jahre gekommenen Ochsen eine visuelle Überholung mit neuen Texturen, neuen Fähigkeitenicons und Animationen.

Die Konstanz, was sein Fähigkeiten-Kit betrifft, wird in der Pro-Szene durch Beliebtheit erwidert. Denn auch, wenn der Spring Split 2017 und Turniere wie IEM Katovice gezeigt haben, dass kontroll-orientierte Unterstützer wie Karma oder Tahm Kench derzeit sehr viel höher im Kurs stehen als Tanks, sorgen Profis wie Aphromoo dafür, dass der Minotaurus auch dann, wenn das Meta gerade nicht auf ihn zugeschnitten ist, nie ganz von der Bildfläche verschwindet.

Twisted Fate

Der Meister der Karten

Auch Twisted Fate, der Meister der Karten, kann bereits auf eine lange Geschichte in der Liga der Legenden zurückschauen. Sein Markenzeichen hier ist ohne Zweifel „Schicksal“. Diese ultimative Fähigkeit lässt den Magier jeden seiner Gegner offenbaren und innerhalb eines gewissen Radius über die Karte teleportieren.

Während sich viele Spieler noch mit einem Schaudern an die Tatsache erinnern, dass diese Fähigkeit einmal globale Wirksamkeit besaß und erst mit Patch 1.0.0.122 auf 5500 Einheiten reduziert wurde, ist weniger bekannt, dass das Kit des Tricksers bis zum 9. Mai 2009 – noch vor der offiziellen Veröffentlichung des fertigen Spiels – völlig anders funktionierte als wir es heute kennen.

Twisted Fates Passiv erhöhte die kritische Trefferchance seiner Verbündeten um 3-5%, basierend auf seinem Level.

Sein Q war „Siegel des Schicksals“, welches den betroffenen Gegner verstummen ließ und ihn sieben Sekunden lang mit einem Fluch belegte, der Schaden über Zeit verursachte.

Die zweite Fähigkeit in seinem Arsenal war „Joker“, unterschied sich aber beteutend von der, die uns heute unter gleichem Namen bekannt ist: Durch sie wurde der Schaden von Standardattacken des Kartenmeisters zufällig um 1 bis 100 Punkte erhöht.

Am erstaunlichsten für heutige Ohren klingt jedoch wohl seine E-Fähigkeit. Diese war „Tor“ und komplett identisch mit dem gleichnamigen Zauber, der heute auf der zweiten Aktivierung seiner ultimativen Fähigkeit liegt. Zudem war sie zum damaligen Zeitpunkt noch global, was bedeutete, dass er so gut wie jederzeit überall sein konnte. Dies machte ihn zum ultimativen Split-Push-Monster, jedoch waren seine Ganks in Ermangelung bedeutender Massenkontroll-Fähigkeiten weniger stark als heute.

Twisted Fates ultimative Fähigkeit „Schicksal“ war eine abgewandelte Form des ersten Teils der gegenwärtigen Fähigkeit unter gleichem Namen. Während schon damals Gegner auf der ganzen Karte sichtbar wurden, unterlagen sie zusäzlich einem viersekündigen Verlangsamungseffekt um 40%.

Zwischen Mail 2009 und dem ersten Quartal 2010 wurde Twisted Fate dann Stück für Stück zu dem Meister der Karten, der heute die Kluft der Beschwörer unsicher macht. Mit Patch 3.10 wurde die Passive „Gezinkte Karten“ zudem dahingehend geändert, dass nun nicht mehr alle Verbündeten von 2 Gold pro getöteter Einheit profitierten, sondern der Trickser selbst einen Bonus von 1 bis 6 Gold zugesprochen bekam.

Twisted Fates kompetitive Entwicklung lässt sich gut nachvollziehen, wenn man die Statistiken der Weltmeisterschaften im Jahre 2015 und 2016 miteinander vergleicht.

Während der Meister der Karten 2015 noch mit einer Pick-Bann-Rate von 38,4 Prozent in mehr als jedem dritten Spiel zu sehen war und damit zu den 15 meistgespielten Champions des Turniers gehörte, sank diese ein Jahr später auf gerade mal 7,8%. Auch die damit verbundene Winrate brach drastisch ein. Konnte der Trickser 2015 noch 58,3% seiner Spiele gewinnen, gelang ihm das im Oktober des letzten Jahres nicht ein einziges Mal.

Verantwortlich hierfür sind wohl vor allem Veränderungen im Metagame.

Warwick

Der große, böse Wolf

Warwick ist eine der Legenden, die mit der Fortentwicklung des Spiels immer weiter ins Hintertreffen geraten ist. So wurde der Blutjäger während der letzten zwei Jahre in keinem großen Turnier der professionellen Szene gespielt.

Die Gründe dafür waren in seinem Kit zu suchen: Warwick verfügte über wenig Reichweite, vergleichsweise geringe Mobilität, keinen Waveclear und eine zwar nützliche aber vorhersehbare und vergleichsweise unspektakuläre ultimative Fähigkeit.

Mit dem Rework von Patch 7.2 soll dies geändert und Warwick zurück in den kompetitiven Raum geführt werden. Der Werfolf verfügt mit seiner verbesserten Q-, sowie völlig neuen W- und ultimativen Fähigkeit nun über deutlich mehr Mobilität und – dank des neuen Sprung-Effektes – um Reichweite. Zusätzlich hilft ihm sein E, besser mit Dschungel-Monstern fertig zu werden.

Dies alles sollte Zhauns entfesseltem Zorn helfen, seine Rolle als gefürchteter Jäger deutlich überzeugender auszufüllen. Welche Auswirkungen das auf die professionelle Szene hat, wird sich zeigen.

Eines ist jedoch sicher: Geschichten, wie die von Warwick zeigen, dass auch lang vergessen geglaubte Legenden nicht unwichtig geworden sind und heute noch das Gesicht des Spiels verändern können.