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Zven after dieing to a gank
lcs

Werden die Könige gestürzt? Der Fall von G2.

Während sie bei der MSI noch überragend Europa vertreten hatten, konnten G2 Esports nach einer kurzen Pause nicht mehr ihre bekannte Stärke aufnehmen. Sichnur in der Mitte der Rangliste wiederzufinden ist für das Team eine unbekannte Situation.

Dominant seit der LCS Qualifikation

Im Promotionstunier im Sommer 2015 konnte sich G2, damals noch Gamers2 genannt, endlich für die europäische LCS bewerben. Lang hatten sie den Aufstieg versucht und waren oft gescheitert. Erst der bei Unicorns of Love ausgeschiedene Mateusz "Kikis" Szkudlarek  machte den entscheidenden Unterschied. Endlich waren sie Teil der LCS. Lange hatte Carlos "ocelote" Rodríguez Santiago  in sein Team investiert und es schien sich endlich auszuzahlen. In ihrem ersten Split konnte G2 sofort das Finale erreichen. Eine Leistung, die zuvor nur Origen geschafft hatte. Was ihr spanischer Rivale aber nicht erreichen konnte, war zur Finalteilnahme noch einen Gewinn zu verbuchen. G2 konnte sich durch gute Strategie und Zusammenarbeit zu den Königen Europa krönen und das nach nur vier Monaten in der ersten Liga.

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Diese Krone gedachten sie nicht an ein anderes Team abzugeben. Im Sommer 2016 holte sich die Organisation das beste Duo der Liga in die Aufstellung: Jesper "Zven" Svenningsen  und Alfonso "Mithy" Aguirre Rodriguez. Damit waren sie auch für die nächste Saison sehr gut aufgestellt. Es hatte den Anschein, dass kein anderes Team ihnen das Wasser reichen könnte. Es war also keine Überraschung, dass G2 erneut in die Finalspiele einzog und dort erfolgreich ihre Krone verteidigten. 2017 starteten sie dann mit einer unveränderten Aufstellung und das neue Beste aus 3 Format schien ihnen gut gelegen zu sein. Sie schafften es fast durch die gesamte Saison ohne in einer Serie besiegt zu werden. Am Ende wurde ihnen doch noch eine Niederlage von ROCCAT abgerungen. Das nächste Finale wartete also bereits auf sie. Erneut konnten sie sich den Sieg sichern und man begann von der G2 Ära zu sprechen.

Der Fluch: Gut zu Hause, aber schlecht international? 

 

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Ihre vielen Siege in der europäischen Liga brachten ihnen natürlich auch einige Plätze in internationalen Turnieren ein. Zweimal nahm G2 an MSI teil, einmal an der Weltmeisterschaft und auch vor kurzem an Rift Rivals. Fans machte sich das regional so erfolgreiche Team trotzdem nicht viele. Dies lag vor allem an ihren Leistungen auf diesen großen Bühnen. Schon bei ihrem ersten Auftritt, dem MSI 2016, machten die frisch gebackenen Sieger keinen guten Eindruck. Besonders in der ewigen Rivalität mit dem Team aus Nordamerika schienen sie stark unterlegen zu sein. Hinzu kamen Gerüchte, dass das Team vor dem Turnier eher Urlaub gemacht hatte als zu trainieren. Die Enttäuschung war groß: sie schieden schon nach der Gruppenphase aus. Ende des Jahres stand dann die Weltmeisterschaft an und dort sollte alles anders werden. Bootcamp anstatt Urlaub. Mit neuer Botlane und einem neuen Toplaner keimten neue Hoffnungen auf. Doch auch hier konnte das Team nicht überzeugen. Obwohl sie oft im frühen Spiel Führungen hatten, konnten sie nur wenige Siege einstreichen. Trotz größerer Vorbereitung schieden sie erneut nach der Gruppenphase aus. 

Als sie dieses Jahr also wieder zur MSI fahren durften, waren die Erwartungen relativ gering. Man sprach davon, dass G2 auf internationalen Turnier unter einem Fluch stand, so dass sie einfach nie ihre vollen Fähigkeiten zeigen zu können. Europäische Fans schrieben sie bereits ab, bevor das Turnier überhaupt begonnen hatte. Zu Beginn der Gruppenphase schien sich der Verdacht auch wieder zu bestätigen. Die ersten Tage liefen für die Organisation eher durchwachsen, doch dann nahm das Team langsam Fahrt auf. Sie konnten sich Siege über fast alle anderen Teams holen und schafften es zum ersten Mal an einem internationalen Turnier aus der Gruppenphase. Durch einen überzeugenden Sieg im Halbfinale konnten sie sich sogar für das Finale qualifizieren. Dort unterlagen sie zwar den übermächtigen SKT, zeigten aber dennoch großartige Fähigkeiten. Der Fluch schien endlich gebrochen. G2  war am bisher höchsten Punkt ihrer Geschichte angelangt.


Der umgekehrte Fluch: Gut international, aber schlecht zu Hause?

Vor Beginn dieses Splits also war G2 als Gegner in Europa gefürchtet. Ihre Leistungen beim MSI waren beeindruckend und machten sie zu einer starken Kraft in der EULCS. Manche Profis sprachen sogar davon, dass G2 im ganzen Sommer kein Spiel verlieren würde. Ein netter Spaziergang zum nächsten Titel quasi. Nach MSI gab ocelote zwei seiner Spieler eine Woche frei, um zurück nach Korea fahren zu können. Stattdessen spielten Auswechselspieler. Das waren teilweise Spieler, die noch nie auf der Bühne der LCS gespielt hatten. Unter G2s Banner zeigten sie gute Leistungen und holten sich einen Sieg, obwohl sie nur wenige Tage zusammen trainiert hatten. Die Woche darauf spielte wieder die Hauptaufstellung des Teams und wurde überraschenderweise vernichtend geschlagen. Möglich, dass die Zusammenarbeit auf dem neuen Patch noch nicht wirklich funktioniert, dachten sich die Fans. Sorgen machte sich da noch keiner.

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Doch auch in den nächsten Wochen konnten G2 einfach nicht richtig Fuß fassen. Die Zugeständnisse, die man ihnen Anfang des Splits noch gemacht hatte, waren nun nicht mehr gültig. Ein Top-Team musste die Fähigkeit haben sich so schnell wie möglich Veränderungen anzupassen. Es sollte nicht vier Wochen dauern, um sich wieder einzuspielen. Schnell wurde klar, dass G2 den Platz an der Spitze an andere Organisationen abgeben muss. Sie stehen nun in ihrer Gruppe in der Mitte. Plötzlich wurde also vom umgekehrten Fluch gesprochen. Davon, dass das Team nun international gute Leistungen bringen könnte, aber dafür in der Region ihre Dominanz verlieren würden. Rift Rivals wurde mit Spannung erwartet. Nur wenige glaubten wegen dieser schlechten Bilanz an G2, allerdings hofften die Fans auch weiterhin, dass das Team zu seiner alten Größe zurückfinden würde. Weit gefehlt. Das Team konnte sich im ganzen Turnier nur einen einzigen Sieg holen. Ihre Strategie schien Löcher zu haben, die Zusammenarbeit nicht zu funktionieren. Es gab offensichtliche Probleme nicht nur im Spiel selbst, sondern auch außerhalb. 

Auch wenn es ihnen jetzt klar geworden ist, dass an Problemen gearbeitet werden muss, sollten G2 langsam Fahrt aufnehmen. Die Wochen bis zu den Playoffs sind begrenzt. Sicherlich sind sie noch nicht bereit ihren Titel ohne Kampf aufzugeben. Diese Woche müssen sie gegen Splyce ran. Ein Matchup, das vor einigen Monaten klar zu ihren Gunsten ausgegangen wäre. Jetzt kann man sich dessen nicht so sicher sein. Ihr Gegnerteam hat sie während Rift Rivals studieren können und sich vorbereitet. Aber G2 braucht Siege um Punkte gutzumachen. Es ist schließlich bald Weltmeisterschaft und sie wollen sicher Europa wieder vertreten dürfen.

Ob sie ihre Leistungen wiederfinden können und ihre Gegner schlagen werden seht ihr Freitag um 17 Uhr auf lolesports.com!