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Universität

Das UEG-Wildcardturnier WS 2017/18

Mehr als 30 Studententeams aus ganz Deutschland kämpfen um den Platz in der ersten Liga!

Wie mittlerweile Tradition, fand am vergangenen Sonntag und somit eine Woche vor Liga-Start, das League of Legends Wildcard-Turnier von University eSports Germany (UEG) statt. Die 31 teilnehmenden Teams von 22 verschiedenen Universitäts-Standorten spielten um den letzten Startplatz in der ersten League of Legends Uniliga.

 

Außer dem UEG-Neuzugang Felix “scorto” Ritzmann, der zusammen mit dem alteingesessenen Tim “Probably” Weckfort die Spiele als Caster begleitete, gab es auch noch eine Menge weiterer, neuer Talente zu bewundern. 16 brandneue Teams, deren Organisationen bislang noch nicht am League of Legends Spielbetrieb von UEG teilgenommen hatten, waren angetreten, um den arrivierten Clubs und Hochschulgruppen die direkte Qualifikation zur ersten Liga streitig zu machen. Alle Teilnehmer finden sich hier.

 

Angesichts dieses Teilnehmerfelds war es kein Wunder, dass gleich im ersten übertragenen Spiel mit Lokomotive Mannheim ein vielversprechender Neuling gegen ein Team aus UEG-erprobten Spielern, University eSports Hannover Black (ehemals “Team Nashor”), antrat.

Mannheim hatte auf dem Papier das deutlich bessere Team, einzig im Jungle sahen die Hannoveraner stärker aus. Im Draft sicherte sich Mannheim vor allem starke Meta-Picks; insbesondere Taliyah und Rek’Sai sollten im Early-Game für Druck sorgen. Hannover hingegen entschied sich für eine drei-Mann-Frontline aus Galio, Gragas und Alistar, dahinter Ashe und Orianna.

 

Nachdem die Mannheimer auf Betriebstemperatur gekommen waren, gingen sie rasch in Führung. In der 15. Minute kam es im Bereich der Botlane bereits zu einem vorentscheidenden Scharmützel, bei dem beide Teams letztlich mit jeweils vier Spielern aufeinandertrafen. Mit dem gewonnenen Kampf konnte sich Mannheim nicht nur vier Kills, sondern darauffolgend auch den ersten Turm und den ersten Drachen sichern.

 

Die Jungs von der Neckar blieben in der Folge am Drücker, gab nur noch vereinzelt Tode ab und sicherte sich in den größeren Fights zumindest 2-3 Kills; spätestens nachdem sie bei Minute 20 einen weiteren Teamfight gewonnen und sich Baron Nashor gesichert hatten, konnten sie eine Reihe katastrophaler Fehlentscheidungen von University eSports Hannover Black ausnutzen, um das Spiel in unter 25 Minuten zu Ende zu bringen.


 

Das Achtelfinale

 

Auch im zweiten Spiel, der Achtelfinal-Begegnung zwischen University eSports Frankfurt und Ilmenau Kickelhähne, kam es zu einem Duell zwischen “alt” und “neu”, wobei die Frankfurter zugegebenermaßen auch erst eine Saison in der zweiten Uniliga vorzuweisen hatten.

 

Im Draft gelang es UEF zudem, sich mit Caitlyn/Lulu die derzeit dominanteste Laning-Botlane zu sichern. Rek’sai für die Frankfurter schien außerdem die aggressivere Jungle-Wahl (als Maokai) zu sein. Auf der toplane hatte Ilmenau immerhin potenziell mehr Druck: solange es Moonbreaker nicht gelingen würde, sein “Stand United” für cross-map Plays zu nutzen, wäre er gegen Camille vermutlich permanent gefordert.

 

Frankfurt gelang es schnell, Druck auf der Botlane aufzubauen und sich, neben einigen Kills, bereits nach sechs Minuten den ersten Turm des Spiels zu sichern. Nach einem Laneswap folgte drei Minuten später schon der äußere Toplane-Turm und obwohl Ilmenau versuchte, die Frankfurter dafür zu bestrafen, zogen die Hessen auf 5:1 Kills davon.

 

Im Mid-Game kamen Ayiboggan und Deloron immer wieder zu einzelnen Picks und spätestens mit dem Baron Nashor für Frankfurt nach 22 Minuten zeichnete sich ab, dass das Spiel ein baldiges Ende finden könnte. Nach 25 Minuten gelang es den Main-Anrainern dann auch, einem gewonnenen Teamfight den ersten Inhibitor des Spiels folgen zu lassen.

 

Danach mussten die Frankfurter das Spiels nur noch ruhig nach Hause bringen; den beiden anderen Inhibitoren folgte nach 28 Minuten dann auch der Nexus. Das letztes Aufbäumen der Ilmenauer Kickelhähne war von Anfang an zum Scheitern verurteilt und konnte University eSports Frankfurt auch nicht mehr aufhalten.


 

Das Viertelfinale

 

Im Viertelfinale begegneten sich mit Hardstuck Bronze Bremen und den D-City Gaming Royals (aus Darmstadt) wieder ein “Rookie” und ein Zweitliga-Team. Bremen sollte auf der oberen Hälfte der Map überlegen sein, während die Darmstädter Botlane aus Riemt und Boobsareserious einen leichten Vorteil hatte.

 

Der Draft startete wenig überraschend, beide Teams priorisierten zunächst Target-Bans. Bremen konnte sich als blaues Team mit Lulu direkt einen starken laning support sichern. Damit war sichergestellt, dass die Bremer Botlane entspannt farmen könnte. Interessanterweise entschied sich KlRlTOKUN, der in der Soloqueue eigentlich eher Splitpush-Champions spielt, mit Maokai einen unterlegenen Toplaner zu picken.

 

Die Anfangsphase des Spiels verlief sehr ruhig und so dauerte es bis zur 22. Spielminute, bis sich SchranZyo in der Midlane den ersten Turm des Spiels sichern konnte. Dadurch erhielten die Darmstädter besseren Zugang zum Bremer Jungle und konnten kurze Zeit und einen Fight später mit ca. 2.5k Gold davonziehen.

 

In der 27. Spielminute versuchte sich D-City an einem sneaky Baron und war damit erfolgreich - kurze Zeit später rissen sie die beiden äußeren Toplane-Türme ein und konnten auch noch einen Kampf um den vierten Drachen deutlich für sich entscheiden.

 

Daraufhin forderte D-City auch noch den Midlane-Inhibitor als königlichen Tribut, den Bremen kampflos aufgeben musste. Beim Toplane-Inhibitorturm schlugen die Norddeutschen hingegen endlich zu: Schamshir und Reval konnten hinter die Südhessen teleportieren und so ein 5v4 erzwingen. Darmstadt gelang es zwar noch, den Turm zu zerstören, verlor aber alle Spieler ohne eigenen Kill.

Als sich Riemt auf Xayah bei Nashor zu nah an die gegnerische Frontline heranbegab und schon zu Beginn des Fights seine Ultimate ziehen musste, war für Bremen die Zeit zum Handeln gekommen. Eine schöne Combo von Schamshir und 3x4C0r3 nagelte nahezu das komplette Darmstädter Team an die Wand. Einzig boobsareserious auf Rakan entging dem Gemetzel.

 

Bremen fand nun immer besser ins Spiel, während die D-City Gaming Royals immer defensiver spielten. Riemt ließ sich in den letzten Spielminuten ein-, zweimal zu oft auf dem falschen Fuß erwischen und so gelang es Hardstuck Bronze Bremen schlussendlich, die Partie nach einem letzten Catch für sich zu entscheiden.

 

 

Das Halbfinale

 

Das Halbfinale beinhaltete eine Begegnung der besonderen Art: mit Square Gaming Alpha gegen Lokomotive Mannheim standen sich nicht nur erstmals im Stream zwei Neulingsteams gegenüber - es war sogar ein Mannheimer Lokalderby.

 

Wie in der ersten übertragenen Partie wurde Lokomotive Mannheim im Vorfeld als Favorit gehandelt. Rayleigh mit seinem aggressiven Jungle Playstyle und Championpool war mehr oder weniger die einzige Hoffnung für Square Gaming, die insbesondere auf der Botlane deutlich schwächer aufgestellt waren - Memwin spielte als Midlaner in der AD-Carry Rolle auf einer seiner schwächeren Positionen.

 

Im Draft entschied sich Rayleigh allerdings für Sejuani, wodurch er darauf verzichtete, in der Anfangsphase des Spiels allzu großen Einfluss aufs Spielgeschehen zu nehmen. Die sonstigen Lanes wurden von SGA wie erwartet besetzt: tanky Toplaner (Cho’Gath), waveclear mid (Ziggs) und meta Botlane (Xayah/Lulu). Auf der Gegenseite wählte Lok Mannheim ein Mid-Game-lastiges Team, mit Atombionic auf seinem Liebling, Jarvan IV.

 

Das Spiel begann langsam, allerdings gelang es Atombionic auf der Toplane, sich früh den ersten Turm der Partie zu sichern. Spätestens mit dem Abreißen des Midlane-Turms und dem ersten Drachen (13. Minute) war die Lokomotive vorgeheizt und Dampf unterm Kessel. Nach 17 Minuten, vier Kills und dem äußeren Botlane-Turm rissen Atombionic & Co., unterstützt vom Rift Herald, auch schon den ersten inneren Turm auf der Botlane ein.

 

In der Folge zeigte sich, dass Square Gaming Indigobears Kog’Maw nicht in den Griff bekam. Selbst einen scheinbar guter Catch nach 20 Minuten konnten die Alphas nicht nutzen, sondern verloren Cho’Gath und mussten auch noch Baron abgeben. Dieser Baronbuff reichte Lokomotive Mannheim dann aus, um noch einmal mit Volldampf die Frontline von Square Gaming Alpha über den Haufen zu fahren und das Spiel in unter 25 Minuten zu beenden. Damit stand Lokomotive Mannheim im Finale gegen Hardstuck Bronze Bremen, die sich im anderen Halbfinale gegen OSGG Osnabroken durchsetzen konnten.


 

Das Finale

 

Im Format bester-aus-3 ausgetragen, war das Finale eine spannende Angelegenheit zwischen zwei Teams, die bislang noch in keiner der beiden Uniligen vertreten waren.

 

 

Spiel 1

 

Wie im Spiel gegen Darmstadt nutzte HBB den ersten Pick als blaues Team für Lulu, dem sie in der zweiten Rotation auch noch Sejuani und Caitlyn folgen ließen. Die Badner waren jedoch anscheinend auf diese Kombination vorbereitet und entschieden sich neben der vertrauten Rek’Sai im Jungle für Varus und eine überraschende Soraka, um dem Harass von Lulu zu begegnen. Bremen beendete den Draft mit Twisted Fate, Revals meistgespieltem champion, und Irelia als Gnar Counterpick.

 

Erst in der 10. Spielminute kam Spannung auf und Boph Teífong zu einem Überraschungsbesuch in der Midlane vorbei - Caojungle und Cheddo konnten Reval auch nach dessen Flash noch folgen und holten somit First Blood für Lokomotive Mannheim. Beide Teams ließen sich von diesem sanften Start jedoch nicht einlullen und fanden sich zur 13. Minute kollektiv auf der Botlane ein - im folgenden Blutbad blieb nur ein Spieler am Leben.

 

Mannheim nutzte ihr besseres Map-Movement und Shotcalling für eine Reihe von weiteren Kills, denen sie auch immer wieder Objectives folgen lassen konnten (erster Turm, erster Drache, Rift Herald usw.). In der 25. Minute versuchte Mannheim, Baron zu baiten und dann, nachdem Revals “Destiny” abgelaufen war, zu forcieren. Bremen gelang es jedoch, die Badner in die Zange zu nehmen und nicht nur 5 Kills ohne Verluste zu erzielen, sondern auch noch Baron Nashor und die restlichen äußeren Türme mitzunehmen.

 

Bremen war nun vollständig ins Spiel zurückgekehrt und konnte nun selbst Druck aufbauen. Schamshir war mit seiner Irelia mehr und mehr in der Lage, Atombionics Gnar aus der Lane zu drängen und konnte zusammen mit 3x4C0r3 diesen Vorteil schlussendlich auch in Kills und Türme umsetzen. Bremen blieb weiter auf dem Gaspedal und konnte nach und nach weite Teil der Mannheimer Basis zerstören, bis es Mannheim endlich gelang, Zugriff auf Twisted Fate zu bekommen und die Bremer zu vertreiben.

Trotzdem gelang es den Mannheimern nicht, gegen die Bremer Map-Pressure vorzugehen; nach knapp 40 Minuten waren diese dann in der Lage den Sack zuzumachen und sich das erste Spiel des Finales zu sichern.

 

 

Spiel 2

 

Im Draft der zweiten Partie änderte Lokomotive Mannheim - jetzt als blaues Team - überraschend ihre Pick-Strategie, ließen die Botlane in der ersten Pick-Phase komplett offen und sicherten sich stattdessen mit Taliyah und Jarvan ihre Comfort-Picks auf den Sololanes. Hardstuck reagierte schnell und wählte Ezreal als aggressiven jungler aus, um auf Caojungles Gragas Druck aufbauen zu können.

 

Mannheim startete besser ins Spiel und konnte sich auf allen Lanes frühe Kills sichern, ohne dafür allzu hohe Verluste hinnehmen zu müssen. Innerhalb der ersten 16 Minuten rissen sie alle äußeren Türme ein und zogen mit 4k Gold davon. Nach 20 Minuten versuchte Hardstuck Bronze Bremen, Lokomotive Mannheim von ihrer Toplane zu vertreiben - ein guter Reengage brachte Mannheim jedoch vier verlustfreie Tötungen und den Midlane-Inhibitorturm ein.

 

Fünf Minuten, zwei gewonnene Teamfights und einen Mannheimer Baron später stand dann fest, was sich abgezeichnet hatte: Lokomotive Mannheim überrannte Hardstuck Bronze Bremen und gewann ihr erstes Spiel in diesem Finale.

 

Die beiden ersten Spiele waren jeweils genau so abgelaufen, wie sich die beiden Teams im Turnierverlauf präsentiert hatten: Bremen hatte durchaus das Potenzial, eine schwache Anfangsphase durch gute Teamfights wieder wettzumachen - Mannheim spielte das Early-Game hingegen deutlich aggressiver, konnte Kill-Vorteile auch gut in Objectives umsetzen und somit ihre Siege auch schnell nach Hause bringen.

 

 

Spiel 3

 

Im alles entscheidenden dritten Spiel musste Bremen nun zeigen, dass sie dem frühen Druck der Mannheimer standhalten konnten, um dann im Late-Game ihr Spiel aufziehen zu können.

Dementsprechend fiel ihr Draft ähnlich aus wie im ersten Spiel: splitpush-threat Toplane (Camille), tanky Jungler (Cho’Gath), semi-global Midlaner (Galio) und pushing Botlane (Tristana/Lulu). Mannheim hingegen spielte im Vergleich zu ihrem Sieg im zweiten Spiel auf drei Positionen unverändert: Jarvan IV, Gragas und Xayah waren für sie wieder die Mittel der Wahl. Nur beim Support und der Midlane mussten sie sich, bedingt durch die Bremer Bans, anpassen und entschieden sich für Bard bzw. Orianna.

 

Die Norddeutschen blieben in ihrem Spiel eher reaktiv, während Lok Mannheim weiterhin proaktiv auf der Map unterwegs war; allen voran Boph Teífong. Das Spiel blieb - abgesehen von vereinzelten Kills - zunächst ereignisarm, bis sich Mannheim nach 20 Minuten endlich den ersten Turm des Spiels sichern konnte. Nun wurde das Spiel hektischer. Beide Seiten konnten sich diverse Objectives sichern, allerdings schien Bremen vergleichsweise gut dabei abzuschneiden. Bevor nach 25 Minuten ein größerer Teamfight in der Midlane ausbrach, waren sie im Gold quasi gleichauf, hatten aber zusätzlich noch zwei Drachen für sich beansprucht. Dieser Fight allerdings kostete sie, nach einer grandiosen “Shockwave” / “Cosmic Binding” Kombination auf Akiae, insgesamt drei Kills und den Baron für Lokomotive Mannheim.

 

 

Wie auch schon gegen Darmstadt, wollte sich Hardstuck Bronze Bremen auf keinen Fall in ihr Schicksal ergeben und so suchten sie in der 30. Minute mutig die Auseinandersetzung. Zwar sah der Engage zunächst vielversprechend aus, doch dann machte sich der deutliche Goldvorteil der Badner bemerkbar. Am Ende standen für Bremen nur noch Akiae und Limitrochen, die zu zweit dem Ansturm des verbliebenen Zugpersonals nichts mehr entgegensetzen konnten. So stand nach ziemlich exakt 30 Minuten fest, dass Lokomotive Mannheim als Gewinner des UEG Wildcardturniers im kommenden Semester in der ersten Uniliga mitspielen wird.

 

Herzlichen Glückwunsch an die Mannheimer, von denen insbesondere Atombionic wegen seines umsichtigen und proaktiven Spiels für mich als MVP heraussticht. Natürlich seien auch die Leistungen des restlichen Teams nicht vergessen - z.B. Boph Teífong als roaming Support; jeder einzelne Spieler wurde seiner Rolle mehr als gerecht.


Den vollständigen Turnierbaum mit allen Ergebnissen gibt es hier.