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Universität

Rise of "the Beast"

Ob als Zuschauer im Uniliga-Stream oder als Spieler in Summoners Rift, es gibt kein Vorbeikommen an Chen “Gilles” “Jinsh” Xiao-Zhou. Der 22-jährige ist Midlaner bei KIT SC White und in der Community eher unter dem Namen “Jinsh Beast” bekannt. Letzte Season gewann er mit seinem Team den Meisterschaftstitel. Der Weg dorthin war lang und nicht immer einfach. Wir wollten es genauer wissen und haben nachgefragt.

Wie alles begann

Seinen ersten PC bekam “Jinsh” mit etwa zehn Jahren. Er spielte zunächst einige Offlinespiele bevor er die Onlinewelt zu erforschen begann. Nachdem er viele Spiele ausprobiert hatte, stieß er Ende 2010 auf einen Streamer, der League of Legends spielte. Er meldete sich selbst an und fing relativ schnell an Ranked-Matches zu spielen. Ende Season 1 war er ungefähr auf heutigem Silberniveau. Er blieb ehrgeizig und schaffte es, als Toplane Main, die Rangliste weiter hinauf zu steigen. Season 2 kletterte er bis Diamond 5 und Season 3 sogar bis Diamond 1. Dort stagnierte er jedoch. Als er das Gefühl hatte nicht mehr weiter zu kommen, wechselte er von der Toplane in die Midlane. Dieser Rollenwechsel brachte ihn in Season 4 schließlich bis in die Challenger-Ränge.

Erste kompetitive Erfahrungen

Zu dieser Zeit bekam er die ersten Anfragen kompetitiv zu spielen. Er war sofort interessiert und spielte von da an in der spanischen Liga. Ohne nennenswerte Erfahrungen im kompetitiven Bereich zu haben, schlug er sich in den Online-Matches gut. Einzig bei Offline-Events blieben die Erfolge aus. Das Ausbleiben von Erfolgserlebnissen weckte geringe Zweifel.

Jinshs Promo-Game in der LCS gegen Gambit (2015)

Jinshs Promo-Game in der LCS gegen Gambit (2015)

Er versuchte daher selbst ein Team zu gründen, in dem unter anderem “Steelback” hätte spielen sollen. Da sich kein geeigneter Jungler finden ließ, kam es jedoch nie dazu. Unter dem vielen LoL spielen hatten außerdem seine schulischen Leistungen gelitten. Er entschied sich daher mit dem Spiel aufzuhören, um nicht sitzen zu bleiben. Lange blieb er dem Spiel jedoch nicht fern. Eine Season später spielte er wieder und konnte sich abermals bis in die Challenger-Ränge hochkämpfen. Ein Kumpel fragte ihn schließlich, ob er nicht mit ihm für eine Organisation spielen wolle, die sich für die Challenger Series zu qualifizieren versuchte. Das funktionierte zu dieser Zeit noch über die Ranked 5v5 Ladder. Die Top Teams dieser Rangliste hatten die Möglichkeit in die EU LCS einzusteigen.

Höhen und Tiefen

Nach einem 5v5 Match gegen Mousesports wurde er von diesen gefragt, ob er Interesse an einem Tryout hätte. Mit dem Ziel eines Tages in der LCS zu spielen, nahm er das Angebot dankend an. Die Tryouts liefen gut und “Jinsh” trainierte täglich mit dem neuen Team. Nach zwei bis drei Monaten kam jedoch der Tiefschlag, als seine Teamkollegen ihn ohne Vorwarnung durch eben jenen Spieler ersetzten, für den “Jinsh” ins Team gekommen war. All die Anstrengung, all die Arbeit, all das Training, umsonst. Und wieder auf Kosten seiner schulischen Leistungen. Er entschied sich also ein zweites Mal dazu das Spiel an den Nagel zu hängen. Nachdem er sein Schuljahr retten konnte, besuchte “Jinsh” mit einem Freund seine Familie in China. Dort musste er in einer “PC Bang” (PC Bangs sind öffentliche Räume, ähnlich eines Internetcafés, in Asien, die das Spielen von Computerspielen zu günstigen Preisen ermöglichen) mit ansehen, wie sein Ex-Team die direkte Qualifikation in die EU LCS verpasste.

Jinsh mit ocelote (G2) (2015)

Jinsh mit ocelote (G2) (2015)

Wieder angefixt von LoL begann er, nach seinem Urlaub, in der Heimat erneut zu spielen. Nach einigen Wochen wurde er von mousesports’ Coach angeschrieben und gefragt ob er  nicht wieder für sie spielen wolle. “Jinsh” sagte ein weiteres Mal zu, ersetzte ein weiteres Mal den selben Spieler, und begann eifrig zu trainieren. Gemeinsam fuhr das Team zum Bootcamp nach Berlin und spielte dort gegen LCS Teams, wie Unicorns of Love und Giants, um sich auf das entscheidende Relegationsmatch gegen Gambit vorzubereiten. Nach erfolgreichen Scrims war das Team zuversichtlich, konnte sich jedoch gegen ein zu starkes Gambit nicht durchsetzen.

Ob das ungewohnte Setting auf der LCS Bühne oder eventuelle Müdigkeit einen Einfluss auf die Niederlage hatten, vermag “Jinsh” jedoch nicht zu sagen. Enttäuschend war sie allemal. Trotzdem wollte er weiter mit dem Team spielen, das sich abermals für einen anderen Spieler entschied.

Season 6 verlief nach seiner Aussage “relativ ereignislos”. Mit einem spanischen Team spielte er auf drei Turnieren, konnte jedoch keines davon gewinnen. Dies und die negativen Erfahrungen, die er mit Organisationen gemacht hatte, sorgten für den Entschluss sich wieder auf die Schule zu konzentrieren, da er inzwischen auf das Abitur zuging. 2017 brach er sich im Sportunterricht den kleinen Finger, was dazu führte, dass er seinen Ausgleich, den Kraftsport, nicht weiter ausüben konnte. Stattdessen begann er von neuem vermehrt LoL zu spielen, bevor er sich wieder auf die Abiturprüfungen konzentrierte.
Und wieder wurde er von einem Team angeschrieben. Diesmal von Galatasaray Istanbul. Auch diesem Team sagte er zu und auch dieses Team enttäuschte ihn. Nachdem er für ein paar Wochen für das Team gespielt hatte, wurde er auch hier ohne Ankündigung durch einen anderen Spieler ersetzt.

Der Trend geht zum Zweitteam

In der Folgezeit spielte “Jinsh” für mehrere kleine Teams gleichzeitig. Sowohl in der spanischen Liga, als auch in der österreichischen A1 Liga konnte er mit seinen Teams jedoch keine Titel gewinnen. Im Wintersemester 2017/18 startete er dann sein Informatikstudium in Karlsruhe. In der ersten Woche des Semesters kamen Vertreter des KIT SC, damals noch ESUKA, in die Vorlesung und luden zu einem Vorstellungsabend ein. “Jinsh” stellte sich vor, wurde jedoch nicht ins Team aufgenommen, weil das Roster zu diesem Zeitpunkt schon feststand. Im Februar 2018 meldete sich die Gruppe jedoch bei ihm, um ihn für das Sommersemester 2018 einzusetzen. Doch auch hier schaffte er es nicht sich im Finale als Sieger durchzusetzen. Karlsruhe unterlag im Finale den Mannheimern.

Endlich der Titel!

Im Wintersemester 2018/19 war es dann endlich soweit. Nachdem der KIT SC die ganze Season auf Platz zwei der Tabelle gestanden hatte, schafften sie es sich im Finale gegen Bremen durchzusetzen. Auf die Frage, ob das Publikum vor Ort eine Auswirkung auf ihn gehabt habe antwortete er: “Sobald man ingame ist bekommt man das nicht mehr mit. […] Höchstens bei krassen Teamfights.” Er hatte jedoch Sorge, dass seine Teammitglieder nervös sein könnten, weil sie vorher nie auf einem solchen Event gespielt hatten.

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Diese Sorge bestätigte sich jedoch nicht. Seine anstrengendste Series war nach eigener Aussage ohnehin das Halbfinale gegen Darmstadt. Vielleicht hatten die Karlsruher dadurch Nerven aus Stahl. Noch dazu hatte das Team im letzten Semester einen Teammanager, der sich um alles gekümmert hat, was außerhalb des Spiels passierte. Das erleichterte vieles. 

Mit dem Meisterschaftstitel kam für “Jinsh” auch die große Erleichterung. In den letzten Jahren hatte er viele Offline-Turniere gespielt und keines davon gewinnen können, woraufhin sich Selbstzweifel eingeschlichen hatten. Mit dem Sieg ist nun auch die Hoffnung gekommen, noch einige Male im Finale zu spielen.

Wie es weitergeht

Im letzten Semester spielte “Jinsh” für drei Teams in drei verschiedenen Ligen. Für Team Panthers in der ESL Meisterschaft, für Tickling Tentacles willhaben in der A1 Liga und den KIT SC in der Uniliga. Wie er das zeitlich gemeistert hat, weiß er selbst nicht mehr. Das Team in der deutschen Liga will er im nächsten Semester jedoch verlassen, damit er sich mehr auf sein Studium konzentrieren kann. Besonders weil die drei Ligen meist nicht parallel laufen, kosten sie viel Zeit. Die Uniliga liegt ihm allerdings am Herzen. Wenn er gut gespielt hat, schaut er sich hinterher die VODs an und freut sich dann über das Lob der Community und darüber, bekannte Namen im Chat zu lesen. Ob er nächste Season wieder für den KIT SC auflaufen wird? “Ja sicher! Ich glaub nicht, dass man mich da so schnell wegdenken kann.” Wir freuen uns auf jeden Fall drüber.

KIT SC als stolzer Sieger des Titels

KIT SC ist stolzer Sieger des Titels

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